Tierwesen: Über eine mythisch-cineastische Beziehung

Es ist wieder soweit! In den Kinos flimmern zum zweiten Mal die „Phantastischen Tierwesen“ der britischen Autorin und „Mutter von Harry Potter“, Joanne K. Rowling, über die Leinwand und begeistern große und kleine Zauberer und Hexen, sorry, Zuschauer, natürlich. Da gibt es den süßen Niffler, eine Art bepelztes Schnabeltier mit körpereigenem Kängurubeutel, in den er alle glitzernden und glänzenden Sachen stopft (vorzugsweise Münzen, Goldbarren und Schmuck), die er in seine Pfötchen kriegen kann. Ebenfalls mit von der Partie ist der Bowtruckle Pickett, der Ähnlichkeit mit einem grünen Miniatur-Baum-Insekt aufweist. Auf Bäumen lebt seine Art denn auch, bevorzugt in solchen, die sich für die Herstellung von Zauberstäben eignen. Von Bowtrucklen weiß man, dass sie aufgrund ihrer Größe gut Schlösser knacken können. Exemplare wie Pickett entwickeln zudem eine relativ große Anhänglichkeit für ihre Beschützer und reagieren entsprechend vergnatzt, wenn man sie für scheinbar unlautere Pläne einspannen will. So geschehen im ersten Teil der „Phantastischen Tierwesen“, als Pickett an den gierigen Kobold Gnarlak gegen wichtige Informationen verkauft werden sollte. Natürlich nur zum Schein. Streit vorprogrammiert. Weitere Tiere (in Auswahl), die die meiste Zeit über im Koffer des Zauberers Newt Scamander (seines Zeichens Autor eines Buches über magische Geschöpfe) leben, hören auf Namen wie Graphorn, Occamy, Knuddelmuff und Murtlap. Einer meiner persönlichen Lieblinge ist allerdings der Böse Sturzfalter, ein Tierwesen, das Reptil und Insekt in sich vereint. Passenderweise bewirkt sein Gift das Vergessen von unschönen, leider aber auch schönen Erinnerungen. Wenn man sich denn daran erinnert. Sturzfalter ernähren sich bevorzugt von menschlichen Gehirnen. Stolpert man also zufällig über seinen recht unscheinbar wirkenden Kokon, bitte nicht berühren, denn einmal geweckt und im Flug begriffen, kann der Böse Sturzfalter eine beachtliche Größe annehmen.

Als der erste Teil der „Phantastischen Tierwesen (und wo sie zu finden sind)“ im Jahr 2016 die Nachfolge von Harry Potter antrat, dessen Ära 2011 im finalen Endkampf mit Lord Voldemort endete, konnte ich eine gewisse Skepsis gegenüber dem neuen „Stoff“ aus der Rowlingschen Romanschmiede nicht verhehlen. Meine Zweifel zerschlugen sich hingegen schnell.Denn Tiere – ob nun der Fantasie entsprungen oder nicht – bevölkern nicht nur unsere Welt(en). Sie lösen in den meisten Menschen auch eigenartige Emotionen aus. Tiere sind niedlich. Tiere sind treu. Tiere waren und sind des Menschen Helfer und Begleiter. Vor Tieren scheuen wir uns häufig, wir ängstigen uns gar – manche vor Hunden, manche vor Katzen, viele vor Ratten oder Mäusen und ganz sicher vor Löwen, Tigern oder anderen „Räubern“ mit genug Appetit auf Fleisch und mit zu vielen Zähnen im Maul. Schon die Menschen der Steinzeit gaben ihren Tiere einen Platz im kulturellen Gedächtnis. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die  Höhlenmalereien von Lascaux, die u. a. Pferde, Auerochsen und Wild abbilden. Im Alten Ägypten verehrte man heilige Tiere wie Katze, Stier oder Käfer (auch Skarabäen). Zudem gab es Opfertiere. Tiere für Nahrung und Lasten. Aber auch Tiere, die den Götter (und den Menschen) nicht sonderlich wohlgesonnen waren. Ein solches Tier ist die Schlange. Sie galt und gilt noch heute als gefährlich und geheimnisvoll, aber auch als unberechenbar und janusgesichtig. Geboren aus der Erde wird sie mit dem Beginn der Zeiten, den ersten Göttern, Menschen und Mythen in Verbindung gebracht. Ihr Gift kann Schaden hervorrufen bzw. töten. In der ägyptischen Mythologie galt der Schlangengott Aphophis als Urfeind des Sonnengottes Re. Da sie aus der Erde stammt, wurde die Schlange also nicht allein mit Leben, sondern auch mit Dunkelheit assoziiert. Die Fähigkeit sich zu häuten und damit zu „verjüngen“, brachte ihr aber auch den Ruf eines Schutztieres ein (Gesundheit, langes Leben). Noch heute ziert die Schlange den Äskulapstab der Apotheker. In der griechischen Mythologie galt Asklepios (oder Äskulap) als der Gott der Heilkunst, der seine Kompetenzen überschritt, weil er Tote wieder zum Leben erweckte. Im Alten Testament wiederum ist die Schlange die Verführerin von Eva und bringt die Ursünde in die Welt. Stilisiert als Drache steht sie im Christentum stellvertretend für den Teufel.

Der „Physiologus“ (griech. der Naturforscher), entstanden zwischen dem 2. und 4. nachchristlichen Jahrhundert, ist eine frühchristliche Naturlehre bzw. Sammlung von 48 Erzählungen, in der die Tiere – allegorisch-heilsgeschichte gedeutet – einen wesentlichen Platz einnehmen. Neben der Bibel war das Werk eines der meistverbreiteste Bücher der Spätantike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit Übersetzungen u. a. ins Lateinische, Arabische, Französische, Äthiopische, Georgische, Russische, Serbische, Angelsächsische, Altisländische und Flämische.

Hier ein kleine Kostprobe, was der „Physiologus“ über den Elefanten, dem Stärke und Weisheit nachgesagt werden, zu berichten weiß: „Die Natur des Elefanten aber ist so beschaffen: Wenn er umfällt, kann er nicht mehr austehen; er besitzt nämlich keine Gelenke in den Knien wie die übrigen Tiere. Wie aber kommt er zu Fall? Wenn er schlafen will, lehnt er sich an einen Baum und schlummert. Die Jäger nun, die um diese Eigenart des Elefanten wissen, schleichen hin und sägen den Baum etwas an. Nun kommt der Elefant, um sich anzulehnen, fällt mit dem Baum und fängt jämmerlich zu trompeten an, und ein anderer Elefant hört ihn und kommt herbei, um ihm zu helfen, doch kann er ihn nicht aufrichten. Nun rufen aber beide, und es kommen zwölf weitere Elefanten, doch selbst diese sind nicht imstande, den Gefallenen aufzurichten. Da nun trompeten sie alle; als Letzter von allen aber kommt ein kleiner Elefante, schiebt seinen Rüssel unter den Elefanten und richtet ihn wieder auf. Die Eigenart des kleinen Elefanten aber ist diese: Wenn man mit seinen Haaren oder Knochen irgendwo räuchert, findet dort weder ein böser Geist noch eine Schlange noch sonst etwas Schlimmes Eingang.“ (Phys. 43) In der Deutung des „Physiologus“ wird der genannte kleine Elefant mit Jesus Christus gleichgestellt, der den Menschen „aufgerichtet“ habe.

