Mythisch durch das Jahr

Dienstag, 20. November 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches Leipzig (Literaturcafé)

Vom Mythos zur Zukunft – Der künstliche Mensch in der Literatur von Ost und West

Vortrag und Lesung mit Stefan Lampadius und Minwen Huang

Die Vision vom künstlichen Menschen, nicht auf natürlichem Wege geboren, sondern geschaffen, ist schon in alten Schriften zu finden. Durch die moderne Wissenschaft wird diese Idee immer plausibler, die Schöpfung ähnelt dabei verschiedenen Mythologien. Wo liegen die Unterschiede und Verbindungen zwischen östlichen und westlichen Kulturen? Der Anglist Stefan Lampadius beleuchtet mythologische Figuren wie Prometheus, Pygmalion und den Golem, die in der Science-Fiction-Literatur aufgegriffen und im Rahmen eines wissenschaftlichen Weltbildes neu besetzt und interpretiert werden. Dies bietet einen spannenden Ansatz für Überlegungen zum Verhältnis von Mythos, Fiktion und Fortschritt. Dazu wird Minwen Huang den Ursprung des künstlichen Menschen in der chinesischen Kultur untersuchen, in der keine mythologische Schöpfergestalt existiert.
 

Eintritt: 4€/ 3€ ermäßigt.

 

Montag, 29. Oktober 2018
19.00 Uhr – Stadtbibliothek

Schöpfer, Schelm und Schurke – Eine amerikanische Entdeckung in der Welt der Mythen

Lesung und Gespräch mit Claudia Roch, Maren Uhlig und Ricarda Lukas

Buchpremiere

Trickster (engl. Gauner, Betrüger und Schwindler) werden Figuren in der Mythologie genannt, die mit Hilfe von Tricks die Ordnung im (göttlichen) Universum durcheinanderbringen und sich weltweit auf unterschiedlichste Weise ausprägen. Der Begriff wurde Ende des 19. Jahrhunderts von US-amerikanischen Ethnologen – insbesondere von Daniel G. Brinton und Franz Boas – eingeführt, um in nordamerikanischen Indianermythen wiederkehrende Gestalten zu beschreiben. Das Konzept des Tricksters ist gewissermaßen Amerikas Beitrag zur vergleichenden Mythologie: In seinem Lichte haben sich neue, unerwartete Perspektiven auf die Mythen vieler Kulturen ergeben, denn es hat sich gezeigt, dass der Trickster ein wahrhaft universales Phänomen ist.

Wir begeben uns auf Spurensuche nach den kulturellen und aktuellen Formen dieser schillernden mythologischen Figur. Es lesen verschiedene Autoren aus ihren Beiträgen: Dr. Claudia Roch (Rabenmythen der amerikanischen Nordwestküste), Maren Uhlig (Till Eulenspiegel) und Dr. Ricarda Lukas (Psychologische Grundlagen der Tricksterfigur). Die anschließende Diskussion wird moderiert von den beiden Herausgebern Dr. Claudia Roch und Maren Uhlig.

Eine Veranstaltung der edtion vulcanus beim Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e. V. anlässlich des 22. Leipziger Literarischen Herbstes.

Eintritt: frei.

 

Dienstag, 16. Oktober 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches

Nguyen Ngoc Tu liest aus „Endlose Felder“

Moderation: Günter Giesenfeld. Deutsche Lesung: Marianne Ngo. Dolmetschen: Viet Anh Nguyen Duc

Die Geschichten von Nguyen Ngoc Tu spielen im Deltagebiet des Mekong zwischen Wasser und Land. Die Protagonisten sind Fischer, Entenzüchter, Erntehelfer, alte, schweigsame und skurrile Männer und unglückliche Frauen zwischen Familiensehnsucht und Prostitution. Und ihre Boote, die Sampans, Heimat für Menschen, die ums Überleben kämpfen, die diese aber für kein Geld der Welt verlassen würden. Den roten Faden bildet der Fluss, der Mekong – von dem alles Übel ausgeht, aber auch das seltene Glück.

