Kategorie-Archiv: Veranstaltungen 2007

Kopernikus in der verbotenen Stadt

Macht und Mythos. Wie der Jesuit Johannes Schreck das Wissen der Ketzer nach China brachte (S. Fischer Verlag 2007). Lesung.
Ein Schüler Galileis war er, gemeinsam hatten sie den Himmel durchmustert. Und jetzt, 1629, berechnet Johannes Schreck, der eigentlich China missionieren sollte, exakt eine Sonnenfinsternis und wird daraufhin vom Kaiser von China beauftragt, den chinesischen Kalender zu reformieren. Elf Monate später ist er tot. Musste er sterben, weil er Ideen ausplauderte, die in Rom von der Inquisition verfolgt wurden? Schreck hatte den Jesuitenorden gleichsam als Exil gewählt, um dem Scheiterhaufen Europas zu entkommen. Nun war er in China, im Gepäck hatte er Galileis Fernrohr und ein neues Weltverständnis, das kopernikanische Weltbild. Farbig, anschaulich und kenntnisreich schildert Rainer-K. Langner eine friedliche Kollision von westlicher und östlicher Kultur. Und er erzählt ein faszinierendes Kapitel abendländischer Wissenschaftsgeschichte am Beginn des 17. Jahrhunderts. Rainer-K. Langner, geboren 1942, lebt in Berlin als freiberuflicher Autor und Publizist, Literatur- und Theaterkritiker. Zuletzt erschienen von ihm „Duell im ewigen Eis. Scott und Amundsen oder Die Eroberung des Südpols“ und „Das Geheimnis der großen Wüste. Auf den Spuren des Saharaforschers Gerhard Rohlfs“.

Referent:
Rainer-K. Langner

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig

Kopernikus in der verbotenen Stadt

Macht und Mythos. Wie der Jesuit Johannes Schreck das Wissen der Ketzer nach China brachte (S. Fischer Verlag 2007). Lesung.
Ein Schüler Galileis war er, gemeinsam hatten sie den Himmel durchmustert. Und jetzt, 1629, berechnet Johannes Schreck, der eigentlich China missionieren sollte, exakt eine Sonnenfinsternis und wird daraufhin vom Kaiser von China beauftragt, den chinesischen Kalender zu reformieren. Elf Monate später ist er tot. Musste er sterben, weil er Ideen ausplauderte, die in Rom von der Inquisition verfolgt wurden? Schreck hatte den Jesuitenorden gleichsam als Exil gewählt, um dem Scheiterhaufen Europas zu entkommen. Nun war er in China, im Gepäck hatte er Galileis Fernrohr und ein neues Weltverständnis, das kopernikanische Weltbild. Farbig, anschaulich und kenntnisreich schildert Rainer-K. Langner eine friedliche Kollision von westlicher und östlicher Kultur. Und er erzählt ein faszinierendes Kapitel abendländischer Wissenschaftsgeschichte am Beginn des 17. Jahrhunderts. Rainer-K. Langner, geboren 1942, lebt in Berlin als freiberuflicher Autor und Publizist, Literatur- und Theaterkritiker. Zuletzt erschienen von ihm „Duell im ewigen Eis. Scott und Amundsen oder Die Eroberung des Südpols“ und „Das Geheimnis der großen Wüste. Auf den Spuren des Saharaforschers Gerhard Rohlfs“.

Referent:
Rainer-K. Langner

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig

Weihnachten in der Provence

Vortrag mit Lichtbildern
Mythen, Legenden und über Jahrhunderte bis heute fast unveränderte Bräuche ranken sich um die Krippen mit ihren „Santons“, die einen ganz anderen Charakter haben als in Deutschland. Die Krippe ist eine Familientradition und das genaue Abbild eines Provencedorfes mit allen dazugehörenden typischen Figuren und ihren Berufen ebenso wie Ölmühle, Weinstock und Lavendelfeld. Der 4. Dezember, der Tag der Heiligen Barbara, und der 6. Januar, der Drei-Königs-Tag, bilden mit ihren entsprechenden Ritualen Beginn und Ende der provenzialischen Weihnachtszeit.