Ein weiterer Grund, warum den Menschen das Tier und vielleicht auch das Tier den Menschen fasziniert (in evolutionshistorischer Hinsicht ist der Mensch ja quasi sein eigenes Tier), mag auch damit zusammenhängen, dass wir Tiere dazu gebrauchen, um uns selbst abzubilden. Vermenschlichte Tiere finden wir in Fabeln, in Märchen und Sagen. Wer kennt nicht den schlauen Fuchs, die gierige Elster, den dummen Esel, den hinterhältigen Raben, das sprechende Pferd Falada oder den König der Löwen? Vertierlichte Menschen hingegen sind da schon schwieriger aufzuspüren und meist erfolgt die Verwandlung (Metamorphose) entweder als Fluch (u. a. im Märchen „Die wilden Schwäne“ oder „Jorinde und Joringel“), als Rache, Strafe (u. a. in der Geschichte der hochmütigen Weberin Arachne, die von der griechischen Göttin Athene in eine Spinne verwandelt wurde) oder als beides gleichzeitig. Ein solch bekannter Fall ist die Geschichte „Die Schöne und das Biest“. Nicht zu vergessen die Verwandlung (1912) von Franz Kafka’s Gregor Samsa in ein Ungeziefer, wobei hier die bloße Existenz menschlichenLebens selbst als Strafe umgedeutet ist.

In den „Phantastischen Tierwesen“ (Teil 1 + 2) der Kinowelten wirken die Tiere oftmals wie die zum Leben erweckten Zeichnungen von mittelalterlichen Initialen und Handschriften. Solche Darstellungen bildetn recht häufig sogenannte Chimären ab, tierische Mischwesen wie etwa den Greifen, die Sphinx oder das geflügelte Pferd Pegasos. Die ursprüngliche Chimäre (griech. chímaira > Ziege) der griechischen Mythologie bestand aus Teilen des Löwen, der Ziege und auch des Drachens. Als sie Mensch und Tier bedrohte, erhielt Bellerophon, ein Enkel des Sisyphos (des Gründers und Königs von Korinth), den Auftrag, die Chimäre zu töten. Seine Mission gelang. Die christliche Allegorie hat später den Kampf des Bellerophon als Sieg des heiligen Georg über den Drachen (das Böse, den Teufel) relgiös umgedeutet.

Im aktuellen Teil der „Phantastischen Tierwesen“ geht es nicht darum, ein mythisches oder märchenhaftes Monster zur Strecke zu bringen, sondern gegen den Zauberschurken Gellert Grindelwald (verkörpert von keinem anderen als Johnny Depp) vorzugehen. Dabei zeigt sich, Tier und Mensch müssen zusammenhalten, um dem Bösen zu trotzden. Und: Der sein Unwesen treibende Halunke hat als Zauber (in Menschengestalt) etwas derart Raub-Tier-haftes an sich, dass dem Zuschauer gewiss der eine oder andere Schauder über den Rücken läuft.

Der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie hat den  „Tieren im Mythos“ 2017 sogar sein Jahresthema gewidmet. Eine Gestaltung unseres „mythisch-literarischen Bestiariums“ steht derweil freilich noch aus. Es lohnt sich aber – deswegen und natürlich wegen unseres Blogs – hin und wieder auf der Seite vorbeizuschauen. In der Zwischenzeit finden Sie die Tiere wie gewohnt überall, an ihrer Seite, im Zoo oder in freier Wildbahn. Ganz sicher aber im Kino.

Beitrag von Dr. Constance Timm

 

Literaturhinweis:

Physiologus. Übersetzt und herausgegeben von Otto Schönberger. Reclam: Stuttgart 2005.

Vom ersten Erzählen oder: Wie erobern Mythen die Welt?

Im Sommersemester 2018 hatte ich das Glück, im Anglistikseminar von Prof. Dr. Elmar Schenkel an der Universität Leipzig einem Vortrag zu lauschen, der die anwesenden Studenten ebenso wie einen promovierten Post-Studenten wie mich nicht nur auf Spurensuche zu den Ursprüngen der Mythen, sondern des menschlichen Erzählens überhaupt führen sollte. Unter dem Titel The Origins of the World’s Mythologies stellte der Journalist, Herausgeber und vergleichende Mythologe Christoph Sorger das gleichnamige, 2012 erschienene Buch des renommierten Indologen, Linguisten und Harvard-Professors E. J. Michael Witzel vor. Eine 688 Seiten starke, bisher leider nur auf Englisch verfügbare, Lektüre, die nicht nur erkärt, was ein Mythos ist und was diesen ausmacht, sondern sich gewissermaßen der Ur-Mythologie widmet, jener Frage, die schon Goethe in seinem Faust umtrieb, wenn er eben jenen sagen lässt: „Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“. Witzels ambitionierte und ebenso viel gelobte wie skeptisch resümierte Mythentheorie erklärt das ursprüngliche Beschreiben von Welt und Umwelt, d.h. die Entwicklung von Mythologien, aus der Evolution und Verbreitung von homo sapiens sapiens von seiner Urheimat Afrika aus in mehreren Wanderungswellen über die ganze Welt. Seit jeher liegt es in der Natur des Menschen, Geschichten zu erzählen. Geschichten über höhere Wesen. Geschichten über die Elemente. Geschichten über Himmel und Erde. Geschichten über „trickster deities“ (Trickster-Götter), die die göttliche Ordnung durcheinanderbringen, in dem sie die aufgestellten Regeln brechen, so wie etwa Prometheus, der den Menschen das Feuer bringt. Und eben jene Geschichten sind es, die den Menschen bei seiner Verbreitung über die Kontinente (Witze verwendet den schönen Begriff „Out-of-Africa-movement“) hinweg begleitet und die sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen menschlicher Gemeinschaften gefestigt haben.

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„This is your universe, Frankenstein!“ – Theater mit Geschöpf und Schöpfer

Wir haben den Roman vorgestellt. Wir haben Mensch und Monster untersucht. Nun begeben wir uns anlässlich des Frankenstein-Jahres 2018 ins Londoner Royal National Theatre.

Theater mit Geschöpf und Schöpfer

Stille. Dunkelheit. Plötzlich zerreißen Blitz und Donnerschlag das angespannte Nichts.

