Wirklichkeit ist, was wir gewebt (gewirkt) haben
Wirklichkeit ist, was wir gewebt (gewirkt) haben
"Wir brauchen bildhafte Geschichten, Märchen, Mythen, Legenden",
so sagte der Hirnforscher Gerald Hüther, denn das Hören, das Erzählen
und emotionale Erleben solcher Geschichten führt zu bestimmten Vorgängen,
zu Prozessen in unserem Gehirn. Dort werden, durch Verschaltung von Neuronen, aus den
äußeren Bildern der Geschichten innere Bilder,
innere Repräsentanzen oder Erinnerungsbilder, die in hohem Maße, viel mehr
als bisher angenommen, unser Denken, Fühlen, Handeln bestimmen.
Wirk gestalten unser eigenes Leben und formen unsere Umwelt nach diesen unseren
inneren Bildern, sie sind - bildlich gesprochen - unser kreatives Potential, mit dem
wir, nach Tolkien, zum Zweitschöpfer der uns umgebenden Welt werden.
Und Mircea Eliade meint: "Selbst das geistloseste Dasein quillt von Bildern
über, der realistischste Mensch lebt von Bildern."
Folgt man diesem Gedankenfaden, so kann dies zu der Schlussfolgerung führen, dass
nicht Alexander der Große, Adolf Hitler, Albert Einstein, Karl Marx oder
Mutter Theresa den Verlauf der Menschheitsentwicklung entscheidend prägten,
sondern die spezifischen inneren Bilder, die in ihnen wirkten und mit deren Hilfe
sie Welten erschaffen, Welten verändern oder Welten zerstören konnten,
also Wirklichkeit, Realität erschufen.
Eine alte mythische Vorstellung von der Wirklichkeit, in der wir leben, von der uns umgebenden Welt, ist die von einem Gewebe, einem Stoff, Teppich, Schleier, Geflecht oder Netz, also etwas Gewirktem, Gewebtem. In den Mythen der Indianer Nordamerikas gibt es die Spinnenfrau als Urmutter und das Netz als Bild der Welt.
"Die lebende Kraft des Werdens ist unvergänglich. Sie ist die unfassbare Mutter. Die unfassbare Mutter ist die Wurzel des Alls. Stetig webend bedarf sie nicht des Antriebs." sagte Laotse.
Und der Quantenphysiker Werner Heisenberg beschreibt dies so: " Die Welt erscheint in dieser Weise als ein kompliziertes Gewebe von Vorgängen, in dem sehr verschiedenartige Verknüpfungen sich abwechseln, sich überschneiden und zusammenwirken und in dieser Weise schließlich die Struktur des ganzen Gewebes bestimmen."
Nach der altindischen, der vedischen Vorstellung ist unsere Welt in den Schleier der Maya, der Weltenmutter, Schöpferin des Universums, und Göttin der Illusion, eingewebt. Maya entfaltet diesen Schleier zur Entstehung des Alls und rafft ihn zusammen zum Weltuntergang. Der Schleier besteht aus drei Fäden, drei Gunas - Llücksstreben, Leidenschaft, Unwissenheit - und so ist die Vielfalt unseres Lebens letztlich aus wenigen Fäden nach strengen Regeln gewebt, und jeder Einzelne ist von Beginn an als einzigartige Verknotung dieser drei Gunas in den Weltenschleier eingebunden, gleichzeitig wirkt und webt er aber auch durch den Entwurf seines individuellen Lebensgewebes, die unablässige Verstrickung und Verwicklung in das Weltgeschehen, unablässig am Schleier der Maya mit. Als Geschöpfe einer Welt, aus einem Stoff, jenem maschentausendundabertausendweitem Gewebe, wie Else Lasker-Schüler es nennt, sind wir auf eine tiefe und vielfache Weise miteinander verknüpft. Diese poetische Vorstellung von der Welt gibt aus meiner Sicht sehr genau die innere und äußere Wahrnehmung des Menschen, vor allem des