Fortuna, Tyche und Das große Glück

Albrecht Dürer: Nemesis oder Das große Glück

Zu Beginn eines neuen Jahres wünschen wir uns gern und häufig Glück. Ohne den Begriff näher zu fassen, meinen wir mit unseren Glückswünschen wohl zumeist ganz allgemein Lebenszufriedenheit. Der Glückswunsch verkörpert sich in diversen Objekten, die verschenkt werden: Schornsteinfeger, vierblättrige Kleeblätter oder Hufeisen sind beliebte Glückssymbole, die den Charakter von Talismanen haben. Neben Symbolen und Objekten oder den aus Asien stammenden Glückskeksen gelten in verschiedenen Kulturen aber auch Tiere wie Schwein, Elefant oder Katze als Verkörperungen des Glücks. Und darüber hinaus existiert bekanntermaßen noch der Mythos vom sogenannten Glückspilz. Gemeint ist ein Mensch, der bereits glücklich geboren, ohne eigens Zutun sein Leben lang alle Vorteile genießen kann, die ihm in Fülle zuteil werden. Ein beispielhafter Vertreter dieser Spezies ist Gustav Gans, der seit einem halben Jahrhundert als Antipode zum Pechvogel Donald Duck in den Disney-Comics auftritt.

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Die Rose am Rad der Fortuna – Über Lieder, Schicksal und die Zeitlosigkeit von Worten: Eine Impression aus Benediktbeuern

„O Fortuna, velud luna
statu variabilis,
semper crecis aut decrecis,
vita detestabilis!
nunc obdurat et tunc curat
ludo mentis aciem,
egestatem, potestatem
dissolvet ut glaciem.“


O Fortuna, veränderlich wie die Phasen des Mondes, nimmst du immer zu oder ab, verabscheuungswürdig in deinem Wandel!
Jetzt lähmt sie, dann beflügelt sie wieder,
ganz nach Laune, den Schwung des Geistes, läßt bittere Armut und Herrschergewalt schwinden wie Eis.

(Carmina Burana, 17)

Ein Wechsel von Regen und Sonnenschein begleitet mich auf der Reise gen Süden, als wollte mich das Wetter, das sich seit jeher dem menschlichen Zutun zu entziehen versteht, auf das Wochenende einstimmen. Eine schwer in Worte zu fassende Ruhe liegt in der Septemberluft, die nach Wiesen, Weite und Land duftet. In der Ferne künden Blitze, die sich in den Wolken verfangen zu haben scheinen und meinen Weg durch die Dämmerung begleiten, von spätsommerlichen Gewittern. Es ist ein magischer Moment, einer von denen, die allzu leicht ins Vergessen gleiten, sobald man von hohen Häusern umschlossen ist und die dann allenfalls noch in der Vorstellung existieren. Ich bin in Benediktbeuern etwa eine Stunde Fahrzeit von München entfernt; die Zeit hier draußen scheint anders zu laufen, nicht langsamer, aber gelassener, als sei sie sich ihrer eigenen Vergänglichkeit und vor allem ihrer Geschichte bewusst.

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