Böller, Papst und Neues Jahr

Liebe Leserinnen und Leser des MYTHO-Blogs,

es ist wieder soweit. The same procedure as every year. Silvester. Der letzte Tag des Jahres. Manch einen mag Wehmut über das Vergangene befallen. Manch einer ist froh, den „gesammelten Altkram“ hinter sich zu lassen. Silvester ist die Zeit des Abschlusses. Der Vorsätze. Der Pläne. Des greifbaren Neuanfangs.

Wie Sie an diesem Abend und in dieser Rauhnacht auch feiern mögen, ob im Familienkreis oder mit Freunden, ob mit lauter Partymusik oder eher klassisch, ob sie dem Feuerwerk frönen oder dem Lärm eher fernbleiben, das Team vom Mytho-Blog bedankt sich herzlich für Ihr Interesse an unserer Seite und unseren Artikeln. Natürlich werden wir uns auch weiterhin bemühen, Sie freitags regelmäßig mit mythischen, volkskundlichen, literarischen, philosophischen, historischen und wissenschaftlichen Besonderheiten zu versorgen.

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Es weihnachtet schwer 6.0: Rauchige Nächte und Wilde Jäger

Die Tannenbäume sind geschmückt. Die Lieder sind gesungen. Die Geschenke sind verteilt und der Weihnachtsmann hat seine Aufgabe vollbracht. Wir befinden uns in der Zeit zwischen den Jahren, die einerseits noch zum alljährlichen Dezemberfestkanon zählt, andererseits aber gefühlt losgelöst zwischen dem zu Ende gehenden Alten und dem in den Startlöchern rumorenden Neuen steht. Grund genug, diese Tage und vor allem ihre Nächte im letzten Teil des diesjährigen Weihnachtsspecials ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dunkelheit, Finsternis, Schwarz, Nacht. Seit jeher ist die Zeit nach dem Sonnenuntergang Stoff für Geschichten, Phantasie, Furcht, Träume, Kreativität, Gedanken, Geheimnisse und Mythen gewesen. Alles, was der Tag verbirgt, wird in der Nacht aufgedeckt. Es sind die Stunden, in denen Geister oder Wesen der Anderswelten umgehen. Das Christentum assoziierte die Nacht lange mit dem Tod und dem Bösen. Die Zeit der Dämonen. Die Zeit des Teufels. Vor allem die Stunde zwischen Mitternacht und ein Uhr morgens, der Übergang zwischen den Tagen, war es, die man als besonders furchtbringend, unheilvoll oder auch schicksalhaft betrachtete. Der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) hat es in seinem „Nachtwandler-Lied“ aus der Schrift Also sprach Zarathustra treffend zusammengefasst: „Oh Mensch! Gieb Acht!/ Was spricht die tiefe Mitternacht?/ ‚Ich schlief, ich schlief -, Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -/ Die Welt ist tief, / Und tiefer als der Tag gedacht.“

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Es weihnachtet schwer 5.0: „Ich will Weihnachten in meinem Herzen ehren“

Frohe Weihnachten! Mit welchem Recht bist du froh? Aus welchem Grund bist du froh? Du bist doch ganz arm!“
Na komm”, versetzte der Neffe freudig. „Mit welchem Recht bist du trübsinnig? Aus welchem Grund bist du mürrisch? Du bist doch ganz reich!” (14)

Wir schreiben das viktorianische London. Arm und Reich leben durch einen tiefen Abgrund getrennt und doch dicht gedrängt in der, von den schwarzen Rauchwolken der Industrie überspannten Metropole. Allen täglichen Kämpfen und Sorgen zum Trotz liegt so etwas wie freudige Erwartung in der Luft. Denn es ist der 24. Dezember, der Tag vor dem Weihnachtsmorgen. Als Ebenezer Scrooge – alt, bitter und steinreich – die Zeit damit verbringt, seine ablehnende Haltung zum Weihnachtsfest kund zu tun und anderen die Freude gründlich zu verderben, hat er noch keine Ahnung, dass die vor ihm liegende Weihnachtsnacht alles verändern wird.