Referent:
Kristina Hering

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig

Der Heilige Krieg im Christentum und im Islam. Friedenspotentiale der Religionen

Macht und Mythos
Das Phänomen religiös motivierter Gewalttaten beschäftigt die Gegenwart zunehmend, besonders nach den unfassbaren Anschlägen am 11. September 2001. Die Schrecken dieser Untaten stellen einen Höhepunkt dieses Phänomens dar. Die Angst vor dem Islam wächst – und nicht nur in den westlich orientierten Gesellschaften. Hier hat sich längst die Meinung eingebürgert, dass Islam und Gewalt deckungsgleiche Termini seien. Ist der Heilige Krieg eine Erfindung des Islams? Ist der Islam die Religion des Krieges? Und wie stehen andere monotheistische Religionen, Christentum und Judentum, zum Thema Krieg und zur religiös motivierten Gewalt? In den Vorträgen wird das Thema Heiliger Krieg im Koran und in der Bibel beleuchtet, auf historische Begebenheiten der Offenbarungstexte sowie auf geschichtliche und aktuelle Aspekte aus Gesellschaft und Tradition kritisch eingegangen. Die Rolle des Heiligen Krieges als identitätsstiftende Kraft wird ebenfalls dargestellt. Die vergleichende Betrachtung zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Religionen und Gesellschaften auf und hebt die Friedenspotentiale der Religionen hervor.

Referent:
Prof. Christoph Türcke (HGB Leipzig), Dr. Stefanie Brinkmann (Orientalisches Institut, Universität Leipzig), Faycal Hamouda (Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V.)

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig

Polytheismus contra Monotheismus – Ist der Buddhismus die toleranteste Religion?

Macht und Mythos. Diskussion mit Prof. Dr. Catharina Kiehnle (Institut für Indologie, Universität Leipzig), Dr. Heinz Mürmel (Religionswissenschaftliches Institut, Universität Leipzig), Prof. Dr. Jürgen Tubach (Orientalisches Institut, Universität Halle). Gesprächsleitung: Dr. Reiner Tetzner.
Entspricht unser Bild des friedlichen und weltoffenen Buddhismus der Realität? Wie verhält es sich, auch in der Geschichte, mit den großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam? Und welche Rolle spielt der Hinduismus im Vergleich der Mythen?

Referent:

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig

Der fernöstliche Blick – Su Tong aus Nanjing

Lesung aus dem Roman „Die Tränenfrau“ (Berlin Verlag 2006) und aus dem Leipziger Internettagebuch des Autors. Anschließend Gespräch.
Su Tong zählt zu den wichtigsten chinesischen Autoren der Gegenwart. Internationale Bekanntheit verschaffte ihm seine Erzählung „Eine Schar von Nebenfrauen“, die unter dem Titel „Rote Laterne“ 1991 verfilmt wurde. In seinem neuesten Werk „Die Tränenfrau“ erzählt Su Tong die chinesische Legende einer Frau, deren Mann beim Bau der Chinesischen Mauer starb und die durch ihren nicht versiegenden Tränenfluss einen Teil der Mauer zum Einsturz brachte. Einer Einladung der Stadt Leipzig folgend, hält sich Su Tong im Rahmen eines deutsch-chinesischen Autorenaustausches für drei Monate in Leipzig auf. Während ein deutscher Autor Leipzigs Partnerstadt Nanjing erkundet, sammelt Su Tong Impressionen von Leipzig, die er in einem Internettagebuch dokumentiert. Su Tong, geboren 1963, studierte chinesische Literatur in Peking. Seit 1992 arbeitet er in Nanjing als freier Schriftsteller. Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadt Leipzig, Referat Europäische und Internationale Zusammenarbeit.

Referent:
Su Tong. Übersetzung: Yichen Wang

Moderation:
Dr. Gabriele Goldfuß (Stadt Leipzig)

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Literaturcafé

Der letzte und der erste Kaiser. Fußnoten zu Mao Zedong

Vortrag mit Lichtbildern und Gespräch
China lebt mit und aus seiner Geschichte. Immer wieder bezog sich Mao auf Chinas ersten Kaiser Qin Shihuangdi (259-210 v.u.Z.), der mit gewaltigen Armeen, drakonischen Gesetzen und der rigorosen Verfolgung Anders-Denkender die Völker Chinas zusammenband und ein Reich schuf, das unter Mao zu neuer Höhe aufsteigen sollte. Dabei veränderte sich die Interpretation der Mythen um den ersten Gottkaiser entsprechend den jeweiligen ideologischen Erfordernissen und politischen Fraktionskämpfen.