Nguyen Ngoc Tu wurde 1976 in der Provinz Ca Mau geboren, wo sie bis heute lebt. Ihre Bücher erzielen in Vietnam sehr hohe Auflagen und sind mehrfach preisgekrönt, u.a. mit dem Southeast Asian Writers Award (2008). Aber auch in Deutschland hat sie Aufmerksamkeit erregt: 2017 wählte die Jury der LitProm »Endlose Felder« auf Platz 1 der Weltempfänger-Bestenliste. Aus der Begründung: »Das Mekong-Delta südlich von Ho-Chi-Minh-Stadt: Hier schippern Nguyen Ngoc Tus Figuren über den Fluss, schließen Ehen und lassen sich wieder scheiden, verlassen einander und suchen sich später oft lebenslang. Sehnsuchtsvolle Geschichten – knapp und dicht erzählt.« Zuletzt wurde Nguyen Ngoc Tu mit dem LiBeraturpreis 2018 ausgezeichnet.

Eintritt frei.

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig und des Mitteldeutschen Verlags Halle in Kooperation mit dem Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V. und »Die Fähre« e.V.

 

Mittwoch, 10. Oktober 2018
19 Uhr – Heinrich-Budde-Haus

Leipzig und die Friedliche Revolution – Ein moderner Mythos?

Podiumsdiskussion anlässlich der Feiern zum Herbst ’89

Der Bürgerrechtler Uwe Schwabe, auf der Liste der am 09. Oktober ’89 zu Verhaftenden auf Platz Eins stehend, im Gespräch mit Dr. Reiner Tetzner, Autor des Buches “Leipziger Ring – Aufzeichnungen eines Montagsdemonstranten”, und dem Spiegel-Redakteur Peter Wensierski. Unter anderem geht es um die Frage, wie gelang ein friedlicher Ausgang trotz eines Aufgebotes von 8000 Sicherheitskräften und gegen den Befehl der SED-Führung in Berlin, die Demo gewaltsam niederzuschlagen.

Eintritt: frei.

Dienstag, 03. Oktober 2018
19.00 Uhr – Budde-Haus

Die Germanen zwischen Überlieferung und Verfälschung

Vortrag und Gespräch mit Reiner Tetzner

Germanische Götter wie auch der auf dem Bildstein dargestellte Odin, deutsch Wodan, auf seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir, werden von Rechstradikalen für nationalistische Propagande und gegen Flüchtlinge benutzt. Die Vielschichtigkeit und damit Zwiespältigkeit der germanischen Mythen führt zur Verklärung bis zur Verfälschung wie in der “Germanenideologie” mit Rassismus. Das wird in dem Vortrag widerlegt, indem wir auf die urspüngliche Überlieferung der germanischen Götter und Mythen zurückgehen, wie sie in den Quellen erschlossen wird und zeigen die indogermanische Verwurzelung.

Eintritt: frei.

Dienstag, 18. September 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches (Literaturcafé)