noch in der magischen Phase seiner Bewusstseinsentwicklung lebenden, wieder und findet sich deshalb in vielen alten mythologischen Vorstellungen - der frühe Mensch erlebte sein Eingebundensein in das vielfältige Wirken der Natur und seine Abhängigkeit davon hautnah. Später erschuf er sich eine ganze äußere Welt, Häuser, Kleidung, Geschirr, Waffen, Fachwerk, Leinen, Spiraltongefäße, Kettenhemden - flechtend und webend - und in unserer gegenwärtigen Welt erleben wir Verflechtungen und Vernetzungen am stärksten im sozial-kommunikativen Bereich. Alles, was wir tun, verstrickt und verwickelt uns in einer globalen, vernetzten Welt, in irgendetwas wie in ein Fangnetz der mythischen Spinne - ob wir nun leichtfertig einen Vertrag unterschreiben oder eine Meinung zu etwas abgeben oder uns abends auch nur ins world wide web einloggen, wir setzen einen Prozess in Gang, in dessen Ablauf Fäden gesponnen und verknüpft oder wieder aufgelöst werden, Strukturen und Komplexe entstehen und wir letztlich mit Allem und Jedem vernetzt und verbunden sind. Auch das Organ, welches es uns überhaupt möglich macht, all dies wahrzunehmen und zu reflektieren, unser Gehirn, arbeitet als Netzwerk.
Bei einem Spaziergang am vergangenen Wochenende an einem See ging ich eine Weile hinter einem älteren Paar, die zwei Kinder von ca. vier bis sechs Jahren an der Hand führten. Den kleinen Jungen regte der See offensichtlich zur Imagination an, und er begann einen Kampf mit einem unterirdischen Ungeheuer, einem großen Fisch, der in diesem See lebt,zu entspinnen, er schuf in diesem Sinne ein eigenes inneres Bild von dem See und der Landschaft und der Rolle, die er darin einnehmen und den Möglichkeiten, die er darin haben könnte. Es war spannend und berührend, aber offenbar nur für mich, denn die beiden Älteren, vielleicht die Großeltern des Jungen hieben sofort mit den Waffen der Realität große Löcher in das gerade entstehende, noch so zarte Gewebe, in dem sie ihn auf seine Kleinheit, seine Unfähigkeit zu schwimmen oder unter Wasser zu atmen usw. hinwiesen.
Solche und noch tiefer reichende, oft verletzende Erfahrungen im Umgang mit ihren inneren Bildern haben die Menschen, die zu mir kommen und viele der Menschen, denen ich hier und da begegne, gemacht. Und so gleichen deren innere Bilder weniger einem Tuch von unglaublicher Vielfalt und Schönheit, sondern eher einem Flickenteppich, einem Netz mit schlecht, falsch oder gar nicht geknüpften Maschen, das Gewebe ihrer Seele ist oft nur grob gesponnen, die Fäden sind verwirrt, verstrickt, verfilzt und bilden oft bizarre und absurde Muster. Bei der Betrachtung eines solchen Seelengespinstes kommt nicht atemlose Bewunderung und Staunen ob der Schönheit und Feinheit des Gewebes auf, sondern Erstaunen darüber, dass so etwas dennoch hält und als Lebensentwurf für ein Überleben ausreicht.
In den Veden, und eine ähnliche Darstellung unseres inneren Seins findet sich auch im Perlenlied des Thomasevangeliums, heißt es:
"Im Himmel von Indra ist ein gigantisches Netz, das in jedem seiner Knotenpunkte eine spiegelnde Perle in sich trägt. Durch die Spiegelung ihrer unmittelbaren Nachbarn spiegelt jede Perle die Unendlichkeit aller Perlen bis in die äßersten Räume des Gesamtnetzes, weil jede Perle das Spiegelbild ihres Nachbarn in sich trägt."
