Klassiker im Schlösschen - Gar nicht grimmig, 5 Brüder & 1 Schwester

12. November 2026
19 Uhr – Menckestr. 23, 04155 Leipzig
Lesung und Gespräch mit Gunter Böhnke aus seinem neuen Buch über die Brüder Grimm. Moderiert von Elmar Schenkel, musikalische begleitet von Franns v. Promnitz.
War Rotkäppchen eine frühreife Hippie-Braut?
Warum blieb Jacob Grimm Single?
Gibt es eine Märchenarchäologie?
Stammt die Zeile No Sex please, we’re Grimmig! aus dem Odenwald?
Wo kommen die pornografischen Märchen her?
Eintritt: 8 € | ermäßigt 6 €
Kartenreservierung über das u.a. Formular des Gohliser Schlösschens, telefonisch unter 0341 58615846 oder per Mail:
Spuk in der Villa - Das Gespenst von Canterville

31. Oktober 2026
19.30 Uhr – Budde Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Halloweenlesung
Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“
7. Leipziger Mythentag 2026 - Haunted Places: Unheilige Orte und ihr Personal

24. Oktober 2026
10 Uhr – 18 Uhr – Budde Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Vorträge und Gespräche über Spuk, Gespenster und unheilige Orte
Ob Hui Buh (das Schlossgespenst), Casper (der freundliche Geist), das Gespenst von Canterville, der Poltergeist oder der Fliegende Holländer. Sie alle sind die Geister, die wir (nicht) riefen, mal wohlwollend, mal lustig, definitiv spukig und manchmal so arglistig, dass sie ausgetrieben oder von den Ghostbusters eingefangen werden müssen. Die Vorstellung von gespenstischen Wesen, ihren Welten und ihrem Wirken ist so alt wie die Menschheit. Als Reisende, Gefangene oder Getriebene zwischen Diesseits und Jenseits konfrontieren sie uns nicht nur mit der eigenen Sterblichkeit oder unseren Ängsten, sondern haben immer auch die Fantasie der Lebenden beflügelt und dabei eine Vielzahl von Geschichten hervorgebracht. Und obwohl Geister ganz unterschiedliche Formen und Gestalten annehmen können, haben sie meistens eines gemeinsam: sie treiben sich bisweilen an recht unheiligen Orten herum – ob Hinrichtungsstätten, Gräber, Keller, der Blocksberg oder das Leipziger Budde-Haus.
Zum 7. Leipziger Mythentag geht der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie auf eine wahrhaft gespenstische Exkursion und lädt alle mutigen Kultur- und Literaturinteressierten, Spukbegeisterten und Geisterjäger ein, sich der Reise anzuschließen.
Programm
10.00 Uhr – Begrüßung (Prof. Elmar Schenkel)
10.15 Uhr – Das kleine Einmaleins der Geisterkunde: Von Aufhockern, Banshees und kopflosen Reitern (Dr. Constance Timm)
11.15 Uhr – Ägyptische Geister in der Alten Zeit und im Viktorianischen Zeitalter (Dr. Maria Fleischhack)
12.15 Uhr – Totendämon, Geist, Vampir? Die vielen Leben des indischen Vetala (Dr. Ira Sarma)
Mittagspause 13 Uhr – 14.30 Uhr
14.30 Uhr – Die Klassische Walpurgisnacht – Unheilige Liebesgeschichten an gespenstischem Ort (Dr. Jochen Schade)
15.30 Uhr – Zwischen Heim-Suchung und Versuchung: Edith Nesbits Geistergeschichten aus dem England der Jahrhundertwende (Leonore Sell)
16.30 Uhr – Der Geist in der Maschine – Künstliche Intelligenz als geisterhafte Erscheinung in der Science Fiction (Dr. Stefan Lampadius)
Eintritt:
Tageskarte: 30,00 Euro
Einzelveranstaltungen (Vorträge) je: 5,00 /4,00 ermäßigt Euro
Bitte beachten: Keine Kartenzahlung möglich.
Einlass: ab 9.30 Uhr (freie Platzwahl)
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert von der Stadt Leipzig.
Widerklang - Eine Orgel über der Braunkohle