Eine Apparatur mit einer Art Kokon, darin ein großer Fötus. Erneutes Wetterleuchten, erneuter Donner. Der Fötus bewegt sich. Ein Unwetter wütet. Der Blitz schlägt in die Apparatur des Grauens ein und bringt schließlich das Herz des übergroßen Ungeborenen zum Schlagen. Die Membran reißt. Der Vogel kämpft sich aus dem Ei, sprich, das Wesen ohne Namen sich auf die Welt. Der Zuschauer wird zum Zeugen einer Geburt. Es ist auch hier eine schmerzhafte Geburt, mit Blut, Schleim und Schrei. Da liegt es, das Neugeborene. Gleich einem Säugling schreit es, strampelt, erschrickt vor grellem Licht und lauten Geräuschen. Es windet sich, kriecht, kommt schließlich auf die Beine und läuft ungelenk umher. Frankensteins Kreatur. Der Wissenschaftler hatte in nächtelanger, geheimer Forschungsarbeit aus Leichenteilen einen neuen Körper zusammengesetzt und dann vorübergehend sein Labor verlassen. Als er nach einiger Zeit zurückkehrt und „seine“ zum Leben erwachte Kreatur vorfindet, erschrickt er bis ins Mark. Was er so lange ersehnte, nämlich tote Materie zum Leben erwecken zu können, ist ihm letztendlich gelungen. Doch welch grauenvollen Anblick bietet dieses Wesen! Voller Narben, Rotz und Schmutz, guttural lallend und stammelnd, denn noch hat ihm niemand das Sprechen gelehrt. Frankenstein flieht voller Abscheu, nicht ohne sein Werk zu verdammen: „What have I done?“

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Ein Trickster kommt selten allein

Die Leipziger Stadtbibliothek ist gut besucht am vor-halloweenlichen Montag. Anlässlich des 22. Leipziger Literarischen Herbstes macht sich die edition vulcanus daran, den mythologischen Schwerpunkt der allherbstlichen Lese- und Literaturwoche zu setzen. „Brücken bauen“ heißt das Motto 2018, welches, auch im Rahmen der Houston-Week (bezogen auf die 25-jährige Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Houston), kulturelle, literarische, gesellschaftliche, poetische, künstlerische, nachdenkliche, lakonische, zwie- und zweisprachige, historische und eben auch mythologische Verbindungen von Hier nach Dort und Dort nach Hier knüpfen soll.

Eine solche Brücke ist der Trickster, dem der neu erschienene Sammelband der edition vulcanus mit dem Titel „Schöpfer, Schelm und Schurke – Der Trickster im mythologischen Zwielicht“ gewidmet ist.

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Halloween 3.0: „Köpfe werden rollen“

Im dritten Teil unseres diesjährigen Specials im Zeichen des Schaurigen, das sich bislang mit reitenden Toten sowie Folklore, Geistern und Kürbissen beschäftigt hat, sind wir nun den Mythen um Sleepy Hollow und dem Reiter ohne Kopf auf der Spur. Den meisten ist die Geschichte wahrscheinlich durch den 1999 erschienenen Film von Tim Burton mit Johnny Depp und Christina Ricci (und natürlich ebenfalls legendär: Christopher Walker als kopflosen Reiter) bekannt. 2013 bekam der düstere, märchenhaft und gleichzeitig skurril anmutende Film, der Grusel und den einen oder anderen Lacher perfekt kombiniert, Konkurrenz durch eine gleichnamigen Serie. Dieses Sleepy Hollow (u. a. mit Tom Mison und Nicole Beharie in den Hauptrollen) verlegt die Handlung – per Zeitreise – in die Gegenwart und verbindet dabei Mysterie- und Krimihandlung in mittlerweile 4 Staffeln.

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Halloween 2.0: Von Geistern und Kürbissen

Oktober. Herbst. In Parks und Wäldern verfärben sich die Blätter der Bäume. Es ist die Zeit der Ernte. Des Drachensteigens. Der Spinnennetze. Des Schmuddelwetters. Der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit. Wir sehen und spüren, dass die Tage kürzer werden. Wir ahnen, dass das Jahr zu Ende geht und wir (vielleicht auch darüber hinaus) anfangen, Bilanz zu ziehen: „Eine trübe, kaltfeuchte Wagenspur:/ Das ist die herbstliche Natur./ Sie hat geleuchtet, geduftet, und trug/Ihre Früchte. – Nun, ausgeglichen,/Hat sie vom Kämpfen und Wachsen genug. –/ Scheint’s nicht, als wäre alles Betrug/
Gewesen, was ihr entwichen?!“ (Joachim Ringelnatz, Herbst)

Der Herbst ist auch die Zeit der Feste und Gedenktage. Erntedank (in den USA und Kanada bekannt als Thanksgiving). Oktoberfest. Reformationstag. Allerheiligen. Buß- und Bettag. Martinstag. Totensonntag. Der Herbst ist Ausgleich (mit der Natur) und Besinnung (auf uns selbst und auf unsere Umwelt). Ein besonderes Fest, das in Deutschland seit einigen Jahren vor allem kommerziell beworben wird, sich trotz vieler regionaler Parallelen bislang aber nur schleppend verwurzelt hat, ist Halloween.

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Halloween 1.0: „Die Toten reiten schnell“

Willkommen zum ersten Teil unseres Blogspecials im Zeichen des Schaurigen!

Lenore fuhr ums Morgenrot
Empor aus schweren Träumen:
„Bist untreu, Wilhelm, oder tot?
Wie lange willst du säumen?“ –
Er war mit König Friedrichs Macht
Gezogen in die Prager Schlacht,
Und hatte nicht geschrieben:
Ob er gesund geblieben.
(Str. 1)

Die erste Strophe der Ballade Lenore, verfasst vom deutschen Dichter Gottfried August Bürger (1747-1794), fackelt nicht lange und führt den Leser sofort an den springenden Punkt heran, der die gesamte Handlung ins Rollen bringt: Willhelm, Lenores Verlobter, kämpft im Siebenjährigen Krieg und keiner weiß, welches Schicksal ihn ereilt hat. Eines Nachts jedoch wird die Hauptcharakterin von einer unheilvollen Ahnung heimgesucht und stellt den Leser bereits zu anfangs vor eine vollendete Tatsache; der Verlobte ist entweder untreu geworden und im fremden Land geblieben, oder er ist im Kampf gefallen. Es ist ein böses Erwachen, welches in seiner Abruptheit die Ballade eröffnet. Ein böses Erwachen in der Tat, ein Motiv, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte um Lenores unheilvolles Schicksal zieht.

Obwohl dramatisch verrät diese erste Strophe nichts von dem Albtraum, in dem sich Lenore schließlich wiederfinden wird. Neben Bürgers Werken um den Baron von Münchhausen gehört Lenore zweifellos zu seinen berühmtesten literarischen Arbeiten. Die Geschichte um eine trauernde junge Frau, die ihr Los dazu bringt vom Glauben abzufallen, gipfelt in einem Ritt der Unheimlichkeit, einer echten Geistergeschichte. Gleichzeitig befasst sie sich mit den Fragen, welche wohl viele Menschen, die sonst Trost im Glauben finden, in schweren Zeiten umtreibt: Ist alles vorherbestimmt? Warum lässt Gott Dinge wie Krieg und Tod zu? Werden wir je den Grund und Sinn solcher Tragödien erfahren? Diese Verknüpfung von religiöser Thematik, Übernatürlichem und Schauerlichem erinnert an das Genre der gothic fiction, die sich Ende des 18. Jahrhunderts in der englischsprachigen Literatur besonderer Beliebtheit erfreute. Obwohl Gottfried August Bürger als Autor selbst zum Sturm und Drang gezählt wird, ist es durchaus denkbar, dass dieses Genre ihn beim Schreiben seiner zwischen 1773 und 1774 erschienenen Ballade beeinflusst hat. Dass er dabei die Schrecken und Grausamkeiten des Krieges als einleitendes Element benutzt ist augenscheinlich.

