Veranstaltungen

Der rasende Eros: Gigers Alien als mythische Kreatur der (Post)Moderne

04. Juni 2022
 
18 Uhr – Budde-Haus Leipzig
(Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
 
Vortrag mit Dr. Markus Walther anlässlich des 30. Wave-Gotik-Treffens
 

Innerhalb unserer medialen Umgebung werden wir mit einer Vielzahl von mythenartigen Erzählungen konfrontiert, in denen uns eine noch größere Vielfalt an mythischen Kreaturen wohl- oder übelgesonnen gegenübertritt. Dabei werden in den verschiedenen Kunstformen und Formaten zu unterschiedlichen Zwecken entweder explizit klassische bzw. traditionelle Mythen rezipiert, Versatzstücke davon aufgegriffen, umgearbeitet oder relativ neuartige Entwürfe vorgenommen. Ein besonderes Beispiel für die Verbindung von alten mythischen Themen mit neuartigen Aspekten stellt die von dem Schweizer Künstler Hans Ruedi Giger für den Film „Alien – Das unheimliche Wesen von einer fremden Welt“ (Ridley Scott 1979) erschaffene Kreatur dar. In ihr können einerseits überlieferte Motive deutlich herausgearbeitet werden, anderseits gerinnen darin auch für die Existenz des Menschen prägende Elemente der Moderne zu einer prägnanten Form.

Aufgabe des Vortrages wird es entsprechend sein zu skizzieren, worin der mythische Charakter der Alien-Kreatur besteht, auch in Hinblick auf die Einbettung in den Gesamtentwurf des Films. Hierzu werden Kriterien der philosophischen Mythentheorie angewendet und eine Deutung der Alienmonströsität vorgenommen. Dadurch eröffnen sich schließlich auch Rezeptionsmöglichkeiten, die über einen reinen popkulturindustriellen Rahmen hinausgehen.

Eintritt für Besucher mit WGT-Bändchen frei.
Eintritt für Besucher ohne Bändchen 5 EUR/ 4 EUR ermäßigt.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. anlässlich
des Wave-Gotik-Treffens 2022. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig.

„Der Zauber steckt im Detail“ – Von der Magie der Zauberbücher

03. Juni 2022

18 Uhr – Haus des Buches Leipzig (Literaturcafé)

Vortrag mit Elmar Schenkel und Constance Timm anlässlich des 30. Wave-Gotik-Treffens 

Was sind die gefährlichsten Bücher in der Welt? Wahrscheinlich Bücher, die den Menschen und seine Sicht auf die Welt verändern. Es gibt wohl keine andere Art von Büchern, die seit jeher so sehr gefürchtet und gleichzeitig so begehrt gewesen sind, wie Zauberbücher, auch bekannt als Grimoires. Auch wenn magische Schriften seit der Antike überliefert sind, erlebten Zauberbücher ihre eigentliche Blütezeit zwischen dem Spätmittelalter und dem 18. Jahrhundert. Ob das arabische „Picatrix“, die „Sieben Schlüssel Salomons“, Agrippa von Nettesheims „De occulta philosophia“ oder das Grimoire des Papstes Honorius – das Versprechen dieser arkanen Texte lautet immer: Macht über Mensch, Geist und Kosmos. Wer Zauberbücher liest, will also den Blick hinter den sichtbaren Vorhang des sinnlich und geistig Wahrnehmbaren werfen. Kurzum, er sucht jenes, was laut Goethes Faust „die Welt im Inneren zusammenhält“.

Der Schriftsteller Elmar Schenkel und die Historikerin Constance Timm (Leipzig)
stellen bekannte und unbekannte Zauberbücher vor, diskutieren über praktische
Umsetzungen von magischen Anleitungen und natürlich darüber, warum
Dämonenbeschwörungen eine ganz eigene Faszination darstellen.

