Vor über 50 Jahren wollte sich ein Vulkan in Indonesien kurzzeitig in Erinnerung bringen. Der Tambora auf Sumbawa rumpelte wieder. Es war aber nur ein Schluckauf im Vergleich zu dem, was 200 Jahre zuvor geschehen war. Denn dieser Vulkan hatte einen Einfluss auf die Weltgeschichte wie keiner sonst. Sein Ausbruch im April 1815 sollte die größte Eruption innerhalb der bekannten historischen Zeit werden. Etwas Ähnliches hatten die Erdbewohner zuletzt ca. 30 000 Jahre zuvor erlebt, als der neuseeländische Taupo explodierte. Viele Dörfer wurden 1815 vernichtet, es gab Zehntausende von Toten in der näheren Umgebung und auf Nachbarinseln, sowohl durch den Ascheregen als auch durch folgende Hungersnöte und Epidemien. Noch in 2-3000 km Entfernung war das Knallen zu hören, man hielt es zunächst für Kanonenschüsse. Der britische Gouverneur Sir Thomas Raffles veranlasste das Aufzeichnen von Messdaten. Nach der heutigen Skala handelte es sich um einen Ausbruch der Stärke 7 (von 8). Im Vergleich dazu hatte der Ausbruch des isländischen Eyjafjallajökull von 2010 eine Stärke von 4 – und man erinnert sich, wie schon damals der Flugverkehr zum Erlahmen kam.
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