Den Heimzug der Truppen nach der Friedensschließung von Hubertusburg (1763) idealisiert Bürger in Strophe zwei und drei offensichtlich erheblich, doch bedenkt man die Ängste und Befürchtungen Lenores, so mögen der Heimzug und das Willkommen der Zuhausegebliebenen in ihren Augen tatsächlich wie ein freudiger, bunter Zug mit Musik und Tanz erschienen sein. Da niemand ihr Nachricht über Willhelms Verbleib zu geben vermag, verfällt Lenore in der vierten und fünften Strophe in wütende Hoffnungslosigkeit.

An diesem Punkt beginnt die Katastrophe ihren Lauf zu nehmen. Es stellt sich ein Gefühl der Verlassenheit, ja, der Leere ein, welches durch den Weiterzug des lärmenden, lebhaften Heeres nur noch verstärkt wird. Sie wirft sich zu Boden – man kann sich vorstellen wie die junge Frau schluchzent mitten auf dem Weg zusammenbricht – doch ihre Mutter ist sogleich zur Stelle um Beistand zu leisten. Was sie dann jedoch zu hören bekommt schockiert die Dame zutiefst, denn Ihre Tochter zweifelt nicht nur an Gott, sondern verwünscht auch noch sehr dramatisch alle Welt.

Es folgt ein Dialogteil, der sich über sechs Strophen erstreckt und in dem sich Mutter und Tochter einen verzweifelten religiösen Schlagabtausch liefern. Spricht Lenore von “Eitler Wahn! / Gott hat an mir nicht wohlgetan! / Was half, was half mein Beten? / Nun ist’s nicht mehr vonnöten.“ –” (Str. 6), so entgegnet ihre Mutter, dass der Glaube ihr Leid schon lindern werde, wenn sie es nur zuließe. Verleugnet die junge Frau dies, so versucht ihre Mutter sie darüber hinweg zu trösten indem sie die Möglichkeit erwähnt, welche Lenore am Anfang der Ballade selbst gekommen war; vielleicht hat Willhelm sein Versprechen gebrochen und eine Andere geheiratet, er sei also keine Träne wert und schon gar nicht einen Überwurf mit dem Herrn. Es geht noch eine Weile auf solche Art und Weise weiter bis Lenore die Ratschläge ihrer Mutter, sich mit der Aussicht auf das Himmelreich hinwegzutrösten, verschmäht und lauthals den Tod herbeisehnt.

In Strophe zwölf wütet und weint sie noch eine Weile bis es schließlich Abend wird – und man das Näherkommen eines Pferdes vernimmt. Es steigt jemand ab und betätigt den Türring. Vermutlich hätten weder Lenore noch ihre Mutter einen Unbekannten bei Nacht in ihre Haus gelassen, doch sogleich ruft der unerwartete Gast zu Lenore hinein und sie erkennt – es ist Willhelm. Und die Geistergeschichte nimmt ihren Lauf.

„Holla, Holla! Tu auf mein Kind!
Schläfst, Liebchen, oder wachst du?
Wie bist noch gegen mich gesinnt?
Und weinest oder lachst du?“ –
„Ach, Wilhelm, du? – – So spät bei Nacht? – –
Geweinet hab ich und gewacht;
Ach, großes Leid erlitten!
Wo kommst du hergeritten?“ –
(Str. 14)

Überrascht, erleichtert und ein wenig verwundert über die spätnächtliche Rückkehr des Verlobten, will Lenore ihn sofort ins Haus bitten damit er sich von seiner Reise erholen und sie ihn angemessen begrüßen kann. Er wehrt dies jedoch ab. Zu Lenore sagt er lediglich sie “satteln nur um Mitternacht” (Str. 15), er sei, schon spät am Tage, direkt aus Böhmen zu ihr geritten und will sie sogleich mit sich nehmen um sie dorthin zu bringen, wo ihnen das Braubett bereitet ist. Ihre Einwände “Den Hagedorn durchsaust der Wind,” (Str. 15), es stürmt also draußen und er soll lieber hereinkommen, übergeht er.

„Laß sausen durch den Hagedorn,
Laß sausen, Kind, laß sausen!
Der Rappe scharrt; es klirrt der Sporn.
Ich darf allhier nicht hausen.
Komm, schürze, spring und schwinge dich
Auf meinen Rappen hinter mich!
Muß heut noch hundert Meilen
Mit dir ins Brautbett eilen.“ –
(Str. 16)

Was Willhelm da vorschlägt sollte seine Braut stutzen lassen und das tut es auch; sie fragt verwundert, die Uhr hat bereits eine Stunde vor Mitternacht geschlagen und die ganze Situation verwirrt und befremdet sie. Ihre Freude über die Rückkehr ihres Liebsten scheint sie nur oberflächlich von seiner Absonderlichkeit abzulenken. Sie machen sich bereit zum Aufbruch und Lenore fragt Willhelm nach seiner Bleibe, dem Hochzeitsbett, zu der er sie heute noch bringen möchte. Seine Antwort ist kryptisch, die Kammer sei weit weg, “Still, kühl und klein! – – / Sechs Bretter und zwei Brettchen!“ –” (Str. 18), aber biete genug Platz für sie beide. Obwohl diese wirren Worte Willhelm als geradezu verrückt erscheinen lassen und Lenore immernoch zögerlich ist, folgt sie ihm dennoch. Es ist klar, das etwas ganz und gar nicht mit Willhelm stimmt und der Leser begreift, was Lenore noch nicht erfasst hat: Willhelm ist tot und als Geist zu ihr zurückgekehrt.

Lenore, Frank Kirchbach (1896)

Letztendlich besteigen beide Willhelms Pferd und reiten davon in Richtung Böhmen. Dass auch hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht fällt daran auf, wie die Umgebung geradezu vorbeizufliegen scheint. An dieser Stelle wiederholt Willhelm den berühmten Ausspruch der Ballade, welchen er schon einmal zuvor gebrauchte: die Toten reiten schnell. Eben diesen Satz verwendete Bram Stoker in seinem berühmten Werk Dracula, man kann also davon ausgehen, dass Lenore sein Werk beeinflusst und in seiner Schauerlichkeit inspiriert hat. Die Verblichenen sind nicht an die Gesetze der sterblichen Welt gebunden und so verschleppt der geisterhafte Willhelm seine Verlobte in übernatürlicher Geschwindigkeit. Er geht sogar so weit und fragt sie “Graut Liebchen auch vor Toten?” (Str. 20), was Lenore jedoch verneint.