Eintritt für Besucher mit WGT-Bändchen frei.
Eintritt für Besucher ohne Bändchen 5 EUR/ 4 EUR ermäßigt.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. anlässlich
des Wave-Gotik-Treffens 2022. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig

Die Nibelungen: Ein deutscher Stummfilm

12. Mai 2022

19.30 Uhr – Haus des Buches Leipzig (Großer Saal)

Lesung mit der Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe

Moderation: Elmar Schenkel

Der Stoff ist unschlagbar: ein Bad in Blut, eine schöne Frau, Gold und ein Mord, der grausam gerächt wird. So klingt das Lied der Nibelungen, die Sage von Siegfried, dem Strahlenden, seinem düsteren Gegenspieler Hagen und der schönen Kriemhild. Aber ist das die wahre Geschichte dieser europäischen Helden, die in Island oder Norwegen beginnt, am Rhein entlang spielt, die Donau runter erzählt wird und schließlich im Schwarzen Meer mündet? Niemand weiß, wie es wirklich war, meint Hoppe und erfindet die Wahrheit: hell und schnell, poetisch und politisch, wie nicht mal Tarantino es kann. Felicitas Hoppes Roman »Die Nibelungen«: Das erste gesamteuropäische Heldenepos der Gegenwart.

Felicitas Hoppe, geb. 1960 in Hameln. 1996 erschien ihr Debüt ›Picknick der Friseure‹, 1999, nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman ›Pigafetta‹, 2003 ›Paradiese, Übersee‹, 2004 ›Verbrecher und Versager‹ und zuletzt 2021 ›Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm‹. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Bremer Literaturpreis, dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim, dem Rattenfänger-Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis und dem Erich Kästner Preis für Literatur.

Eintritt: 7 €/5€ ermäßigt

Anmeldungen unter info@vergleichende-mythologie.de

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. in Kooperation mit dem Kuratorium Haus des Buches e. V. Gefördert vom Kulturamt Leipzig

Kampfes-, Heil- und Liebeszauber – Germanische Runen in ihrer historischen und aktuellen Bedeutung

21. April 2022

18 Uhr Stadtbibliothek Leipzig (Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11, 04107 Leipzig)

Vortrag von Dr. Reiner Tetzner

Moderation: Maren Uhlig

In der germanischen Mythologie gilt der Göttervater Odin als Schöpfer der Runen – jener magisch anmutenden Schriftzeichen, die auf zahlreichen Gegenständen und Steinen in  Nordeuropa gefunden wurden, aber nur selten der  Alltagskommunikation dienten. Ihr sakral-mystischer Charakter verleiht den Runen im Kontext neuheidnischer Kulte oder rechtsextremistischer Vereinnahmung und Verfälschung sogar bis in die Gegenwart Aktualität. Ein Blick auf Vorder- und Hintergründiges zum Thema Runenmagie soll daher einige der Geheimnisse um das germanische Alphabet und seine langanhaltende Popularität lüften.

Dr. Reiner Tetzner ist als freier Autor tätig und war langjährig Vorsitzender des von ihm mitbegründeten  Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie.

Eintritt: frei

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert vom Kulturamt Leipzig

Slawische Mythologie - Kleines Mythologisches Alphabet

14. April 2022

19.30 Uhr Haus des Buches Leipzig (Literaturcafé)

Lesung mit Hans-Christian Trepte

Moderation: Elmar Schenkel

Die mit Feuer und Schwert vollzogene Christianisierung der Slawen hat ihre vorchristlichen Kulturen weitgehend, ganze Völker und Sprachen sogar vollständig ausgelöscht. Geblieben sind Überlieferungen, Erzählungen, Legenden, Sagen und Märchen. Hinzu kommen Hinweise in von Christen geschriebenen Chroniken wie auch Zeugnisse in der Landschaft, Personen und Ortsnamen.

Erbe und Tradition der (west-) slawischen Mythologie, die vorchristliche Götterwelt zwischen Kap Arkona und dem Lausitzer Bergland stellen eine interessante Herausforderung dar; sie gilt es aufs Neue zu entdecken. Auf eine solche kulturgeschichtliche wie literarische Spurensuche wollen wir uns gemeinsam begeben, Einflüsse nichtslawischer Mythologien hinterfragen, uns an alte Sitten und Bräuche erinnern und neuheidnische Bewegungen mit naturverbundenen wie nationalistischen Tendenzen und Großmachtträumen kritisch hinterfragen. Moderation: Elmar Schenkel

Hans-Christian Trepte, 1950 in Freital geboren, ist Slawist, Polonist, Anglist/Amerikanist an den Universitäten Leipzig, Bonn, Dresden, Warschau und Wroclaw mit den Forschungsschwerpunkten westslawische Literaturen und Kulturen, deutsch-slawische Wechselseitigkeit, Exil und (E)Migration, Sprach- und Codewechsel, Holocaust-Literatur. Übersetzer polnischer Literatur. Träger des Kavalierkreuzes des Verdienstordens der Republik Polen. Hans-Christian Treptes »Slawische Mythologie« erscheint im März 2022 in der Reihe »Kleines Mythologisches Alphabet« der Edition Hamouda.

