Kategorie-Archiv: Veranstaltungen 2011

Mythos als Vorstufe der Wissenschaft?

Podiumsdiskussion
Die Frage nach der Wahrheit des Mythos ist nach wie vor umstritten. Bereits in der Antike und später in der Aufklärung wurden Mythen als unwissenschaftlich abgetan. In den letzten hundert Jahren jedoch haben Wissenschaftler wiederholt die Frage aufgeworfen, ob nicht der Mythos eine der Wissenschaft gleichwertige Form der Erkenntnis darstelle. Die Teilnehmer dieser Diskussionsrunde werfen u.a. folgende Fragen auf und versuchen, Antworten zu finden: – Gibt es überhaupt Grenzen zwischen Mythos und Wissenschaft, oder widersprechen sie sich gar? Wie wahr sind Mythen, wie wahr ist Wissenschaft? – Sind Mythen nicht heute überholt, gar überflüssig, oder vermögen nur sie in unserer immer komplizierter werdenden Gesellschaft einen Halt zu geben. – Mythen lassen sich durch Verfälschung instrumentalisieren. Welche Risiken ergeben sich daraus für die Gesellschaft?

Referent:
Prof. Dr. Bernhard Streck, Dr. Ricarda Lukas, Dr. Reiner Tetzner

Moderation:
Prof. Dr. Georg Schuppener

Ort:
Haus des Buches, Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Der verhängnisvolle Schwur

Lesung und Gespräch mit dem Autor Günter Gentsch
„Der Sünde schwören ist schon große Sünde! Doch größre noch, sündigen Eid zu halten“ lässt Shakespeare in seinem Drama „König Heinrich VI.“ einen Akteur warnend ausrufen. Zwei kurze, inhaltsschwere Sätze, die auch die Malaise des legendären Kreterkönigs Idomeneus beschreiben könnten. Hat doch dieser, so die mythische Überlieferung, mit seinem in schlimmer Seenot geleisteten Gelübde, den Göttern ein Menschenopfer darzubringen, schwere Schuld auf sich geladen. Wie die von Homer erstmals in die Literatur eingeführte Gestalt des Idomeneus im Wandel der Zeiten an Kontur gewinnt und seine Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt, wie seine Person und sein Konflikt von Autoren der Aufklärung aufgegriffen werden, Mozart ihn zur Hauptfigur einer Oper erhebt und die Theaterkunst unserer Tage sich seiner bemächtigt – all dies ist in dem erstmals in Gänze öffentlich vorgestellten Text aufs Lebendigste und Anschaulichste erzählt. Er lässt die Person des Idomeneus in ihrem Denken und ihrem Agieren zum Sinnbild nie endenden menschlichen Versagens, aber auch unerschütterlichen menschlichen Überlebenswillens werden. Der Text ist in der Festschrift „wunders vil“ für Dr. Reiner Tetzner aufgenommen.

Referent:

Moderation:
Dr. Reiner Tetzner

Ort:
Bibliothek Südvorstadt, Steinstraße 42, 04175 Leipzig

Schöpfung und Geburt, Kindheit und Jugend bei den Germanen

Vortrag

Kosmogonie und Entstehung des Menschen spielen in der germanischen mythologischen Literatur eine wichtige Rolle. Kindheit und Jugend der Menschen werden hingegen in den Texten der Edda und in Volkserzählungen weit weniger häufig thematisiert. Dennoch finden sich in den Quellen auch hierzu interessante Details. Die Veranstaltung soll sich den betreffenden Vorstellungen aus der germanischen Mythologie widmen, denen heute wieder größere Aufmerksamkeit gilt, aber auch erörtern, welche Rolle Kindheit und Jugend im Alltagsleben der Germanen spielten.