09. Oktober 2026
19 Uhr – Budde Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Filmabend mit anschließendem Gespräch der Filmemacherinnen Jill Luise Muessig und Tanja Müller-Jonak
Eingezwängt zwischen Tagebaulöchern liegt Pödelwitz im Dornröschenschlaf, denn der größte Teil der Häuser steht leer. Doch unter der stillen Oberfläche tobt ein Kulturkampf um gültige Narrative und die Zukunft des Ortes.
Die Sanierung der Kirche und die Restaurierung der Häcker-Orgel aus dem 18. Jahrhundert werden zum Leuchtturmprojekt für eine Wiederbelebung des Dorfes. Der Film begleitet die akribischen Restaurierungsmaßnahmen und beobachtet gleichzeitig das Spannungsfeld zwischen Leben und Verfall im Dorf.
Was bewegt sich? Bewegt sich etwas? Wird Veränderung sichtbar? Wird die Neugestaltung von Kirche und Orgel auch sichtbare Veränderungen im Ort nach sich ziehen? Ist Pödelwitz endlich gerettet?
Klöster zwischen Licht und Schatten: Eberbach – Helfta – Schöntal – St. Walburg

18. Juni 2026
18 Uhr – Stadtbibliothek Leipzig (Wilhelm-Leuschner-Platz, 04109 Leipzig)
Vortrag von Harald Johanns
Im Rahmen der Reihe „Heilige und unheilige Orte“ lädt diese Veranstaltung zur vertieften Auseinandersetzung mit vier prägenden Klöstern im deutschsprachigen Raum ein: Kloster Eberbach im Rheingau, Kloster Helfta bei Eisleben, die ehemalige Zisterzienserabtei Schöntal im Jagsttal und die Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt. Im Fokus stehen ihre gemeinsamen Wurzeln in der benediktinisch‑zisterziensischen Tradition sowie ihre je eigene Geschichte zwischen geistlicher Hochblüte, Krisen, Reformen und Säkularisation.
Der Vortrag nimmt die Klöster als „Laboratorien“ christlicher Spiritualität in den Blick: Zisterzienser und Zisterzienserinnen als Reformbewegung der Benediktinerregel, kontemplatives Leben und Wirtschaftsführung, aber auch Machtkonstellationen, Missstände und Brüche. Besondere Aufmerksamkeit gilt der monastischen Frauenfrömmigkeit in Helfta – mit seinen bedeutenden Mystikerinnen – und in St. Walburg als durchgängig bestehender Benediktinerinnenabtei und Wallfahrtsort. So werden weibliche Klosterwelten nicht als Randphänomen, sondern als eigener, wirkmächtiger Strang monastischer Kultur sichtbar.
Zugleich werden die Klöster in ihrer heutigen Gestalt diskutiert: als Bildungs- und Kulturorte, spirituelle Zentren, touristische Attraktionen und Erinnerungsräume. Die Spannungsfelder zwischen sakralem Anspruch und säkularem Gebrauch, zwischen „heiligem“ Ort und „unheiligen“ Erfahrungen (etwa von Machtmissbrauch, Gewalt, Kindesmissbrauch, Ökonomisierung oder Instrumentalisierung durch Politik und Tourismus) werden bewusst offengelegt und zur kritischen Reflexion gestellt.
Nebenbei wird die Frage beantwortet, welche Rolle Götz von Berlichingen oder Umberto Eccos „Der Name der Rose“ darin spielen.
Vortrag, quellennahes Arbeiten und moderierte Gespräche eröffnen neue Perspektiven auf Eberbach, Helfta, Schöntal und St. Walburg – als Orte, an denen sich das Ineinander von Heiligem und Unheiligem exemplarisch studieren lässt.
Eintritt: frei
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert von der Stadt Leipzig.
Klassiker im Schlösschen - Gustave Flaubert: Der normannische Riese

