„Ich grüße Dich du Haus der Nacht“ – Eine Zeitreise auf dem Leipziger Johannisfriedhof

Was haben ein 750 Jahre alter Steinlöwe, die Verlegerfamilie Reclam und der Komponist Johann Sebastian Bach gemeinsam? Nicht viel, könnte man meinen, bis auf die Tatsache, dass sie alle einen Bezug zur Stadt Leipzig besitzen. Auf den zweiten Blick sind sie indes sehr viel enger „verbandelt“, als zunächst ersichtlich ist, wenn auch stumm, posthum und auf gewisse Weise leider auch größtenteils vergessen, denn sie alle eint der Ort, auf dem sie immer noch oder zumindest zeitweise ihre letzte Ruhe gefunden haben: der Leipziger Johannisfriedhof.

„„Ich grüße Dich du Haus der Nacht“ – Eine Zeitreise auf dem Leipziger Johannisfriedhof“ weiterlesen

Hierophanie und Hieromanie. Anmerkungen zum Tiertotemismus

Es war das große Verdienst des Sudanforschers und Kunsttheoretikers Fritz W. Kramer, in „Der rote Fes“ die kulturkonstituierende Kraft der Fremdwahrnehmung für die heutige deutschsprachige Ethnologie zum Bewusstsein gebracht zu haben. Während in der rationalistischen Fachtradition die Daseinsbewältigung, der „Stoffwechsel mit der Natur“ (Karl Marx) zur Befriedigung primärer und sekundärer Bedürfnisse (Bronislaw Malinowski) im Zentrum stand, versuchte Kramer die – oft erschreckende – Begegnung mit Fremdheit als immer sprudelnde Quelle emotionaler wie geistiger Produktivität herauszuarbeiten, ein Verhältnis zum „Anderen“, das dank seiner Asymmetrien und Ambivalenzen die menschliche Kultur in fortwährender Unruhe hält.

„Hierophanie und Hieromanie. Anmerkungen zum Tiertotemismus“ weiterlesen

Der Wissenschaftler im Geisterreich: Emanuel Swedenborg

Im Jahre 1744 erscheint Emanuel Swedenborg, einem der außergewöhnlichsten Menschen seiner, wenn nicht aller Zeiten, der Herr Jesus Christus im Traum. Jesus lächelt ihn an und fragt ihn, ob er einen Gesundheitspass besäße. Herr, das weißt du besser als ich, antwortet Swedenborg. Daraufhin sagt Jesus: „Nun, so tue es“. Diesen Traum hatte Swedenborg in Den Haag in der Nacht auf Ostermontag. Gut ein Jahr später folgte ein weiterer Traum. Swedenborg sieht in einer Kneipe in London einen Mann, der in einer Ecke sitzt. Dann hört er die Worte: „Iss nicht so viel!“ Derselbe Fremde kommt abends zu Swedenborg ins Haus und behauptet, der Herrgott selbst zu sein. Daraufhin beauftragt er Swedenborg damit, die Bibel auszulegen.

„Der Wissenschaftler im Geisterreich: Emanuel Swedenborg“ weiterlesen