Eintritt: 5,- / 4,- EUR

Anmeldung unter info@vergleichende-mythologie.de

Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert durch das Kulturamt Leipzig

Literarische Gespräche: Militärs, ein schwarzes Loch und das Unheimliche – Phantastisch Reales und real Phantastisches im Werk Gustav Meyrinks

6. April 2022

19 Uhr – Budde-Haus (Lützowstraße 19, 04157 Leipzig)

Mit Christoph Sorger und Elmar Schenkel

Chauvinisten und Militaristen haben ihn und seine Bücher gehasst, das große Publikum hat ihn geliebt und später ziemlich vergessen: Gustav Meyrink (1868 bis 1932). Seine messerscharfen Satiren und Grotesken zeichneten mit meisterlich knappen Strichen ein surreales Porträt der Gesellschaft vor dem ersten Weltkrieg. Gesammelt erschienen sie 1913 unter dem Titel Des deutschen Spießers Wunderhorn und sind so faszinierend und lebendig wie vor über 100 Jahren.

Der vor allem in Prag und München wirkende Autor sah die Wirklichkeit seiner Zeit und hatte zugleich dasjenige im Blick, das der platte Alltagsverstand für Unfug hält: das so genannte Übersinnliche, das ihm mehr und mehr die eigentliche Wirklichkeit wurde. Seine Kenntnis westlicher und östlicher Geheimlehren alchemistischer, rosenkreuzerischer und theosophischer Provenienz schlug sich in phantastischen Romanen nieder, z. B. Der Golem (1915), Das grüne Gesicht (1916), Der weiße Dominikaner (1921) und Der Engel vom westlichen Fenster (1927). Er publizierte über Magie und Parapsychologie und konvertierte zum Buddhismus. 

Christoph Sorger und Elmar Schenkel unternehmen gesprächsweise Streifzüge in sein vielschichtiges und vielfach faszinierendes Werk.

Eintritt: 5 €/4 € ermäßigt

Anmeldungen unter info@vergleichende-mythologie.de

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert vom Kulturamt Leipzig

Von Zauberbuch und Hexenkessel - Magie in den Mythen und Kulturen der Welt

27. Januar 2022

19.30 Uhr Haus des Buches Leipzig (Literaturcafé)

Podiumsgespräch mit dem Ethnologen Dieter Grundmann (Leipzig), dem Historiker Leonhard Lietz (Düsseldorf) und dem Anglisten und Schriftsteller Elmar Schenkel

Moderation: Constance Timm

“Drum hab ich mich der Magie ergeben” – Das Zitat aus Goethes »Faust« ist im Jahr 2022 beim Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie literarisches Programm. Magie, verstanden als ein Geheimwissen, das die Beeinflussung von Natur und Mensch durch rituelle Handlungen und Hilfsmittel ermöglicht, ist seit jeher integraler Bestandteil menschlicher Kulturen. Bräuche aus magischen Handlungen wie Segenssprüche oder das Entzünden von Geburtstagskerzen haben immer noch einen festen Platz in unserem Alltag. Hinzu kommen reale oder imaginäre Personen, denen man übersinnliche und zauberische Fähigkeiten zuschrieb. Geheimnisvoll und furchterregend diente die Magie zum Schutz oder Schaden, aber auch als Inspiration für Wissenschaft, Kunst und Literatur.
 
Anlässlich des 27. Vereinsjubiläums gehen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf magische Weltreise: Von antiken und frühneuzeitlichen Zaubertexten bis hin zu Magievorstellungen der Naturvölker Indonesiens stellen sie die Frage, welche Ausdrucksformen von Magie es gab und gibt und warum sie uns noch heute in ihren Bann zieht.
 
Eintritt: 5 EUR, 4 EUR ermäßigt
 
Anmeldungen unter info@vergleichende-mythologie.de
 
Bitte beachten Sie die 2G+ Regel des Literaturhauses Leipzig!
 
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie. Gefördert vom Kulturamt Leipzig