Mythologie und Symbolik der Kelten

Bildvortrag und Gespräch mit Sabine Asmus

Moderation: Reiner Tetzner

Wer kennt nicht die Geschichten vom klugen Gallier Asterix, seinem gewichtigen Gefährten Obelix und dem Druiden Miracolix? Die Comics von René Goscinny und Albert Uderzo haben nicht nur Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen begeistert, sondern auf ihre humorvolle Weise auch die Erinnerung an jene Volksgruppe nicht abreißen lassen, die den Kontinent Europa von der Eisenzeit bis zur Antike nachhaltig geprägt hat: die Kelten (lat. Caelti oder Galli). Trotz archäologischer Spuren, Zeichen und Kulte, die sich u.a. im irischen, walisischen, schottischen, bretonischen und im kornischen (südenglischen) Raum wiederfinden, sind die Kelten weitgehend ein Mysterium geblieben. Informationen über sie stammen vielfach von Außenstehenden wie Herodot, Tacitus oder Julius Cäsar. Eigene Schriftzeugnisse finden sich dagegen auf Grab- und Grenzsteinen, in der Arthus-Sage oder in mythischen Zyklen. Gerade letztere geben Einblicke in die Vorstellungswelt und Religion der Kelten, die keineswegs eine homogene Gruppe bildeten, sondern aus lose miteinander verbundenen Stämmen bestanden. Im Vortrag sollen Sprache, Symbolik und Mythologie dieses fast vergessenen Volkes wiederentdeckt werden.

Eintritt: 3 €/ 2€ ermäßigt.

Dienstag, 04. September 2018
19.00 Uhr – Stadtbibliothek

Die Entsendung des Karl Marx – Reise in die Gegenwart

Lesung und Gespräch mit Reiner Tetzner

Moderation: Dr. Constance Timm

Der HERR im Jenseits sorgt sich um den Zustand der Welt und ermöglicht Karl Marx anlässlich seines 200. Geburtstags eine Reise ins Diesseits, um eine Katastrophe für die Menschheit abwenden zu helfen. Warum kommt er ausgerechnet zuerst nach Leipzig? Er trifft inkognito eine Nachfahrin des von ihm ignorierten unehelichen Sohnes und einen ehemals hier politisch Verfolgten. Betroffen hinterfragt Marx die Folgen seiner Lehre. Kann sie in der heutigen Zeit bestehen?
Marx disputiert auch mit Albert Einstein und Marie Curie. Gelingt in Trier noch ein Treffen, u.a. mit Papst Franziskus und dem Dalai Lama? Welche Impulse ergeben sich für ein Überlebenskonzept der Menschheit.

Eintritt: frei.

Donnerstag, 14.  Juni 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches (Literaturcafé)

Der Weg der menschlichen Erfahrung und Erleuchtung bei Johannes Tauler

Vortrag und Diskussion mit dem Psychologen und spirituellen Lehrer Christian Meyer

Kann der Mystiker, Theologe und Prediger Johannes Tauler (1300-1361) uns heute, nach fast siebenhundert Jahren, noch Grundlegendes mitteilen? Er ist der wohl wichtigste Schüler Meister Eckharts und zählt zusammen mit Heinrich Seuse zu den bekanntesten Vertretern der spätmittelalterlichen, dominikanischen Spiritualität in Deutschland. In der bisherigen Tauler-Rezeption ist jedoch ausschließlich Unverständnis darüber anzutreffen, worin sein »Weg zur Erleuchtung« konkret bestand. Was bedeuten für ihn Glaube und Seele? Wie hat er mit den Menschen gearbeitet? Kann die christliche Mystik Wesentlicheres geben, als nur zu ›glauben‹?

Christian Meyer hat Taulers umfangreiches Werk analysiert und lässt seine Mystik verstehbar werden – als Teil der abendländischen Tradition, Philosophie, Spiritualität und christlichen Religion sowie im Dialog mit anderen, vor allem östlichen Traditionen, dem Buddhismus, dem Yoga, dem Vedanta und dem Daoismus.

Eintritt: 3€/ 2€ ermäßigt.

Samstag, 19.  Mai 2018
18 Uhr – Heinrich-Budde-Haus

Geistreiche Unterhaltung – Gespenstergeschichten

Vortrag und Gespräch mit Leonore Sell

Wenn es darum geht, um die Aufmerksamkeit der Lebenden zu buhlen, sind Geister schon immer sehr kreativ gewesen: sie rasseln mit Ketten, lauern in dunklen Ecken, zaubern Blutflecken aufs Parkett und verstecken Briefe oder antike Familienerbstücke.