Dieses Gefühl, als Mensch, als unverwechselbares und wertvolles Ich, mit unzähligen anderen Perlen eingeschlossen zu sein in das Netz der Schöpfung, dieses Gefühl der Geborgenheit und Eingebundenheit haben die meisten meiner Klienten nicht. Davon ausgehend lässt sich der Prozess einer Therapie, wie alle menschliche Kommunikation, als ein Dialog, ein im Sinne des griechischen dialogos, ein sinnhaftes Hin- und Zurückfließen, ansehen und im Sinne des Webens und Wirkens auf jeden Fall als einer, der wirkt, der also eine ganz bestimmte Art von Wirklichkeit schafft, im günstigsten Fall etwas entstehen lässt, was schön ist und zuverlässig und haltbar und das Zeug dazu hat, einen glücklich zu machen.
In einem alten irischen Märchen sagt jemand, der sich Josa, der Fürst
des Friedens oder der Menschenfischer nennt, zu einem Kind, einem kleinen Jungen:
"Ich bin das Netz des Lebens", und er zeigt ihm die zwöf
Weber, die mit ihren drei Weberschiffchen, die Wunder, Geheimnis und Schönheit
genannt werden, etwas weben, etwas, das niemals stirbt und das hinaus geht in die
grüne Welt und ein hinreißend schönes Lied singt, ein
Schweigen mit Sternenaugen, ein warmes Dunkel, einen Regenbogen schafft.
Nur einer unter ihnen webt mit Weberschiffchen, die Geheimnis, Verzweiflung, Grab
genannt werden, die Angst in die Welt.
Dieser Blick auf das Weben und Wirken des Lebens, der Einblick in die Art und
Weise, wie die verschiedenen Fäden, die Gunas, verknüpft werden, den
Josa dem kleinen Art gewährt, ist ein Geschenk, und die Geschichte berichtet,
dass er deshalb später ein großer Sänger und Dichter werden
konnte, ein Träumer unter den Menschen.
In verschiedenen Märchenvarianten ist es eine der Initiationsaufgaben der jungen Heldinnen, einen Stoff zu weben, und die, der die Prüfung gelingt, webt ein Tuch von besonderer Schönheit, und genau darum geht es auch im Wettstreit zwischen der Weberin Arachne und der Göttin Athene (Ovids Metamorphosen). In einem anderen griechischen Mythos ist keine junge Heldin sondern Zeus selbst der Weber: "Zeus heiratete die Erdgottheit, die nunmehr den Namen Gaia erhielt; das war die erste Hochzeit und das Urbild aller Hochzeiten. Zeus entschleierte seine Braut und vertraute ihr die irdische Welt an, indem er ihr ein von ihm selbst angefertigtes Tuch (Gewand) übergab, auf dem die Erde und der Ur-Ozean Ogenos eingewebt waren. Erst durch dieses Gewand erhielt die physische Welt ihre den Menschen vertraute Gestalt."
Wenn wir also beginnen, miteinander zu kommunizieren, ist jedes Wort, jede Geste oder Handlung gleich einem Faden - einem Guna - der sich aus meinem inneren Bild, dem Gewebe meiner Seele, entspinnt und auf das innere Bild des Anderen fällt, passend, different oder konträr zu diesem, auf jeden Fall aber dort etwas auslöst, etwas bewirkt, das über das schon Bestehende hinaus geht. In therapeutischen Prozessen geht es oft aber auch um ein Ergänzen, um das Füllen und überbrücken von Lücken, um ein geschicktes Anknüpfen an die oft brüchigen Strukturen, um ein behutsames Auflösen, Auftrennen schief geratener, verfilzter und verfitzter Gewebe. In meiner Kindheit bin ich noch mit der Technik des Flickens und Stopfens, des Ausbesserns vertraut gemacht worden, heute ist es eher so, dass Dinge entsorgt und neu beschafft werden. Menschliche Seelen lassen sich nun aber trotz allen technischen Fortschrittes noch immer nicht recyceln, so dass hier die alte Kunst des Flickens im Sinne des gerade beschriebenen Prozesses Bestand hat und wieder zu Ehren kommt. Und es bedarf, bei dem Zustand der in Reparatur kommenden Seelen, oft größerer Flicken, um die schlimmsten Defekte überhaupt ausbessern und ein haltbares und lebenstaugliches Gebilde herstellen zu können. Hier nun kommen die Bilder, die Symbole der mythischen und märchenhaften Geschichten ins Spiel, die sich gut als Flicken, als erste notdürftige Reparatur und überbrückung der bestehenden Defizite einsetzen lassen.