Als Leser möchte man sie bei der Schulter packen und schütteln, geh, verschwinde, reite nicht mit diesem Mann, und es ist diese Hilflosigkeit sie nicht warnen zu können, die die Ballade noch unheimlicher macht. Auf ihrer Reise nach Böhmen begegnen die beiden verschiedenen Ansammlungen von Geistern und Schauerlichem und die Vorstellung, wie diese junge Frau halb erleichtert, halb verängstigt in dieses Grauen gerät, schickt einem einen eiskalten Schauer über den Rücken. Die erste Begegnung ist ein Leichenzug, der mit Totengesang einer Krötenschar gleich und dem Sarg auf einer Totenbahre dahinzieht. Im Vorbeiziehen spricht Willhelm sie an und läd sie ein die Beiden als Hochzeitschor und Priester zu begleiten um das Brautbett zu segnen. Und natürlich – die Bahre samt Sarg verschwindet – folgen die Geister ihm bereitwillig. Es wiederholt sich der Teil in dem Willhelm Lenore fragt, ob sie Angst vor Toten habe und auch sein berühmter Spruch kommt erneut vor. Diesmal entgegnet Lenore “Ach! Laß sie ruhn, die Toten! “ (Str. 24).

Weit grausiger ist der Schauplatz ihrer nächsten Begegnung mit dem Übernatürlichen. Es ist ein Richtplatz auf dem ein Pfahl mit einem Rad angebracht ist. Das Rädern war seit dem Mittelalter eine gängige und grausame Strafe, bei der dem Opfer die Gliedmaßen gebrochen und dann durch die Speichen des Rades geflochten wurden. Waren sie vor der Prozedur nicht im Gnadenakt erdrosselt worden, so beließ man sie lebendig in ihrer unvorstellbar schmerzhaften Lage, gab sie den Vögeln und Tieren in ihrem Todeskampf preis, der durchaus mehrere Tage andauern konnte. An diesem Ort tanzt nun, da Willhelm und Lenore vorbei kommen, ein “luftiges Gesindel” (Str. 25). Dieses wird ebenfalls von Willhelm eingeladen, diesmal um dem Paar den Hochzeitsreigen zu tanzen. Auch diese Gruppe folgt ihnen und Lenore wird, verständlicherweise, immer panischer und hysterischer.

Beim ersten Hahnenruf – es geht auf das Morgengrauen und somit Ende der Geisterstunde zu – erreicht die schauerliche Schar ein Gittertor, welches gewaltsam aufspringt und Willhelm den Ausruf entlockt, das Brautbett tue sich auf, man wäre zur rechten Zeit zur Stelle. Und wie sie da so über die Grabsteine reiten erlebt Lenore zum zweiten Mal ein böses Erwachen. Als hätten sie mit dem Überschreiten der Friedhofsgrenze auch jene zwischen Tod und Leben überschritten, zerbröckelt Willhelms menschliche Fassade und sein wahres Ich kommt zum Vorschein: er ist der Tod, ein “Gerippe, / Mit Stundenglas und Hippe” (Str. 30), sein Brautbett ist sein Grab in dem Lenore ebenfalls den Tod finden wird, so wie sie es in ihrer gotteslästerlichen Schmährede herbeigewünscht hat. Das höllische Pferd, welches sie bis zu ihrem grausigen Ende getragen hat, verschwindet und unter wildem Geschrei und Geheul stürzt Lenore hinab in das Grab, ins Reich der Toten.

Nun tanzten wohl bei Mondenglanz,
Rundum herum im Kreise,
Die Geister einen Kettentanz,
Und heulten diese Weise:
„Geduld! Geduld! Wenn’s Herz auch bricht!
Mit Gott im Himmel hadre nicht!
Des Leibes bist du ledig;
Gott sei der Seele gnädig!
(Str. 32)

Die Geister, die sie auf ihrer letzten Reise als Omen und Grauen begleitet hatten, tanzen nun freudig weiter und singen dabei ein Lied von der Lehre auf welche die Ballade abzielt: So schwer das eigene Los auch ist, man soll an Gott nicht zweifeln. Lenore bezahlte ihre Sünde der Blasphemie mit dem Leben um das sie durch eben jenen gebracht wurde, dessen Schicksal sie vom Glauben abfallen ließ. Es ist eine Geschichte um Glaube und Aberglaube, Moral und Frömmigkeit, deren schaurige Elemente das Grauen der ewigen Verdammnis verkörpern soll. Der Aberglaube, dass allein mit Worten das Unglück eingeladen wird und man deshalb gewisse Themen nicht an- oder manche Worte nicht aussprechen soll, ist ein zentrales Motiv. Dabei ist eine einzigartige Geistergeschichte entstanden, die vielleicht nicht mit den neuesten Produktionen des Horrorgenres vergleichbar, aber doch auf ihre Art unglaublich unheimlich ist. Sie spricht unsere Urängste vor Dunkelheit und Tod, aber auch vor dem Übernatürlichen an, welche seit jeher in Sagen und Volksmärchen untrennbar miteinander verbunden sind. Der Ritt Lenores und Willhelms erinnert an die volkstümlichen Geschichten um die Wilde Jagd, ein ebenso unheilvoller Geisterzug, der den Menschen Tod und Verderben bringt. So mancher mag vielleicht nach der Lektüre von Lenore des nachts einen stürmischen Wind in den Zweigen gehört und gedacht haben: Die Toten reiten schnell.

Literatur:

„Lenore“, Gottfried August Bürger, 1773-74  In: http://www.balladen.de/web/sites/balladen_gedichte/autoren.php?b05=23&b16=27

Ein Beitrag von Pia Stöger.

„Götterwelten“ … ein Streifzug durch Geschichte und Mythologie der Germanen

  Kennen Sie Heidrun? Falls die Suche nach der Antwort Sie dazu verlockt, in einem Namenslexikon zu blättern oder an den Sonntagsbesuch bei der Oma zu denken, habe ich gute und schlechte Nachrichten. Die gute: Der Name bedeutet so viel wie „geheimnisvolles Wesen“ (Heid– nach germanisch haidu > Art, Wesen; altnordisch rún > Zauber, altenglisch rūn> Geheimnis). Die schlechte: Heidrun (Heiðr) ist sowohl dem Grímnismál (einem Götterlied der Lieder-Edda) als auch dem Gylfaginning (einem Teil der Prosa-Edda) zufolge eine Ziege der nordischen Mythologie. Statt Milch fließt Met aus ihren Eutern. Dieser dient den Einherjern – den in der Schlacht gefallenen Kriegern – in Walhall als Nahrung. Dem Mythos nach steht Heidrun auf dem Dach von Walhall, wo sie vom Baum Lärad (Yggdrasil) frisst, dem Weltbaum, der aus Teilen des Ur-Riesen Ymir gewachsen ist. Ymir (das erste lebende Wesen) wurde von den Götter Odin, Vili und Vé getötet. Aus den Teilen seines Körpers schufen sie die neun Welten, welche den Kosmos der nordischen Mythologie bilden.