All diese eigentümlichen Angewohnheiten der Gespenster kennen wir aus Geistergeschichten, die spätestens seit dem 19. Jahrhundert ein Publikumsfavorit geworden sind. Es handelt sich dabei um ein sich selbst stark reflektierendes Genre, das es dennoch schafft, spannend, atmosphärisch und mitreißend zu sein. In der Geistergeschichte verschwimmt die Grenze zwischen dem Fremden und dem Bekannten – ein Vorgang, der je nach literarischer Epoche zum unheimlichen Schauer oder zur komischen Parodie führt. Immer wieder thematisieren diese Geschichten dabei die Frage, um die es auch im Vortrag anhand ausgewählter Genreklassiker gehen soll: Wie treten Gespenster in Kontakt mit uns? Welche Mittel zur Kontaktaufnahme mit dem Jenseits gibt es? Welchen Zweck hat die Kommunikation mit den Toten? Was sagt es über uns aus, wie wir uns mit den Gespenstern unterhalten? Und ist es vielleicht das Reden selbst, das Geist und Geistern ihre unheimliche Substanz verleiht?

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. und dem Heinrich Budde Haus anlässlich des Wave-Gotik-Treffens 2018.

Eintritt: frei.

Samstag, 19.  Mai 2018
16 Uhr – Grassi Museum für Völkerkunde

Es stockt das Herz und klopft das Blut – Frankenstein’s Monster

Lectureperformance mit Constance Timm und Pia Stöger

„Ich selbst gab mir Mühe eine Geschichte zu erdenken…Eine Geschichte, die das tiefste Entsetzen des Lesers hervorrufen, das Blut stocken und das Herz heftiger klopfen lassen sollte.“ Mit diesen Worten beschreibt die Schriftstellerin Mary Wollstonecraft Shelley (1797-1851), die Mutter des „Frankenstein“, ihren bis heute beliebten und populären Klassiker, der vor just 200 Jahren in einer Atmosphäre naturbedingter Kälte, Abgeschiedenheit, wissenschaftlicher Neugier und dem literarischen Philosophieren über den Sinn und den Ursprung des Lebens entstanden ist. Vor allem das Theater und später die Filmindustrie haben die Geschichte des künstlichen Monsters und seines menschlichen Schöpfers aufgegriffen und vielfach, auch futuristisch, weiterinterpretiert. Was also ist Mensch? Und wer ist Monster? Wir wollen der Entstehungsgeschichte des „Frankenstein“ nachspüren. Wir wollen den Weg seiner Aktualität und Popularität nachzeichnen. Wir wollen nach dem „Was ist möglich“ und „Was wäre wenn“ fragen. Und wir wollen aus Shelley’s Buch lesen und das Entsetzen, das Blut stocken und das Herzklopfen leibhaftig in Wort und Schrift spüren.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. in Kooperation mit dem Grassi Museum für Völkerkunde.

Eintritt: frei.

Freitag, 18.  Mai 2018
18 Uhr – Haus des Buches (Saal 3)

Der Mythos Frankenstein. Von Monstern und Menschen

Vortrag und Lesung mit Dr. Constance Timm und Pia Stöger

„Ich selbst gab mir Mühe eine Geschichte zu erdenken…Eine Geschichte, die das tiefste Entsetzen des Lesers hervorrufen, das Blut stocken und das Herz heftiger klopfen lassen sollte.“ Mit diesen Worten beschreibt die Schriftstellerin Mary Wollstonecraft Shelley (1797-1851), die Mutter des „Frankenstein“, ihren bis heute beliebten und populären Klassiker, der vor just 200 Jahren in einer Atmosphäre naturbedingter Kälte, Abgeschiedenheit, wissenschaftlicher Neugier und dem literarischen Philosophieren über den Sinn und den Ursprung des Lebens entstanden ist. Vor allem das Theater und später die Filmindustrie haben die Geschichte des künstlichen Monsters und seines menschlichen Schöpfers aufgegriffen und vielfach, auch futuristisch, weiterinterpretiert. Was also ist Mensch? Und wer ist Monster? Wir wollen der Entstehungsgeschichte des „Frankenstein“ nachspüren. Wir wollen den Weg seiner Aktualität und Popularität nachzeichnen. Wir wollen nach dem „Was ist möglich“ und „Was wäre wenn“ fragen. Und wir wollen aus Shelley’s Buch lesen und das Entsetzen, das Blut stocken und das Herzklopfen leibhaftig in Wort und Schrift spüren.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches anlässlich des Wave-Gotik-Treffens 2018.