Referent:
Prof. Dr. Georg Schuppener

Moderation:

Ort:
Interim Leipziger Stadtbibliothek, Neumarkt 9, Treppenhaus E, 1. Etage

Zur Aktualität des Mythos

Buchpremiere:

„wunders vil. Zur Aktualität des Mythos.“ Festschrift für Dr. Reiner Tetzner. Herausgegeben von Claudia Roch, Elmar Schenkel und Georg Schuppener.
In der Reihe des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS): Schriftsteller und ihr Ort. Mythen spielen eine große Rolle in Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. In dem Buch werden mythische Figuren und Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, z.B. der Ethnologie, der Literatur- und Sprachwissenschaft und der Physik, betrachtet und durch literarische Texte ergänzt. Einige Autoren stellen in dieser Veranstaltung ihre Beiträge zur Diskussion. Eröffnung: Steffen Birnbaum (VS) Moderation: Prof. Dr. Elmar Schenkel (Universität Leipzig) Es lesen und diskutieren: Erich Ahrndt (Übersetzer, Leipzig), Dr. Claudia Roch (Ethnologin, Berlin) und Prof. Dr. Klaus Siewert (Sprachwissenschaftler, Münster). Eine Veranstaltung des Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V., des Verbandes deutscher Schriftsteller e.V. und des Kuratoriums Haus des Buches e.V.

Referent:

Moderation:

Ort:
Literaturcafé, Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Tage der Liebe

Lesung
Was bleibt einem Exilanten übrig, wenn seine Geliebte ihn verlässt, ihr Bruder hingerichtet wird, dessen Mörder sein eigener Mullah-Bruder ist? Iqbal verliert den Sinn des Lebens, die Lust am geselligen Leben und das Heimatgefühl. Iqbal, gebürtiger Iraner, Dozent an der Heidelberger Universität, sucht Abstand von der Vergangenheit. Die einzige Freude findet er beim Schreiben und Musikhören. Ein Mädchen aus seiner früheren Heimat, das dem jüdischen Glauben angehört, weckt plötzlich sein Interesse an der Gegenwart. Auf einer Party lernt er Ellen, eine Musiklehrerin und Freundin des Mädchens kennen. Zu seiner eigenen Verwunderung erwachen in ihm Gefühle, eine Ahnung von Liebe. Doch die Vergangenheit ist nach wie vor sehr präsent in Iqbals Gegenwart. Auch Ellen scheint etwas zu verbergen. Auf einer Reise nach Italien zu einem früheren Freund lernt Iqbal einen jungen Exiliraner kennen. All diese Begegnungen bringen Iqbal dazu, sich neu mit seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beschäftigen. Iqbal wird erneut mit der Mentalität und der aktuellen politischen Lage seiner Heimat konfrontiert. Ein bewegender und spannender Roman von Reza Hajatpour, geb. 1958 in Iran, Privatdozent an der Universität in Bamberg. Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Edition Hamouda.

Referent:
Reza Hajatpour

Moderation:

Ort:
Café des Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Lyrik aus der tschechischen nationalen Wiedergeburt

Lesung und Gespräch

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte auch im habsburgischen Reich der soziale Wandel durch die Anfänge der Industrialisierung ein. Im Rahmen dieser gesellschaftlichen Veränderungen erwachte bei den nicht-privilegierten Volksgruppen des Vielvölkerreiches ein Nationalbewusstsein, das zur Identitätsstiftung die Hinwendung zur eigenen Sprache und Literatur betonte. Vergleichbar mit den Entwicklungen im deutschsprachigen Raum und dennoch unter ungleich schwierigeren Voraussetzungen entfaltete sich eine tschechische Nationalidentität, die in der Literatur häufig auch als „nationale Wiedergeburt“ bezeichnet wurde. In dieser Epoche verfassten Protagonisten wie Josef Jungmann elegische Lyrik, deren Pathos uns heute fremd ist. Die Lesung soll einige ausgewählte Beispiele mit Übersetzung präsentieren und zugleich über die Hintergründe aufklären. Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e.V., der Leipziger Stadtbibliothek und des Verbandes deutscher Schriftsteller.

Referent:
Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener

Moderation:

Ort:
Interim Leipziger Stadtbibliothek, Neumarkt 9, Treppenhaus E, 1. Etage

Mythische Lebenslinien

Ehrenlesung zum 75. Geburtstag des Autors Reiner Tetzner
Reiner Tetzner wurde 1936 in Neukirchen/ Chemnitz geboren. Nach einer Lehre als Maschinenschlosser studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und im Nebenfach Physik. Im Jahr 1966 Promotion über Abstraktionsprozesse in der physikalischen Theorienbildung. Bis 1975 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig. Lebt seit 1976 als freier Autor in Leipzig. Reiner Tetzner war von 1995 bis 2001 Gründungsvorsitzender des Sächsischen Literaturrates und ist seit 1995 Vorsitzender des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e.V.. Er ist u.a. Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller, der Freien Literaturgesellschaft e.V. und der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. und des Vereins zur Förderung der Leipziger Stadtbibliothek e.V.. Er veröffentlicht Prosa, Dramatik und Sachbücher. Einzelne Werke wurden ins Japanische, Koreanische und Türkische übersetzt. Veröffentlichungen (Auswahl): – Leipziger Ring. Aufzeichnungen eines Montagsdemonstranten. Oktober 1989 bis 1. Mai 1990. Frankfurt/M. 1990 und Leipzig 2004 – Germanische Göttersagen. Stuttgart 1992 – Germanische Heldensagen. Stuttgart 1996 – Griechische Götter- und Heldensagen. (gemeinsam mit Uwe Wittmeyer). Stuttgart 2003 – Kerzenmontage verändern die Welt. Warum die Waffen wirklich schwiegen. Leipzig 2009 – Herausgaben: u.a. mit Prof. Dr. Schuppener: Schriftenreihe des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie. Reiner Tetzner lädt an diesem Abend sein Publikum zu einer Reise durch die Welt der Mythologie und Zeitgeschichte ein. Programm: Begrüßung: Heike Scholl, Leipziger Städtische Bibliotheken Laudatio und Überreichung der Festschrift: Prof. Dr. Elmar Schenkel, Universität Leipzig Es sprechen und lesen: André Mittag, Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener, Dr. Grit Kalies, Dr. Günter Gentsch und Dr. Reiner Tetzner Musikalische Umrahmung: Thomas Ahrndt (Violoncello) Domenico Gabrielli: Ricercar Nr. 5 und 6, Nr. 7 Johann Sebastian Bach: Menuett 1 und 2 aus der 1. Cellosuite, BWV 1007 Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken und dem Verein zur Förderung der Leipziger Stadtbibliothek e.V.

Referent:

Moderation:

Ort:
Interim Leipziger Stadtbibliothek, Neumarkt 9, Treppenhaus E, 1. Etage

Wunderkinder in der exakten Wissenschaft

So wie es Wunderkinder in der Musik, dem Schachspiel und ähnlichem gab, zeigten auch bahnbrechende Mathematiker und Physiker schon in frühem Alter außerordentliche Fähigkeiten. So hatte auch Thomas Young bereits als Zweijähriger lesen gelernt und beherrschte 14jährig sechs Sprachen, William Hamilton beherrschte als 12jähriger zwölf Sprachen, weithin bekannt ist die frühe mathematische Begabung des Carl Friedrich Gauß. Außer diesen Genannten sind beispielhaft Niels Henrik Abel, Srinivasa Ramanujan, Wolfgang Pauli, John von Neumann und Paul Erdös Themen des Vortrags, wobei sowohl biographische Fakten als auch ihre Verdienste behandelt werden sollen.

Referent:
Dr. Karl-Peter Dostal

Moderation:

Ort:
Haus des Buches / Literaturhaus Leipzig

Leseclub: Drachen verschiedener Mythen

(für Kinder der 3.-4.Klasse)
Kommt mit auf eine phantastische Reise über die Kontinente und lasst Euch von mir über die Drachen, an die dort geglaubt wird, berichten. Wisst Ihr beispielsweise, dass die Nagas, die in Asien leben, die göttliche Perle des Wissens im Schwanz tragen? Wir bedanken uns bei den Lehrern der BIP-Kreativitätsschule in Leipzig.

Referent:
Bruno Richter

Moderation:

Ort:
Bibliothek Plagwitz

Leseclub: Odin, Mitgardschlange und Fenriswolf

(für Kinder der 3.-4. Klasse)
Ich möchte Euch erzählen, wie sich unsere Vorfahren, die alten Germanen, die Entstehung der Welt vorgestellt haben. Ihr lernt die drei Welten – Himmel, Midgard und Niflheim – kennen und werdet spannende Geschichten über die wichtigsten Götter erfahren. Wir bedanken uns bei den Lehrern der BIP-Kreativitätsschule in Leipzig.

Referent:
Martha Cremer

Moderation:

Ort:
Bibliothek Plagwitz