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Stonehenge – Eine mythische Reise in die Steinzeit

  Stonehenge. Geheimnisvoll. Mythisch. Sagenumwoben. Um   kaum einen anderen Ort ranken sich mehr Mysterien, als um die jungsteinzeitliche Kultstätte im Süden Englands. Der Steinkreis zieht nach wie vor Besucher aus der ganzen Welt an und gehört zu den touristischen Hauptattraktionen Großbritanniens.

Als ich mit Freunden im April dieses Jahres nach Bristol reiste, gehörte deshalb ein Besuch dieses Weltkulturerbes ganz selbstverständlich zu unserem Programm. Ich hatte Stonehenge bereits 1991 besucht und war damals recht desillusioniert über dessen in meinen Augen arg kommerzialisierte und inadäquate Darbietung; die nahegelegene, stark frequentierte Fernstraße tat ein Übriges dazu, die Aura dieses geschichtsträchtigen Ortes erheblich zu schmälern. Rotweißes Absperrband flatterte rund um die Anlage im Wind und bei jeder fotografischen Aufnahme musste man aufpassen, dass einem nicht versehentlich ein anderer Besucher durchs Bild lief. Umso erfreuter war ich, bei meinem jüngsten Besuch eine völlig neue, der Bedeutung dieses Kulturplatzes weitaus angemessenere Präsentation vorzufinden.

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Frankenstein im Pfingstgeflüster

Mit unserem Beitrag zum Wave Gotik Treffen 2018 wollten wir die Thematik des Frankenstein und seiner Schöpfung einem breiten Publikum auf unterhaltsame Art und Weise näher bringen, was uns auch gelungen ist. Ein volles Haus und interessierte Zuhörer haben uns bestätigt, wie aktuell dieser Roman und seine Grundidee ist.

Umso mehr freute es uns, als mich Marcus Rietzsch, der Herausgeber des Pfingstgeflüster, auf Facebook kontaktierte und anfragte, ob wir nicht Lust hätten einen Vortragsbeitrag beizusteuern. Das Pfingstgeflüster, ein Bild-Text-Band, der jährlich im Zuge des Wave Gotik Treffens in der Edition Subkultur erscheint, hat es sich zur Aufgabe gemacht Impressionen des einzigartigen Musik- und Kulturfestivals festzuhalten und diese in hochwertigem Design zu verewigen. Es bietet Einblicke in Lesungen, musikalische Highlights, Kunstausstellungen und natürlich dem Herz des Leipziger Festivals – die Besucher. Für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten, die ein literarisches, zusammenfassendes Erinnerungsstück mitnehmen oder sich Einblicke in Veranstaltungen holen wollen, zu denen sie es leider nicht geschafft haben.

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„Anderswelten“ … ein Streifzug durch die Mythologie der Kelten

  Die Welt. Eine Welt. Unsere Welt. Was bedeutet dieses Wort „Welt“? Ist es der Kosmos (das Weltall)? Oder der Planet, auf dem wir leben? Und wenn wir von „dieser Welt“ sprechen, meinen wir damit gemeinhin einen Zeitabschnitt, der zum einen unsere eigene Lebenspanne umfasst, zum anderen die unmittelbare Gegenwart im Blick hat? Eine bekannte Zeitung trägt den Namen „Die Welt“.  Religionen und Mythen kennen die Welt Gottes bzw. die Welt der Götter. So galt etwa für die antiken Griechen die Welt als das Prinzip der Ordnung und der Harmonie. Alles außerhalb davon war Chaos. Moderne Wissenschaftler wiederum untersuchen die Welt der Natur und die Welt des Kosmos. Es gibt die Körperwelt. Seelenwelt. Technikwelt. Scheinwelt. Traumwelt. Die Dritte Welt. Die globalisierte Welt. Literatur kann eine historische, phantastische oder fiktive Welt beschreiben. Der englische Autor Terry Pratchett etwa gilt als der Erfinder der Scheibenwelt. Aber auch das Ich und sein Umfeld wie Familie, Freundeskreis, Partner, Arbeit, eine Gruppe, ein Kulturkreis, eine Gesellschaft können eine Welt bilden. Welt wirkt also im Kleinen wie im Großen. Sie beansprucht Totalität. In der Welt subsumieren sich andere Welten (der Plural von „Welt“ ist erst seit dem 16. Jahrhundert im Sprachgebrauch üblich), die parallel, gleichzeitig oder miteinander verbunden existieren, die sich durchdringen und aufheben, die neu geboren werden oder zugrunde gehen.

Eine für uns geografisch naheliegende und doch gefühlt ferne Welt hat die Keltologin Prof. Dr. Sabine Asmus den Interessierten im Haus des Buches Leipzig vorgestellt. „Keltische Anderswelten und das Leben nach dem Tod“ lautet der Vortrag, zu dem der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie im September 2018 unter dem Jahresthema „Welt der Mythen – Mythen der Welt“ eingeladen hat.

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Rabe und die ersten Menschen

Während Raben in Europa fast ausschließlich als Erkennungstiere von Göttern erscheinen, ist der Rabe in den Kulturen der Nordwestküsten-Indianer selbst eine Gottheit. Er ist sowohl Demiurg als auch Trickster, sowohl Held als auch Schurke, und dies häufig zur gleichen Zeit. In nahezu jeder Schöpfungsmythe der Region ist der Rabe entweder der tatsächliche Schöpfer der Welt oder spielt bei der Schöpfung eine große Rolle. In vielen Mythen erscheint der Rabe in mehreren Gestalten. Dies ist möglich durch die Personifizierung der Tiercharaktere in der Kultur. In der Mythologie der Nordwestküsten-Indianer können Tiere problemlos menschliche Gestalt annehmen und auch ein Leben wie Menschen führen – wobei der Rabe der größte Verwandler von ihnen ist, der in der Lage ist, sich in alles zu verwandeln, um zu bekommen, was er will.

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9 Monate Irland – Eine Exkursion in Folklore

  Der Begriff Folklore umfasst die populären Glaubensvorstellungen einer Kultur oder Minderheit, und ist somit ein vielschichtiges und breitgefächertes Phänomen der kulturellen Erinnerung und Identität. Es sind Glaubens- und Vorstellungsmuster, welche zwar in Verbindung mit der vorherrschenden Religion entstehen, jedoch weitestgehend außerhalb der etablierten religiösen Institution existieren. Von Traditionen und Bräuchen, über Volksmärchen, Sagen und Aberglaube, umfasst die Folklore einer Kultur alle Aspekte, die meist bereits seit langer Zeit von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurden. Diese können in ihren Feinheiten je nach Land, Landstrich oder sogar Region unterscheiden und bieten für alle Außenstehenden, die diese kennenlernen und verstehen wollen, eine Herausforderung, die aufzunehmen sich lohnt. Will man die Kultur eines anderen Landes kennenlernen, ist die Folklore unumgänglich.