Eintritt: frei.

Dienstag, 10.  April 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches (Literaturcafé)

West-Östlicher Diskurs

Vortrag von Prof. Peter Nuhn
Heinz-Martin Benecke begleitet den Vortrag mit Gedichtrezitationen von Goethe, Hafis u.a.
Moderation: Maren Uhlig

»West-Östlicher Divan« heißt die umfangreichste Gedichtsammlung Johann Wolfgang von Goethes. Inspiriert wurde sie durch den persischen Dichter Hafis, den Goethe seinen »Zwillingsbruder im Geiste« nannte. Hafis (Hāfez) wurde im persischen Shiraz, dem »Garten des Iran«, geboren. Peter Nuhn berichtet von seiner Reise dorthin und schildert am Beispiel des wohl berühmtesten persischen Poeten, wie sich Orient und Okzident seit Anbeginn der Zeit gegenseitig beeinflusst haben. Denn die über 700 Jahre alte Poetik des Hafis hat auch andere deutsche Dichter wie Friedrich Rückert oder August von Platen begeistert. Nach der Lektüre eines Nachtigall-Gedichts von Hafis malte Paul Klee das Aquarell »Persische Nachtigallen«. Der zeitgenössische Künstler Günther Uecker stellte in »Huldigung an Hafez« die Beziehung zwischen europäischer und persischer Kultur in druckgrafischen Arbeiten dar. Und auch Navid Kermani hat sich in seinem Buch »Zwischen Koran und Kafka: West-östliche Erkundungen« (C.H. Beck) eingehend mit dieser Thematik befasst.

Eintritt: 3€/ 2€ ermäßigt.

Samstag, 17.  März 2018
15 Uhr – Heinrich-Budde-Haus

Schöpfer, Schelm und Schurke – Der Trickster im mythologischen Zwielicht

Lesung mit Dr. Claudia Roch und Christoph Sorger
Moderation und Mitarbeit: Maren Uhlig

Ob Rabe, Koyote, Mephisto, Till Eulenspiegel oder der antike Odysseus. Der Trickster hat viele Gesichter. Die Autoren des im Herbst 2018 erscheinenden Bandes stellen ihre Texte vor.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie und der edition vulcanus in Kooperation mit dem Heinrich Budde Haus im Rahmen von „Leipzig liest“.

Eintritt: frei.

Freitag, 16.  März 2018
16 Uhr – Haus des Buches (Literaturcafé)

Die Entsendung des Karl Marx – Letzte Vorschläge zur Rettung der Welt

Szenische Lesung mit Reiner Tetzner und Karla Aslan
Moderation und Mitarbeit: Antje Hampe

Der Herr im Jenseits sinniert über den Zustand der Welt; und er entscheidet, Karl Marx anlässlich seines 200. Geburtstages einen Besuch im Diesseits zu ermöglichen, um die Katastrophe für die Menschheit abzuwenden. Marx kommt in Leipzig an und trifft inkognito Kassandra, welche sich als Nachfahrin des von Marx ignorierten unehelichen Sohnes entpuppt, den Engels als seinen ausgab.Zerknirscht hinterfragt Marx kritisch auch seine politische Vergangenheit. Auf den Spuren der Friedlichen Revolution kommt es außerdem zu Disputen mit Einstein und Curie. Gelingt es durch die Begegnung mit den Physikern ein Überlebenskonzept für die Menschheitz zu entwerfen?

