Der Verein

  "Mythen sind öffentliche Träume" (Joseph Campbell) 

Am 27. Januar 1995 kamen am Runden Tisch des Cafés „Alte Nikolaischule“ in Leipzig ein Dutzend mythen- und kulturbegeisterte Autoren, Wissenschaftler und Interessierte zusammen und gründeten den Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie, einen gemeinnützigen und politisch unabhängigen Literaturverein. Seine Aufgabe sollte es sein, sich mit den Mythen und Religionen verschiedener Kulturkreise zu befassen, sie zu vergleichen und ihren Einfluss auf gegenwäritge Lebens- und Denkweisen zu untersuchen. Dazu zählte auch die sprachliche Form des Mythos, u. a. untersucht an sprachwissenschaftlichen Verzweigungen von indoeuropäischen Mythen. „Mythologie muß kein strohtrockener Lehrstoff sein“, so ein Grundgedanke der Gründer, die heute, knapp fünfundzwanzig Jahre später auf die beeindruckende Bilanz von 471 Veranstaltungen, 26 geförderten Projekten sowie 28 Publikationen zurückblicken können. Bekannte Wissenschaftler/-innen und Schriftsteller/-innen sind der Einladung des Vereins gefolgt, darunter Harald Meller, Herfried Münkler, Friedrich Schorlemmer, Rudolf Simek, Elmar Schenkel, Annemarie Schimmel(†), Erich Loest(†), Thomas Böhme, Adel Karasholi, Werner Heiduczek, Peter Gosse, Volker Braun, Wolfgang Hohlbein, Bernd-Lutz Lange, Johannes Fried, Uwe Tellkamp, Eva Menasse und Peter Sloterdijk.

Der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie hat es sich von Anfang an zur Aufgabe gemacht, Mythen vor Vergessen und unkritischer Deutung zu bewahren. Was den Verein darüber hinaus, und deutschlandweit, so besonders und so einzigartig macht, ist der Umstand, dass der Mythosbegriff als grundlegend für die Weltkulturen und Weltreligionen verstanden wird, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zu untersuchen, zu vergleichen und zu hinterfragen gilt. Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?, bilden die Fragen, die bei jedem Jahresprojekt mitschwingen. Dabei will der Verein Verständnis und Toleranz für andere Denkweisen fördern und der Instrumentalisierung und Verfälschung von Mythen (besonders der germanischen Mythologie) mit Aufklärung und offenem Diskurs begegnen.

Auf der Grundlage seiner Satzung beschäftigt sich der Arbeitskreis aber auch mit den Beziehungen von Mythologie einerseits und Literatur und bildender Kunst andererseits, insbesondere mit der Rezeption des Mythischen in den Werken von Autoren und Künstlern.

Der Arbeitskreis führt Lesungen, Vorträge und Diskussionsrunden im Haus des Buches Leipzig, der Leipziger Stadtbibliothek, in Jugendzentren, Schulen, Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen durch.

Dank der Unterstützung des Kulturamts Leipzig, des Kuratoriums Haus des Buches, der Leipziger Stadtbibliothek und anderer Förderer und Kooperationspartner, ist der Verein zu einem wichtigen Bestandteil im kulturellen und literarischen Leben Leipzigs und Mitteldeutschlands geworden. Seine Mitglieder sind überwiegend forschend tätig und publizieren Erkenntnisse im vereinseigenen Verlag „edition vulcanus„.

Satzung (Stand 8. Januar 2016)