28. Mai 2026
19 Uhr – Gohliser Schlösschen | Sommersaal (Menckestraße 23, 04155 Leipzig)
Ein Gespräch über Gustave Flaubert mit Ángela Calderón und Elmar Schenkel
Madame Bovary fällt für die meisten nur unter die Rubrik Ehebruchsromane neben Anna Karenina oder Effi Briest. Dabei wird vergessen, welche literarische Meisterschaft sich hinter dem Werk verbirgt und warum Flaubert nicht ohne Grund gesagt hat: „Madame Bovary, c’est moi“. Flauberts literarischer Ruf (bis hin zu Kafka, Virginia Woolf und Julian Barnes) ist legendär. Und sein Werk gilt es weiterhin zu entdecken, seine Methoden, seinen Ehrgeiz: Lehrjahre des Gefühls, Bouvard und Pécuchet, dieser Katalog menschlichen Scheiterns, und das Wörterbuch der Gemeinplätze. Die Briefe und Reisebücher bilden einen weiteren Schatz. Im Gespräch zwischen der Romanistin Dr. Ángela Calderón und Prof. Elmar Schenkel sollen Hintergründe der Werke und des Lebens von Gustave Flaubert erkundet werden.
Angela Calderón lebt in Leipzig und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für spanische und französische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Leipzig. Neben Forschungen über die Avantgarde und Literaturtheorie bildet die französische Romantik und das 19. Jahrhundert einen besonderen Schwerpunkt. 2022 erschien ihre Monographie zur poetologischen Erschließung Gérard de Nervals.
Eintritt: 8 € | ermäßigt 6 €
Kartenreservierung über das u.a. Formular, telefonisch unter 0341 58615846 oder per Mail: event@gohliserschloesschen.de
„Klassiker im Schlösschen“ ist eine Kooperation in Zusammenarbeit des Gohliser Schlösschens mit dem Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V. Gefördert durch die Stadt Leipzig.
Wave Gotik Treffen 2026 - Zwischen Sexualmagie (magia sexualis) und Liebeszauber (magia amoris)

23. Mai 2026
18 Uhr – Budde-Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Vortrag und Gespräch mit Dr. Hans-Christian Trepte
Moderation: Dr. Constance Timm
Schwarze und weiße Sexualmagie nutzt sexuelle Energie machtbewusst und zielgerichtet für spirituell-magische Absichten unter Verwendung unterschiedlicher Mittel zur erzwungenen wie beeinflussten sexuellen Verführung, Unterwerfung und Beherrschung. Zuweilen wird eine solche Dominanz bis in den Tod hinein als eine enge Verbindung von Eros und Thanatos angesehene, beide als die größten Obsessionen und Energien der Menschheit aufgefasst.
Sexmagier wenden sich in ihren Handlungen, u. a. mit Hilfe schwarzer Messen, wüster Orgien und obszöner Liebeshandlungen bewusst gegen gesellschaftlich, religiös und ethisch-moralisch auferlegte Verbote, Verhaltensregeln, Normen und Tabus. Liebeszauber verwendet Liebesgetränke wie auch Amulette, Fetische, Zeremonien, Beschwörungen und Rituale, um die Gunst einer begehrten Person affektiv zu gewinnen. Der Liebeszauber ist ein in der Mythologie, Kunst, Literatur und Kultur beliebtes, immer wieder auftauchendes Motiv.
Sexualmagische bzw. sexualmythische Kulthandlungen vereinen zumeist sexuelle Handlungen mit magischen Fruchtbarkeitsriten, mit dem Kult von Göttern und Muttergottheiten, mit weisen Frauen, Wunderheilerinnen, Hexen und Hexern. Handlungen von Sexualmagie und Liebeszauber sollen am Beispiel ausgesuchter Narrative, Mythen, Sagen, Legenden wie auch kultischer Handlungen und Zeremonien vorgestellt werden. Zu ihnen zählen u.a. Sonnenwendfeiern, Beschwörungen und Rituale, Elementargeister, lüsterne Wassermänner und Nymphen, aber auch Drachen, Berggeistern sowie zahlreiche Fabelwesen. Erwähnung finden sollen auch gegenwärtige neopaganistische Kulthandlungen, wiederentdeckte Zeremonien, neuheidnische Zauberei und Hexerei (Wicca).
Eintritt: 5 EUR / 4 EUR ermäßigt / mit WGT-Bändchen frei
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert von der Stadt Leipzig.
Wave Gotik Treffen 2026 - Grimoires: Eine (kurze) Geschichte der Zauberbücher

