Kategorie-Archiv: Veranstaltungen 2008

Mythische Orte im Werk Olga Tokarczuks

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Polnischen Institut Leipzig und dem Literaturhaus Leipzig
In den Werken von Olga Tokarczuk gibt es ein breites Spektrum mythologischer Bezüge. Zuletzt erschien ihr Roman &#187AnnaIn in den Katakomben&#171 (Berlin Verlag 2007), der einen der ältesten Mythen der Menschheit – den Mythos der sumerischen Mondgöttin Inanna – aufgreift. Doch bereits in »Ur und andere Zeiten« findet man die Kreation eines mythischen Raumes und die Verarbeitung antiker wie biblischer Mythen, die durch das Prisma der beständig mitgedachten und mitzudenkenden Religionspsychologie C.G. Jungs betrachtet werden.

Referent:
Lesung und Gespräch mit Olga Tokarczuk und Dr. Dörte Lütvogt (Literaturwissenschaftlerin),

Moderation:
Prof. Elmar Schenkel (Schriftsteller und Literaturwissenschaftler) und Bernd Karwen (Polnisches Institut)

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28

Buchpremiere „Blaue Stimmen: Texte vom Wasser“

(edition vulcanus des AVM 2008)
Texte vom Wasser, aus dem Wasser, über das Wasser … Dem flüssigen Element wird aufgrund seiner fundamentalen Bedeutung für die Natur- und Kulturentwicklung seit frühester Urzeit eine reiche Symbolik zugeschrieben. Maren Uhlig hat sich dieser faszinierenden Thematik in ihrem Erstlingswerk auf lyrische, literarische und mythologische Weise zugewandt. Während in ihren Gedichten eine motivische Annäherung an das „Phänomen Blau“ sowohl auf äu&#223erlicher Ebene in Naturbildern als auch in inneren Spiegelungen stattfindet, kreist der mittlere Part des dreigeteilten Buches in Form einer Prosaerzählung um den Konflikt der Begegnung zwischen den Protagonisten aus der Menschen- und der Wasserwelt. Und schlie&#223lich begleitet die Autorin den Leser auf einer spannenden und bebilderten Reise durch die Kulturgeschichte des Motivs weiblicher Wasserwesen von der Antike bis zur Gegenwart in Mythologie, Brauchtum, Literatur und Kunst.

Referent:
Lesung und Gespräch mit Maren Uhlig

Moderation:
Moderation: Prof. Elmar Schenkel

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28

Meine Leipziger Lieblingsorte – Gestern und heute

Lesung und Gespräch mit Bernd-Lutz Lange
In einem literarischen Spaziergang präsentiert Bernd-Lutz Lange seine Leipziger Lieblingsorte – von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Der Streifzug führt u.a. an Universitätskirche, Caf&#233 Corso, Völkerschlachtdenkmal und Nikolaikirche vorbei und berührt die mit diesen Plätzen verbundenen Ereignisse. Der beliebte Leipziger Kabarettist und Autor liest aus mehreren seiner Bücher.

Referent:

Moderation:
Dr. Reiner Tetzner

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig

Berühmte Personen, eine Gro&#223mutter und Käte Schulze

FDA-Autoren von Sachsen stellen sich mit Kurzporträts vor, eingeleitet von der FDA Präsidentin Frau Prof. Ilse Nagelschmidt
Horst Seidel über Joachim Novotny, Waltraut Skoddow über Brigitte Reimann, Lilly Ulm-Lindstedt über Maxie Wander mit Filmvorführung Hannelore Crostewitz über Käte Schulze, Dr. Marion Uhlig über ihre Gro&#223mutter, Holger Zürch über Udo Lindenberg mit DDR-Gefühl Frau Dr. Marion Uhlig sorgt für kunstvolle Ausschmückung mit eigenen Bildern. Eintritt frei Gemeinschaftsveranstaltung des Arbeitkreises für Vergleichende Mythologie e.V. und des Freien Deutschen Autorenverbandes

Referent:

Moderation:

Ort:
Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Literaturcaf&#233

&#34Sonnenscheinpferd&#34 (rowohlt 2008)

Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Leipzig und Die Fähre e.V.
Als Lilla ihrer Jugendliebe nach 25 Jahren wieder begegnet, beginnt für sie ein schmerzhafter Erinnerungsprozess: Je mehr sie über ihre Kindheit und Jugend nachdenkt, desto brüchiger wird ihr harmonisches Bild von der Mutter. Die erfolgreiche Kinderärztin war ihrer eigenen Familie gegenüber »schwerhörig«, wie die Kinder treffend ihre Gefühlskälte umschreiben. Früh hat Lilla Verantwortung für sich und ihren kleinen Bruder übernehmen müssen, und wäre da nicht ihr deutsches Kindermäd­chen gewesen oder Halla, die Verkäuferin im Milchgeschäft, oder gar Nelli, die Säuferin, die in einem Schuppen hauste, wer wei&#223, was aus den Kindern geworden wäre … – Steinunn Sigur&#240ad&#234ttir, »ein literarischer Stern am Firmament der Vulkaninsel« (Neue Zürcher Zeitung), gehört zu den bekann­testen isländischen Autoren der Gegenwart. Ihre Gedichtbände, Erzählungen und Romane markieren wichtige Etappen der isländischen Literatur der achtziger und neunziger Jahre.

