Es ist wieder so weit: Voller Vorfreude auf einen meiner liebsten Orte in Thüringen steige ich am Paradies aus dem Zug. Am Paradies? Ja, denn das ist der Name der Bahnstation in Jena, von wo aus ich meine Tour starte. Der JenTower, eines der Wahrzeichen dieser Stadt, scheint mir ein herzliches Willkommen zuzublinzeln. Doch heute werde ich ihn nicht besuchen, sondern stattdessen ein Bauwerk besichtigen, welches einige Jahre mehr zählt: Ich steige über Lobeda hinauf zur Lobdeburg – genauer gesagt, zu dem, was die Zeitläufte von ihr übrig gelassen haben.
„Zwischen Stein und Himmel. Die Lobdeburg bei Jena“ weiterlesenDas ferne Nahe – Philosophische und mythische Elemente des Reisens
Bewegung und Ruhe
Was ist nicht alles totgesagt worden in den letzten 150 Jahren: der Mensch, die Geschichte, das Buch, Gott und die Büroklammer. Die Bestattungsunternehmen trugen feierliche Namen wie Monismus, Marxismus oder Poststrukturalismus. Die betroffenen Angehörigen zeigten selbstverständlich Trauer, doch konnten sie eine gewisse Heiterkeit nicht verbergen; es waren große Erbschaften im Spiel.
„Das ferne Nahe – Philosophische und mythische Elemente des Reisens“ weiterlesenUmkämpft und ersehnt: das Heilige Land in Reiseberichten
Mit den Übersetzungen von Tausendundeiner Nacht im 18. Jahrhundert gewann das sogenannte Morgenland eine magische Aura, die der aufkommenden Romantik sehr entgegenkam. Aber der Reiz des Orients geht viel weiter zurück, wie die vielen Reiseberichte zeigen, die Bernd Brunner in seinem Jahrhunderte umfassenden Buch Unterwegs ins Morgenland zeigt. Brunner ist bislang hervorgetreten durch reichhaltige und gewitzte Kulturgeschichten zu Mond, Weihnachtsbaum, Bären, Obstgarten, dem Norden oder des Liegens.
„Umkämpft und ersehnt: das Heilige Land in Reiseberichten“ weiterlesenIn 80 Büchern um die Welt
„Wenn man beim Gehen viel denkt, spielt Entfernung keine Rolle mehr.“ (Elmar Schenkel)
Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt, auf Weltreise zu gehen? Wenn ja, welche Länder, Städte oder Landschaften würden Sie wählen? Mit welchem Transportmittel würden Sie reisen? Flugzeug? Schiff? Auto? Zug? Oder gar zu Fuß? Wer sollte sie auf der Reise begleiten? Und wem würden sie gern begegnen wollen? Reisen ist nicht gleich Reisen und Reise nicht gleich Reise. Reisen bedeutet nicht nur metaphorisch einen Fuß vor den anderen zu setzen, sondern auch neugierig zu sein, zu sehen, zu erkennen, sich inspirieren zu lassen, zu reflektieren etc. Der Weg ist das Ziel. Und die Strecke bis zum Ankommen gleicht einer Suche nach dem Unbekannten um uns und in uns.
„In 80 Büchern um die Welt“ weiterlesenErika Taube: Briefe aus der Mongolei (1966-1987)
Briefe sind immer eine im wahrsten Sinne des Wortes „ansprechende“ Form der Wissensvermittlung gewesen. Sie haben nicht die Prätention, alles zu wissen, sondern beschränken sich auf den subjektiven Ausschnitt der bereisten Welten. Doch bleibt die Frage, für wen sie geschrieben wurden, wessen Neugier befriedigt, wessen Erwartungen unterlaufen, wer überrascht werden sollte. Sind es private Mitteilungen oder solche, die mit einem Auge in die Öffentlichkeit schielen, mithin auf Veröffentlichung?
„Erika Taube: Briefe aus der Mongolei (1966-1987)“ weiterlesen