"Der Faden zwischen mir und der Welt ist dünn" sagte eine meiner Klientinnen in einem unserer ersten Gespräche. Ein solcher Faden ist schnell verloren oder zerrissen, und er ist oft nur schwer oder mühsam weiter zu verarbeiten, zumal, wenn die oben aufgestellten Kriterien eines haltbaren und zudem noch Glück erzeugenden Gewebes erfüllt werden sollen. Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass der Träger des Heilmittels, des richtigen Wortes oder passenden Bildes, in diesem Fall der Therapeut, jemand aus der Gattung derer ist, die die Verletzungen herbeiführten, den Faden so dünn werden ließen - nämlich ein Mensch. Eine weitaus besser anzunehmende und zu ertragend Wirkung hat es dagegen, einem solchen am dünnen Faden hängenden Menschen von denen zu erzählen, die vor ihm und seit Urzeiten ebenfalls ausgesetzt, weggeschickt, in irgendeinen Abgrund geworfen, verletzt, gedemütigt, unmenschlich geprüft worden sind und trotzdem ihren Weg gefunden und ihr Leben bewältigt haben, die Helden und Könige der Mythen und Märchen. über eine solche Geschichte, die zudem offensichtlich schon viele Male geschehen ist, lässt sich viel leichter und mit weniger Angst auch ein Blick auf das eigene Leben, die eigenen schmerzlichen Erlebnisse werfen.
Eine meiner Klientinnen spricht von ihrem immer wiederkehrenden Gefühl tiefer Verlorenheit und Ausgeschlossenheit, der Sehnsucht nach Spiegelung und dass es ihr nie gelungen ist, sich irgendwo zugehörig, eingebunden zu fühlen - die äußerlich sichtbare Realität ist aber die einer schönen und begabten jungen Frau, die die zahlreichen Möglichkeiten, die sie hat, offensichtlich ungenutzt verstreichen lässt. In unserer Reflexion darüber wird deutlich, dass sie, mit recht vernichtenden inneren Bildern behaftet, nicht einmal wagt, hinzusehen, aus Angst, eben diesen Bildern erneut zu begegnen. Für sie kann das von außen kommende Bild des Mythos, des Märchens zu etwas gleich dem Schild des Perseus werden, in dessen Schutz ein Blick auf die Gorgonen in der eigenen Seele gewagt werden kann oder auch ein Schleier, der Konturen weich macht und verwischt, den auch dieser ist ja ein Aspekt des Gewebes. Ausgehend von diesem ersten, häufig unsicheren oder angstvollen, aber auch gespannten Blick auf das eigene Innere beginnt etwas zwischen mir und dem Anderen. Zunächst wird ein roter Faden entwickelt und dieser dann, so er halt- und brauchbar ist, weiter gesponnen, es entstehen Bilder, die auf die Bilder des Anderen treffen und dort etwas auslösen, sich geschickt an schon Vorhandenes anpassen und dies weiterführen oder es auch empfindlich stören und mitunter sogar zur Auflösung bringen, es werden Muster aus Verstrickungen, Verwicklungen, Verflechtungen deutlich, die erkannt, entziffert und benannt werden müssen.