Referent:
Lesung mit Steinunn Sigur&#240ard&#243ttir (Island)

Moderation:
Kristof Magnusson

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28

Landschaft als Erinnerungsspeicher – Heilige Plätze im indianischen Nordamerika

Bei den nordamerikanischen Indianern wird jedem Platz in der Natur Achtung entgegengebracht. Bestimmte Orte besitzen aber grö&#223ere magische Bedeutung als andere. Diese Orte haben oft einen Bezug zu tribalen Schöpfungsmythen und anderen Ereignissen von religiöser Bedeutung. Die Choctaw zum Beispiel können immer noch die Stelle sehen, an der sie aus der vorhergehenden Welt aufstiegen: den Nani Wayia genannten Hügel in der Nähe von Philadelphia, Mississippi. Alle diese heiligen Orte waren und sind zum Teil auch noch heute für Zeremonien bevorzugte Kultstätten. Der Vortrag widmet sich der mythologischen und zeremoniellen Bedeutung heiliger Plätze in nordamerikanischen Indianerkulturen. Dabei sollen auch aktuelle Konflikte zwischen Indianern und Nichtindianern in Bezug auf die Nutzung dieser Stätten diskutiert werden.

Referent:
Dr. Claudia Roch

Moderation:

Ort:
Grassi Museum für Völkerkunde, Johannisplatz 5-11

Das &#132Heilige Land&#148 der Philosophie: Friedrich Nietzsche und das Oberengadin

Von 1881 bis 1888 waren die Schweizer Bergwelt des Oberengadin und die Seen um Sils Maria der sommerliche Zufluchtsort des Philosophen und Kulturkritikers Friedrich Nietzsche. Auf einsamen Wegen entwickelte er hier seine wirkungsvollsten und umstrittensten Gedanken, und als zäher Frühaufsteher erarbeitete er hier die Druckfassungen seiner bekanntesten Werke. Unter den damals noch wenigen Sommerfrischlern fand er vor allem bei jungen, gebildeten Frauen Verständnis und Bewunderung.

Referent:
Vortrag von Dr. Volker Ebersbach

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28

Lesung aus dem Romanmanuskript &#132Antipoden&#148

Zwei Nachbarn in einem Mietshaus machen sich gegenseitig das Leben schwer. Nach einem denkwürdigen Wochenende entschlie&#223en sie sich zu einer gemeinsamen Reise, von der nur einer zurückkehrt.
Grit Kalies, 1968 in Altentreptow/Mecklenburg geboren, lebt in Leipzig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2005 habilitierte sie sich im Fach Physikalische Chemie. Veröffentlichungen u. a. in den Zeitschriften »Glasbrenner«, »signum« und »ndl«. 2003 erschien »Mitlesebuch 71«. 2008 erhielt sie für ihre Lyrik ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Ahrenshoop.

Referent:
mit Grit Kalies

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11

Gewalt und Götterkämpfe im Mythenvergleich

Vortrag und Diskussion
Der Mythologie wird von Schriftreligionen gerne der Vorwurf mangelnder Ethik gemacht. In der Tat spielen Götterkämpfe (Theomachien) in nahezu allen Mythensammlungen eine zentrale Rolle, und Kriegsideologien berufen sich bis in die Gegenwart auf solche göttlichen Vorbilder. Der Vortrag möchte dies sowohl am Beispiel der Maori, Yoruba und Azteken als auch griechischer und germanischer Überlieferungen verdeutlichen und damit die Sinnfrage für den heutigen Umgang mit Mythen neu stellen.

Referent:
Prof. Bernhard Streck (Universität Leipzig) und Dr. Reiner Tetzner

Moderation:

Ort:
Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig

Griechen, Götter und Kolchis

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Verein zur Förderung der Leipziger Stadtbibliothek e.V.
Die Landschaft Kolchis – das heutige Westgeorgien – nahm als Ziel der Argonautenfahrt, wo Jason mit der Hilfe Medeas das goldene Vlies gewann, einen prominenten Platz in der griechischen Mythologie ein. Zugleich war sie ein Teil der realen Welt der Antike. Der Vortrag beleuchtet die Verschränkung mythischer Muster und historisch greifbarer Vorgänge anhand des Argonautenmythos. Er stützt sich dabei auf literaturhistorische Zusammenhänge und Gedankengänge der Analytischen Psychologie C.G. Jungs.

Referent:
Christoph Sorger

Moderation:

Ort:
Stadtbibliothek Leipzig, Bibliotheksgeschichtliches Kabinett, 4. Etage