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V.  und der edition vulcanus im Rahmen von „Leipzig liest“.

Eintritt: frei.

Donnerstag, 15. Februar 2018
19 Uhr – Stadtbibliothek Leipzig

Max Müller – Vater der Vergleichenden Mythologie

Vortrag von Prof. Elmar Schenkel
Moderation: Leonore Sell

Friedrich Max Müller (1823-1900) ist in Indien bekannter als Goethe. Dortige Goethe-Institute heißen etwa „Max Müller Häuser“. Inder, die nach Deutschland kommen, sind immer sehr enttäuscht, wenn kein Deutscher diesen Müller kennt. Max Müller, gebürtig aus Dessau, verbrachte wichtige Studienjahre in Leipzig, bevor er nach Berlin, Paris und Oxford ging. Dort wurde er zum bekanntesten Orientalisten des 19. Jahrhunderts und gab die Heiligen Schriften Asiens heraus. Er begründete zugleich die Vergleichende Mythologie – und ist daher so etwas wie ein Urvater des Leipziger Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie. Der Vortrag skizziert Leben, Ideen und den Einfluss Max Müllers auf Philosophie, Orientalistik und Mythenforschung.

Eintritt: frei.

Mittwoch, 31. Januar 2018
19.30 Uhr – Haus des Buches (Literaturcafé)

Welt der Mythen – Mythen der Welt. Was die Welt im Innersten zusammenhält

Podiumsdiskussion mit Dr. Reiner Tetzner, Christoph Sorger, Maren Uhlig
Moderation: Prof. Elmar Schenkel

Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Seit jeher hat die Menschheit versucht, diese existenziellen Fragen in Form von Erzähltem zu beantworten und in kultischen Riten zu verarbeiten. Über Jahrtausende waren dabei die Mythen sowohl für Gesellschaften als auch für Individuen handlungs- und richtungsweisende Leitmuster – aufgrund von Internet und Medientechnik sind sie heute globaler, aktueller und in ihrer Wirkung brisanter denn je. Mit seinem Mythen-Zyklus möchte der Arbeitskreis dagegen wirken und dem grundlegend Gemeinsamen der Weltkulturen und Weltreligionen nachgehen.

Die Podiumsdiskussion befasst sich sowohl mit theoretischen als auch gegenwärtigen Aspekten von Mythen und verweist auf ihre Wirkungsweisen in Literatur und Kunst, aber auch in Politik und Religion. Einleitend geht es im Jahr 2018 um die griechische Mythologie. Diese wirkt bis heute grundlegend auf die Kulturgeschichte des europäischen Abendlandes und darüber hinaus.

Eintritt: frei.

Donnerstag, 11. Januar 2018
19 Uhr – Stadtbibliothek Leipzig

Sprache und germanischer Mythos im Rechtsextremismus

Lesung mit Prof. Georg Schuppener

Um ihre Identität zu legitimieren, greifen Rechtsextremisten weit in der Geschichte zurück, und zwar bis auf die germanische Frühzeit. Vor allem die nordisch-germanische Mythologie wird hierbei intensiv genutzt. Sie findet sich in Namen, Redewendungen und Symbolen, bei Musik und Bekleidung wieder und bildet einen integralen Bestandteil der Selbstdarstellung der Rechtsextremisten. Sehr detailliert lässt sich zeigen, wie Rechtsextremisten die Mythologie für ihre Zwecke missbrauchen und umdeuten. Ein weiterer Aspekt, der in der wissenschaftlichen Literatur bisher wenig Beachtung fand, ist der der Sprache des Rechtsextremismus. Der Verfasser konzentriert sich insbesondere auf die Analyse ihrer Lexik und zieht dafür authentisches Quellenmaterial, wie etwa rechtsextreme Liedtexte, heran.

Eintritt: frei.