In einem Eskimomärchen wird erzählt, dass ein junger Fischer ein Skelett aus dem Meer fischte und dann sich und das (weibliche) Skelett vor Angst und Schrecken heillos in seiner Angelleine verstrickte. Seine erste Aufgabe war es, die Fäden wieder zu entwirren und die Knochen zu sortieren, seine zweite, Herz und Fleisch und Haut hinzu zu singen. Dieser Prozess des Entwirrens und Sortierens, des Neuordnens und Verflechtens, vergleichbar dem ebenfalls mythischen, aber auch real erfahrbaren Gang durch ein Labyrinth, wird von Bildern liebevoll und stützend begleitet. Besonders häufig sind Bilder und Geschichten von Nachtmeerfahrten, Irr- und Suchwanderungen, aber auch die vom Erwerb magischer Gegenstände. Mythische Bilder als Projektionsflächen für die eigene Lebensgeschichte geben dabei ganz praktische Handlungs- und Orientierungsanweisungen: mache jetzt das und das oder gehe da und da hin, z.B. bis ans Ende der Welt und darüber hinaus, verweisen aber auch auf etwas Höheres, eine Ebene hinter den sichtbaren Dingen, sie zeigen auf das Wirken und Walten des Göttlichen, Ewigen, des Schicksalhaften. Wenn die Parzen, Nornen, Moiren ihre Fäden spinnen und uns den Lauf unseres Lebens messen oder sich das ewige Rad des Schicksals dreht, dann wird das Schreckliche, Unbegreifliche, ängstigende, das sich zwischen mir und meinem Gegenüber ausbreitet - mitunter wie ein Nessoshemd - und uns zu lähmen und zu vergiften droht, von etwas Drittem im Raum transzendiert, etwas Drittem, an das man sich wenden kann, mit Klagen, Vorwürfen, Drohungen, aber auch leisen Bitten. Und dies ist ungeheuer entlastend.
Was aber gewinnt man am Ende eines solchen Weges, wenn die Fäden gesponnen, die Maschen geknüpft und das Labyrinth durchschritten ist? Die Heldin in einem griechischen Märchen erhält ein wertvolles Knäuel Seide, nicht mit Gold, sondern nur mit Liebe und der Hand des Königsohnes aufzuwiegen, die schöne Wassilissa aus dem russischen Märchen webt aus einem Faden "so gleichmäßig, dünn und fein wie ein seidenes Haar einen Stoff, so fein, dass kein Mensch außer der Spinnerin und Weberin selbst ihn verarbeiten kann", und Theseus erhält Schwert und Ariadnefaden. Wir erhalten also etwas, das wertvoll ist, einzigartig, etwas, das ganz zu uns gehört und seinen Sinn und Zweck nur in unserer Hand erfüllt, etwas, das uns einbindet in diese Welt und mit dem wir glücklich werden können - womit die Ausgangsbedingungen erfüllt sind.
"seele beugt sich und erhebt sich,
atmet in unendlichkeit,
aus zerrißnen fäden webt sich
neu und schöner gottes kleid"
schreibt Hermann Hesse nach seiner ersten Psychotherapie 1916 bei
dem C.G. Jung-Schüler Dr. Lang.
Und Gerald Hüther meint: "Wenn wir keine Bilder mehr entwerfen und erzählen,
dann sind wir wie Nachtigallenjunge, denen keine Nachtigallenlieder mehr
vorgesungen worden und die deshalb verlieren, was Nachtigallen ausmacht."
Aber auch in einem anderen Zusammenhang bin ich dem Thema Weben begegnet.
Der Begriff des kairo bezeichnet nicht nur den griechischen Gott des rechten
Augenblickes, sondern auch die dreieckige öffnung, die beim Weben von Stoffen
entsteht, wenn die Kettfäden gehoben und gesenkt werden, um den Schussfaden
hindurch zu lassen. Die beim Weben entstehende Lücke ist räumlich klein und
zeitlich begrenzt und so gilt es hier, im rechten Moment die richtige Stelle
zu treffen, Ort und Zeitpunkt so miteinander zu verbinden, dass dem großen
Wirken und Weben des Lebens ein weiterer Faden hinzugefügt werden kann.
Und mit diesem Wissen um Kairos möchte auch ich jetzt die rechte Lücke
erwischen und zum richtigen Zeitpunkt meinen Vortrag beenden.