Als ich die Kurse für mein Auslandsstudium am University College Cork in Irland auswählte, stieß ich auf etwas, das ich so noch an keiner deutschen Uni in diesem Umfang gesehen hatte: Ein ganzes Institut, welches sich nur mit irischer Folklore beschäftigt. Wie die meisten Studenten, die ein Auslandsjahr planen, wollte ich vor allem Kurse belegen, die mich interessierten und etwas völlig Neues boten – und wann würde ich schon wieder die Gelegenheit haben, akademische Kurse in irischer Folklore zu belegen?

Allein die Tatsache, dass das University College Cork der irischen Folklore einen gesamten Studiengang widmet, zeigt wie verwurzelt diese im Bewusstsein der Iren ist. Dies ist, wie ich dann während meines Auslandsstudiums lernte, der einzigartigen Missionsgeschichte Irlands geschuldet. Um dieses komplexe aber nötige Thema zu umreißen, ist es wichtig zu wissen, dass das Christentum Irland ungefähr in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts erreichte und dort eine einzigartige Form des christlichen Glaubens herausbildete. Was als Celtic Church bekannt ist, beschreibt die Verschmelzung bestehender keltischer Bräuche und Traditionen mit den Glaubensvorstellungen des Christentums. So wurden keltische Götterwesen mitunter zu Heiligen umgedeutet, wie es zum Beispiel im Falle der Heiligen Brigid geschah, und heilige Orte des Keltentums zu Plätzen für den christlichen Gottesdienst umfunktioniert. In diesem Umfeld war es möglich, dass keltische Kultur in einem breiten Spektrum erhalten blieb und auch heute noch Irlands Kultur maßgeblich prägt. Dies ist in Europa ein einzigartiges Phänomen.

Ein großer Teil irischer Volkssagen und -geschichten dreht sich um Tír na nÓg – die Anderswelt, welche übernatürliche Wesen und die Geister der Verstorbenen beheimatet. Besonders berühmt sind die fairies, das Feenvolk, das in einer Art Paralleluniversum der Menschenwelt haust. Bevorzugt sind sie in einzeln stehenden, großen Bäumen zuhause, welche zu fällen man sich hüten sollte. Werden sie gekränkt, sind diese Wesen dafür bekannt, dass sie Krankheiten auslösen, Menschen in die Anderswelt entführen, die Milch verderben und die Butter stehlen. Im früheren Irland, in dem Viehwirtschaft, Milch- und besonders Butterproduktion als gesichertes, gutbezahltes Einkommen galt, wäre Vergeltung auf diese Art in der Tat eine Katastrophe gewesen. Eine christliche Ursprungstheorie bezeichnet das Feenvolk als die gefallenen Engel, welche zusammen mit Luzifer aus dem Paradies verbannt wurden. Um dorthin zurück zu gelangen, müssen sie jedoch sterblich, beziehungsweise menschlich werden, denn nur so wird ihnen das Versprechen auf Erlösung zuteil. Entführungen durch das Feenvolk seien also oft durch den Wunsch motiviert, sich menschliches Blut anzueignen.

In vielen Fällen stehlen sie menschliche Kinder, da diese als besonders unschuldig und frei von Sünde gelten, in der Hoffnung, durch sie ihre Menschlichkeit wiederzuerlangen. An ihrer statt lassen sie eines ihrer eigenen Kinder, sogenannte Wechselbälger, zurück, die sich in den Geschichten durch ungewöhnliches oder übernatürliches Verhalten verraten. Meist bemerken die menschlichen Mütter sehr schnell, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Nach einer Weile Rangelei mit dem untergeschobenen Kindersatz, kehren schließlich die verantwortlichen fairy Eltern zurück um ihr aufgeflogenes Wechselbalg vor den tobenden Menschenfrauen zu retten und im Tausch für dessen Wohlergehen, das Menschenkind zurückzugeben.

Diese Geschichten zeigen jedoch nur eine der Theorien und Interpretationen, nicht alle stellen die fairies als schlichtweg böse und den Menschen feindlich gesinnt dar. Oft gelten sie als schalkhaft, Spieler von Streichen und das beliebte Spiel Hurling, das sich auch bei den menschlichen Bewohnern Irlands großer Beliebtheit erfreut, ist das Spiel der fairies. Zieht ein starker Windstoß an einem vorbei, so heißt es, sei gerade eine Feengesellschaft im wilden Ritt an einem vorbei gezogen. Und noch heute heißt es bei den älteren Leuten, wenn jemand in Gedanken versunken ist oder vor sich hinträumt, he’s off and away with the fairies – er ist auf und davon bei den Feen.

In vielen Geschichten lebt das Feenvolk in ihrer Parallelwelt in einer Gesellschaft, welche unserer sehr ähnelt und kommen nur an den Tagen des Jahres mit der Menschenwelt in Berührung, an denen die Grenzen zwischen den Welten sich weitgehend auflösen. Dies tritt an den besonderen Festtagen des keltischen Kalenders auf; Feste, die den Wechsel der Jahreszeiten und deren Höhepunkte markieren.

Da in dieser Zeitrechnung der Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt, startet das keltische Jahr ebenfalls mit dem Fest der beginnenden Dunkelheit Samhain, dem Ursprung des heute so beliebten Halloween am 31. November. Besonders an Samhain gelangen die nicht immer freundlich gesinnten Wesen der Anderswelt, die angeblich auch die Seelen der Toten beheimatet, in die Welt der Menschen. Deshalb verkleiden sich die Lebenden um von den Toten nicht als solche erkannt zu werden .

Der Beginn des lichten Jahres wird gebührend an Imbolc, oder auch das Fest der Heiligen Brigid genannt, am 1. und 2. Februar gefeiert. Um sich Fruchtbarkeit und Wohlstand zu sichern, werden Brigid’s crosses geflochten, Kreuzen und Triskelen nachempfundene Gebilde aus Schilf, die im Haus aufgehängt werden. Auch eine kleine Strohpuppe, der Heiligen als Kind nachempfunden, wird als Sinnbild derer gebastelt und von Haus zu Haus getragen, da sie an diesem Tag die Häuser der Menschen mit ihrem Segen besucht.

Darauf folgt Beltaine, der 1. Mai, an dem im keltischen Jahr der Sommer beginnt. Dieser Tag ist vor allem den Rindern gewidmet, die in vergangenen Zeiten großen Reichtum bedeuteten. Man zündet große Feuer an und springt über die Flammen und Kohlen, deren Rauch angeblich segnet und vor Unheil bewahrt.

Im August findet schließlich Lughnasadh statt, an dem die Menschen der Erde für die reiche Ernte danken, die sie einbringen werden bevor erneut die dunkle Jahreszeit beginnt. Der Name leitet sich von dem keltischen Gott Lugh ab, der mit vielen verschiedenen Bereichen des menschlichen Lebens in Verbindung gebracht wurde; um einige zu nennen, gilt er als Gott der Handwerke, des Hafers und der Sonne.