23. Mai 2026
16 Uhr – Budde-Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Vortrag und Gespräch mit Leonhard Lietz
Moderation: Dr. Constance Timm
Was sind die gefährlichsten Bücher in der Welt? Wahrscheinlich jene, die den Menschen und seine Sicht auf die Welt verändern – die ihn nach höheren Dingen streben lassen oder die Aussicht auf Geheimwissen versprechen. Von der Kirche oftmals verdammt, von vielen begehrt, aber von wenigen besessen, sind magische Texte und insbesondere Zauberbücher über die Jahrhunderte selten so sehr gefürchtet und gleichzeitig so begehrt gewesen.
Grimoires existieren aus dem Verlangen heraus, magisches Wissen in physischer Form zu manifestieren. Gedanken über Magie sollen insbesondere hinsichtlich der Kontrolle mündlicher Überlieferung, welche anfällig für Fehler und Interpretation ist, fixiert werden. Im Gegensatz zu der theoretischen »okkultistischen« Literatur, sind Zauberbücher überwiegend praktische Ritualtexte oder »How to do«-Texte. Sie geben Anweisungen dafür, wie Engel, Naturgeister, astrale oder dämonische Mächte zu beschwören oder die geheimen Kräfte der Natur für sich nutzbar gemacht werden können.
Der Vortrag beleuchtet die Entstehungsgeschichte und den Inhalt einiger ausgesuchter Exemplare dieser faszinierenden Literaturgattung.
Eintritt: 5 EUR / 4 EUR ermäßigt / mit WGT-Bändchen frei
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert von der Stadt Leipzig
Wave Gotik Treffen 2026 - In die Zukunft schauen: Orakel und Wahrsagung

22. Mai 2026
17 Uhr – Haus des Buches Leipzig – Saal 3 (Gerichtsweg 28, 01403 Leipzig)
Vortrag von Prof. Elmar Schenkel
Moderation: Dr. Constance Timm
Der Mensch ist das Tier, das die Zukunft wissen will. Als die Götter der Maya bemerkten, dass die von ihnen erschaffenen Menschen zu viel und zu weit sehen konnten, beschlossen sie, diesen Wesen die Sicht zu beschneiden. Seither braucht der Mensch Spezialisten, um zu wissen, was er machen soll und was auf ihn zukommt. Prophetinnen, Wahrsager oder Astrologen helfen weiter. Man legt Knochenorakel, studiert Eingeweide, Vogelflug oder die Sterne oder befragt Priesterinnen, die in Trance geraten.
Der Vortrag gibt einen Überblick über Methoden und Ziele der Zukunftserforschung vom chinesischen I Ging, den Orakeln der griechischen Antike über Nostradamus bis hin zur Gegenwart. Was hat sie uns gebracht und wohin wird sie uns führen, diese Gier nach Zukunft? Was lehren uns die antiken Orakel und der Umgang mit ihnen?
Elmar Schenkel, Professor (em.) für Englische Literatur, leitet den Leipziger Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie. Publikationen u.a. zu Tolkien, Alchemie, Fahrrad, Mythos und Literatur, Phantastik/SF; außerdem Erzählungen und Reisebücher (Indien, Japan, Rumänien). Zuletzt erschienen: »Nietzsche global. In 80 Übermenschen um die Welt«
Eintritt: 6 EUR / 5 EUR ermäßig / mit WGT-Bändchen frei
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e.V. Gefördert von der Stadt Leipzig.
Literarische Gespräche: Big Brother is watching you! George Orwell - Prophet der Gegenwart

13. Mai 2026
19 Uhr – Budde-Haus (Lützowstr. 19, 04157 Leipzig)
Gespräch mit den Anglisten Stefan Welz und Elmar Schenkel
George Orwell hat gleich zwei Klassiker geschrieben: „1984“ und „Farm der Tiere“. Wer war dieser Schriftsteller aber eigentlich, der im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Faschisten antrat, den Stalinismus bekämpfte, zugleich aber auch die sozialen Unterwelten in England und Frankreich erkundete und Romane über das Empire schrieb? In seinen brillanten Essays geht er die Heuchelei des Westens ebenso an wie den Kolonialismus, aber er widmet sich auch den kleinen Dingen des Lebens, etwa seinem Garten oder den Büchern. Über Orwells Leben und Werk sprechen an diesem Abend die Anglisten Stefan Welz und Elmar Schenkel.
Eintritt: 5 EUR / 4 EUR ermäßigt
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert von der Stadt Leipzig.