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Es weihnachtet schwer 4.0: Das Neunerlei – Ein Weihnachtsbrauch

Ich bin im Vogtland geboren und aufgewachsen. Wer jetzt nicht weiß, wo das liegt (denn die meisten tun es nicht), es handelt sich dabei um die Region im Südwesten von Sachsen, die aber auch Gebiete von Bayern, Thüringen und Böhmen umfasst. Der Historiker Enno Bünz beschreibt sie folgendermaßen: „Unter den Kulturlandschaften Sachsens, … ist das Vogtland die kleinste, die freilich über ein ausgeprägtes, historisch gewachsenes Regionalbewusstsein verfügt.“ Das ist eine diplomatische Art auszudrücken, dass so manche aus dieser Gegend sofort jeden berichtigen, der sie als „Sachsen“ bezeichnet; sie seien keine Sachsen, sondern Vogtländer. Und die sind im allgemeinen als „kleines, zänkisches Bergvolk“ verschrien.

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Es weihnachtet schwer 3.0: Der Weihnachtsmann – Ein traditionsreicher und moderner Mythos

„Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben.“

So viele Bräuche und Traditionen ranken sich um die Adventszeit und das Weihnachtsfest. Am 6. Dezember bringt der Nikolaus für gute Kinder mit blankgeputzen Schuhen kleine Gaben, und mancherorts hat er seinen grausigen Gegenpart Krampus im Schlepptau, um unartige Kinder das Fürchten zu lehren. Der Nikolaustag ist, in gewissem Sinne, die Vorhut für das eigentliche Weihnachtsfest.

Ein Symbol der Weihnachtszeit

Bei manchen kommt er durch den Schornstein und packt die Geschenke unter den Weihnachtsbaum, bei anderen füllt er diese in Strümpfe, die am Kamin hängen. Und wieder in anderen Fällen kommt er am Heiligen Abend zu Besuch und bringt sie vor den Augen aller vorbei. Von Land zu Land, von Region zu Region, manchmal sogar von Familie zu Familie, variieren die Bräuche des weihnachtlichen Schenkens, doch meist gibt es nur einen, der dafür verantwortlich ist. Die Rede ist vom Weihnachtsmann, in unserer heutigen Zeit DER Weihnachtsfigur schlechthin. 

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Es weihnachtet schwer 2.0: Vom Nikolaus und seinen schaurigen Begleitern

Liebe Leserinnen und Leser des Mytho-Blogs,

haben Sie Schuhe geputzt oder Teller aufgestellt? Am 6. Dezember geht der Nikolaus wieder um, dieses Jahr sogar an einem Donnerstag. (Achtung, Achtung: Besondere Vorsicht ist an diesen Dezemberwochentagen geboten!) Man sagt ihm nach, dass er sauberes Fußwerk besonders schätzt. Außerdem ist er auf seinen adventlichen Streifzügen nicht allein unterwegs. Wer ihn begleitet und warum, diesen Fragen wollen wir im zweiten Teil unseres Weihnachtsspecials nachgehen.

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Es weihnachtet schwer 1.0: Advent, Advent…

Liebe Leserinnen und Leser des MYTHO-Blogs,

wieder einmal ist es soweit: Das Jahr geht zu Ende. Der Winter hält (dem Klimawandel zum Trotz) allmählich Einzug. Die Tannenbäume werden geschlagen und die aus dem post-modernen Brauchtum nicht mehr wegzudenkenden Weihnachtsmärkte mit Glühwein, Gedrängel, Fressbuden, Kräppelchen, Riesenrad und den hier und da doch noch auffindbaren Kunsthandwerksbuden öffnen den Weihnachtshungrigen die Pforten.

Advent, Advent … Da es uns leider nur symbolisch möglich ist, für alle unsere Mitglieder, Freunde, Interessierten, Mythenliebhaber, Kultursüchtigen, Abonnenten, Leseratten und Neugierigen ein Lichtlein auf dem Adventskranz anzuzünden, soll unser Weihnachtsspecial alle über den Feiertagsstress bis ins neue Jahr begleiten. Von bösen Nikoläusen wird zu lesen sein. Von fleißigen Weihnachtsmännern. Festtagsbräuchen. Weihnachtsgeistern. Wilden Jägern. Und verstorbenen Päpsten. Natürlich wie immer gespickt mit allerlei Mythischem, Kulturhistorischem und natürlich mit Literatur!

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