In den Kursen am University College Cork erzählten die Dozenten begeistert Geschichten aus ihrer eigenen Kindheit, in der sie mit der Brigid-Puppe von Haus zu Haus zogen, oder den Besuch einer heiligen Quelle, welche die ein oder andere Großmutter aufsuchte um ihr Augenleiden zu lindern. Für viele, vor allem die älteren Generationen, sind der Feenglaube, die alten Feste, das Aufsuchen heiliger Quellen und Bäume noch sehr lebendig, und finden auch im alltäglichen Leben Anwendung. In einer der Vorlesungen wurde sogar ein Mann vorgestellt, der von Leuten als eine Art Medium zur Anderswelt gebucht werden konnte; wollte man ein Haus auf dem Land bauen, würde er beurteilen ob es ein sicherer Ort wäre oder ob an dieser Stelle eine viel frequentierte Reiseroute der fairies läge. Im zweiten Fall, würde er einem dazu raten, das Haus doch woanders zu bauen um Streit mit dem Feenvolk zu vermeiden. Und obwohl die internationalen Studenten skeptische und spöttische Blicke tauschten – er war auf seinem Gebiet tatsächlich sehr gefragt.

Die alten Traditionen werden von den jüngeren Iren und Irinnen nur teilweise aktiv gepflegt, meist bleibt es bei Halloween Partys und dem knüpfen von Brigid’s crosses. Schulen und Universitäten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Folklore der irischen Kultur bewusst zu erhalten und diese den nachfolgenden Generationen näher zu bringen. In diesem Zuge erlebt auch die gälische Sprache ein Come-back in den Klassen- und Seminarräumen Irlands. Da der Nachhall der Celtic Church im heutigen Katholizismus der Iren noch sehr präsent ist, sind viele Aspekte des keltischen Erbes auf solche Art im täglichen Leben verankert, dass sie gar nicht als solche wahrgenommen, sondern als die gängige, religiöse Praxis gesehen werden. Die irische Folklore existiert somit im Zentrum der Gesellschaft und wird es, obwohl für den ein oder anderen ungesehen, noch lange sein.

 

Beitrag von Pia Stöger.

 

Der wahnsinnige Wissenschaftler und das Scheusal: Zweihundert Jahre „Frankenstein“

   Zwei Gestalten der populären Imagination werden dieses Jahr zweihundert: Frankenstein und sein Monster. Jeder kennt sie, weil jeder mindestens einen Film über sie gesehen hat, und Boris Karloff als Monster in der Verfilmung von 1931 ist geradezu eine Ikone geworden. Immer wieder variieren Drehbuchautor und Regisseure die Geschichte vom besessenen Wissenschaftler, der aus Leichenteilen einen Menschen zusammenbaut, ihn belebt – meist per Galvanismus – und dann vor seiner monströs geratenen Schöpfung Reißaus nimmt und damit eine Kette katastrophaler Ereignisse in Gang setzt. All diese Versionen gehen letztlich auf einen Roman zurück, der 1818 – zunächst anonym – in London erschien: „Frankenstein, oder Der moderne Prometheus“ von Mary Wollstonecraft Shelley. Seine Vielschichtigkeit erreichen sie allerdings selten oder vielleicht nie. Denn um puren Horror geht es darin nicht, auch wenn die Grundidee tatsächlich eine Gruselgeschichte war: Mitte Juni 1816 saßen die englischen Dichter Lord Byron und Percy Bysshe Shelley, Shelleys damals 18jährige Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Mary und Byrons Leibarzt und Reisebegleiter John William Polidori in einer Villa am Genfer See, während es tagelang in Strömen regnete. Die Protagonisten der literarischen Romantik unterhielten sich über neueste naturwissenschaftliche Experimente, über die Möglichkeit, künstliches Leben zu schaffen, lasen einander Gespenstergeschichten vor, die aus dem Deutschen ins Französische übersetzt worden waren und beschlossen dann, selber welche zu erfinden. Bloß Mary wollte lange keine einfallen. Aber dann hatte sie einen Alptraum und ihre Geschichte – und in den folgenden beiden Jahren machte sie ihren ersten Roman daraus.

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Willkommen beim Mytho-BLOG

 

  Mythos [altgriechisch: μῦθος, „Rede“, „Wort“, „Erzählung“, auch „Fabel“, Plural: Mythen; von mytheĩsthai: „reden, lautmalen, erzählen“] ist überlieferte Dichtung oder sagenhafte Erzählung aus der Vorzeit eines Volkes oder einer Volksgruppe, die u. a. von Göttern, Halbgöttern, Naturgeistern, Dämonen, der Entstehung- und dem Untergang der Welt, der Erschaffung des Menschen etc. handelt. Mythen können als „symbolischer Ausdruck von Urerlebnissen […] angesehen werden“ (Häcker/Stapf, 2009, 667). Aber auch Ereignisse, Personen und Dinge können – glorifiziert, mit fiktiver Geschichte oder symbolischer Bedeutung ausgestattet – zur Legende, zum Kultbild, Leitbild oder zur Ikone und damit zum Mythos werden.

Mythen bilden den archaischen Kern davon, was unserer Vorstellung nach die Welt im Inneren und Äußeren zusammenhält, und sind, auch weil sie einen eigenen Anspruch auf beziehungsweise eine eigene Vorstellung von Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, tief im kulturellen Gedächtnis verwurzelt.

Die Zusammenstellung aller Mythen eines Volkes oder einer Volksgruppe (wie bspw. der Griechen, Germanen, Kelten etc.) wird als Mythologie bezeichnet.

Was der Mythos im Konkreten ist, was ihn ausmacht, was ihn abgrenzt, was ihn verklärt, was Mythen also im Grunde zu Mythen macht und welche Problematiken sich hierdurch ergeben, darüber gibt es seit dem  19. Jahrhundert vor allem in den Wissenschaften ganz unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen.

Der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie möchte einem breiten, generationenübergreifenden Publikum Einblicke in die Mythen und Mythentheorien der Welt vermitteln. Dazu führt der seit 1995 bestehende Verein, der deutschlandweit einzigartig ist, im Jahr zahlreiche Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen durch, deren Erkenntnisse vielfach Eingang in die Schriftenreihe des vereinseigenen Verlags mit dem klingenden Namen „edition vulcanus“ finden. Aber auch aktuelle und vergangene mythische, literarische und kulturelle Lektüre, Exkursionen, ureigene Gedanken zum Mythos, zur Rezeption von Mythen oder deren Verarbeitung in Film, Kunst und Theater zählen zu den Aufgaben des Arbeitskreises und werden ab sofort in regelmäßigen Abständen in unseren Beiträgen vorstellt.

Es lohnt sich also, jeden Freitag auf unseren Seiten vorzubeizuschauen, denn die Arbeit am Mythos hört niemals auf.

Willkommen auf unserem Mytho-BLOG.

Beitrag von Dr. Constance Timm

Literatur:

Hartmut Häcker, Kurt-Hermann Stapf: Dorsch Psychologisches Wörterbuch, 15. Aufl. Bern 2009.