Referent:
Dr. Friedemann Berger

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig, Bibliotheksgeschichtliches Kabinett, 4. Etage

Spuren germanischer Mythologie in der deutschen Sprache

Vortrag

Noch heute finden sich Spuren germanischer Mythologie in der deutschen Sprache. Dies gilt sowohl für die Namen der Wochentage als auch für einige Orts- und Personennamen. Selbst in Sprichwörtern und Redewendungen lassen sich Nachwirkungen der germanischen Mythologie nachweisen. Der Vortrag widmet sich der Suche nach diesem verborgenen Kulturgut. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei darauf gerichtet werden, welche Elemente aus der germanischen Mythologie für die Identitätsstiftung des derzeitigen Rechtsextremismus Verwendung finden. Dabei zeigt sich, in welch großem Umfange die Mythologie der Germanen von diesen Gruppen vereinnahmt und für rechtsextreme Ideologie missbraucht wird.

Referent:
Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener

Moderation:

Ort:
Otto-Brenner-Haus Chemnitz

Sind wir allein im Weltall?

Vortrag

Seit langem schon stellt sich der Mensch die Frage nach außerirdischem Leben, die nicht zuletzt durch Medienberichte über vermeintliche UFOs und ETs wachgehalten wird. Die Naturwissenschaften haben während der letzten Jahrzehnte enorme Fortschritte gemacht, dank derer statt der früheren Spekulationen heute wissenschaftlich fundierte Antworten gegeben werden können. Sie bilden den Inhalt des Vortrags, in dem vor allem die Möglichkeit intelligenten, kommunikationsbereiten Lebens diskutiert wird. Nach einigen historischen Grundlagen wie der Green-Bank-Formel sollen u. a. Erkenntnisse über Sternentwicklung und Supernova, über molekulare Bedingungen des Lebens, atmosphärische und interplanetare Voraussetzungen für das Leben dargelegt werden, um mit deren Hilfe ein Fazit zu erarbeiten.

Referent:
Dr. Karl-Peter J. Dostal

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Chemnitz

Fantasie und weiße Flecken – sein Kapital als Autor

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadt Leipzig. Lesung: „Schnurrpfeyffereien“. Volker Ebersbach liest aus veröffentlichten Texten und Manuskripten. Im Anschluss lädt der Jubilar zu einem Glas Sekt ein.
Volker Ebersbach wurde am 6.9.1942 in Bernburg geboren. Nach dem Abitur Studium der Altertumswissenschaften und der Germanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1961-1966). 1967 Promotion über den römischen Satiriker Petronius. 1967-1976 Deutschlehrer für Ausländer am Herder-Institut Leipzig, in Bagdad und an der Budapester Universität. Seit 1976 freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber. 1985 Verleihung des Lion-Feuchtwanger-Preises. Mitbegründer des Fördervereins „Freie Literaturgesellschaft“ Leipzig. Seit 1994 Mitglied des deutschen P.E.N.-Zentrums. 1997 Stadtschreiber in Bernburg. Von 2001-2002 Vorsitzender des Sächsischen Literaturrates e.V. Von 2002-2004 Gastdozent an der Universität Leipzig. „Gedrucktes hat es heutzutage schwer. Am schwersten haben es Bücher, auch wenn aus ihnen vorgelesen wird. Eine zerbilderte, zerphonte Welt hat die Freizeitgestaltung der Menschen okkupiert. Die Fähigkeit, mit Genuss ein Buch zu lesen, wird vor dem zwanzigsten Lebensjahr antrainiert. Die verlangt eine Beteiligung des Lesenden, seine ungeteilte Aufmerksamkeit, und das stundenlang. Das kann anstrengender sein als Sport, für den man auch trainiert. Wer das Lesen trainiert, wird mehrere Leben leben können, wer es verpasst, wird nicht mal das eigene wirklich haben. Das Schicksal des Kulturgutes Buch wird von den Lesern bestimmt. Wenn die Leser aussterben, ist nicht einmal mehr die Zeit zeitgemäß.“ (In: „Geschichte der Stadt Bernburg in zwei Bänden“ – Bd.1, S.255)

Referent:
Volker Ebersbach zum 65. Geburtstag. Begrüßung: Dr. Arne Ackermann (Amtsleiter der Stadtbibliothek Leipzig). Grußwort: Bürgermeister Dr. Georg Giradet.

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig, Ausstellungsfoyer