Mythisch Wandern: Das Felsentor im Uttewalder Grund

Am Anfang ist … ein Buch. Dass Lesen nicht nur bildet, sondern durchaus Anregungen für mythische Wanderausflüge bietet, davon konnte ich mich dieser Tage bei einer wahrhaft sagenumwobenen Vor-Ort-Begehung überzeugen. Im druckfrisch zur Leipziger Buchmesse erschienenen Reisebericht der Journalistin Julia Schmitz („Sagenhaft. Meine Reise zu Deutschlands Mythen und Geschichten“) las ich folgende Stelle: „Als ich an einer kleinen Höhle vorbeikomme, raschelt es plötzlich laut. Sitzt da ein Tier oder ist jemand in seiner Boofe aufgewacht? […] Zwar begegne ich auf meiner Runde immer wieder anderen Wanderern, doch werde ich das Gefühl nicht los, dass mich etwas beobachtet. Das Gefühl verstärkt sich, als ich um eine Ecke biege und vor dem Felsentor stehe. Tatsächlich kann man sich hier sehr gut vorstellen, dass der Teufel mit ein paar Steinen um sich geworfen hat: Über der ungefähr einen Meter breiten Spalte zweier Felsen klemmen mehrere quadratische Blöcke. Wer auf die andere Seite gelangen möchte, muss sich ducken, um sich den Kopf nicht zu stoßen.“ (Sagenhaft, S. 78)

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Umkämpft und ersehnt: das Heilige Land in Reiseberichten

Mit den Übersetzungen von Tausendundeiner Nacht im 18. Jahrhundert gewann das sogenannte Morgenland eine magische Aura, die der aufkommenden Romantik sehr entgegenkam. Aber der Reiz des Orients geht viel weiter zurück, wie die vielen Reiseberichte zeigen, die Bernd Brunner in seinem Jahrhunderte umfassenden Buch Unterwegs ins Morgenland zeigt. Brunner ist bislang hervorgetreten durch reichhaltige und gewitzte Kulturgeschichten zu Mond, Weihnachtsbaum, Bären, Obstgarten, dem Norden oder des Liegens.

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Sherlock Holmes und die Elfen

Es ist nicht einer der geringsten Vorzüge der Geschichten um Sherlock Holmes, dass sie sich oft zu aphoristischen Perlen verdichten, die man gerne weiterverwendet. „Ich bin ein Gehirn, Watson. Der Rest von mir ist bloßes Anhängsel“, lässt der Detektiv einmal verlauten. Als Gehirn ist er wie sein Vorgänger, E.A. Poes Dupin, ein Vertreter des schärfsten Rationalismus. Jede Form des Aberglaubens, jedes übernatürliche Phänomen wird als nur scheinbar entlarvt. Der Hund von Baskerville ist kein dämonisches Ungeheuer, sondern ein Hund. Als Conan Doyle, ein in Südengland praktizierender Arzt, die Denkmaschine Holmes in die Welt setzte, ahnte er nicht, welche Erfolge sie ihm einbringen würde; allerdings auch nicht die Belastungen. Nach vielen scharfsinnigen Geschichten wurde er des Detektivs überdrüssig und ließ ihn in einem denkwürdigen Duell mit seinem Todfeind, Prof. Moriarty, an den Reichenbach-Fällen in der Schweiz verschwinden. Jahre zuvor hatte Doyle hier noch das nordische Skifahren eingeführt. Doch das Publikum wollte sich nicht an den Tod von Sherlock Holmes gewöhnen und rief nach mehr.

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Der letzte Babylonier: Isaac Newton

Er war einer der großen Götter der Aufklärung. Voltaire sah in ihm den Beginn der Moderne; ein Genie wie Isaac Newton werde nur einmal alle tausend Jahre geboren: „Vor Kepler waren alle Menschen blind. Kepler hatte ein Auge, Newton zwei.“ Und der Dichter Alexander Pope machte diesen Vers, der den Wissenschaftler in die Nähe Gottes rückte.:

„In tiefer Nacht, Natur, Gesetz zu sehen nicht.

Gott sprach, lass Newton sein! Und es ward Licht.“

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