Die Ornamente auf der Tapete nimmt man oft erst zur Kenntnis, wenn man krank im Bett liegt. Meist sind wir im Bild, bewegen uns mit den Protagonisten, identifizieren uns, leiden und freuen uns mit ihnen. Sobald wir jedoch in eine Krise geraten, greift diese auf das Bild über. Wir verlassen den Inhalt des Bildes mit seinen bunten Ablenkungen und beginnen uns auf den Rahmen zu konzentrieren. Was stimmt da nicht mehr? Wie verhält sich das Bild als Ganzes zum Rest der Wand oder der Welt? Dann fragen wir uns, wie Gauguin 1897 in seinem berühmten Gemälde: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ Wir geben uns nicht mehr zufrieden mit dem Leben auf der Insel, wir wollen wissen, wie diese Insel eingebettet liegt in größere Archipele, Kontinente, Galaxien – mit anderen Worten, in größeren Fragen. Neben die Frage nach dem Sinn unseres kleinen Lebens tritt die Frage nach dem Sinn allen Lebens. Sich mit Science Fiction zu beschäftigen, ist nicht die schlechteste Art, dieser Frage nachzugehen; in jedem Fall hat uns diese Form der Literatur einen Kosmos eröffnet, in dem unsere Stellung höchst befragenswert geworden ist. Sind wir allein? Wenn es einen Erlöser gab, hat er für die gesamte Galaxie gewirkt? Wo stehen wir mit unserer Evolution, über die ein amerikanischer Physiologe so treffend gesagt hat: „Der Planet Erde hat 4,5 Milliarden Jahre gebraucht, um zu entdecken, dass er 4,5 Milliarden Jahre alt ist.“ (George Wald)
„Kosmologie und Literatur I: Von Dante zur Science Fiction“ weiterlesenDer Unterwasserpanther
Der Unterwasserpanther ist eines der mächtigsten Unterweltwesen in der Mythologie nordamerikanischer Indianer, besonders der Algonkin-Völker im Gebiet der Großen Seen. In der Ojibwa-Sprache wird dieses Wesen Mishipeshu genannt, was übersetzt „Großer Luchs“ heißt. Der Unterwasserpanther ist ein Mischwesen und vereinigt in sich die Merkmale verschiedener Tiere. Er hat den Kopf einer riesigen Wildkatze, häufig eines Pumas oder Luchses, und das Geweih bzw. die Hörner von Hirsch oder Bison. Sein Körper ist mit Schuppen oder manchmal auch Federn bedeckt. Der Rücken und sein ungewöhnlich langer Schwanz sind mit dolchartigen Stacheln bewehrt.
„Der Unterwasserpanther“ weiterlesenFerne Blicke – Nahe Blicke: Ein Rundgang auf der Festung Königstein
Im Juni 2020 war unser Arbeitskreis auf Exkursion in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Die Festung Königstein galt es zu besichtigen. Mehr zu Toren, illustren Festungsgästen, Brunnen und Schätzen gibt es auf dem folgenden Rundgang zu entdecken.
Erste Impressionen
Wir beginnen unsere Reise im gleichnamigen Ort „Königstein“. Dort nehmen wir einen Bus, der uns bis zur Festung bringt. Als der Bus den Hügel hinauf taumelt und eine lange Reihe frustrierter Fahrer hinter sich lässt, kann man sich nur vorstellen, wie es gewesen sein muss, zu Pferd oder in einer Kutsche zur Festung zu fahren. Der Bus setzt uns an einem Umsteigepunkt ab, wo wir dann in ein zugähnliches Fahrzeug umsteigen, das uns am Fuß der Festung absetzt. Die Anfahrt ist bequem, aber ich bin trotzdem dankbar, dass ich nicht den steilen Anstieg hinaufgehen muss, wie es andere Besucher tun.
„Ferne Blicke – Nahe Blicke: Ein Rundgang auf der Festung Königstein“ weiterlesenSehnsucht nach und Aufbruch in den Kosmos: Mythische Aspekte der Reise ins Weltall, Teil 2
In Teil 1 des Beitrags hatten wir kurz in antiken Mythen und alttestamentarischen Erzählungen einige Motive aufgespürt, die direkt die „Raumfahrt“ beinhalten oder leicht von der Irdisch-Horizontalen auf die Vertikale übertragen werden können. Ihr mythischer Charakter war dabei mehr oder weniger offenbar. Bei den Akteuren handelte es sich um göttliche Wesen oder heldenhafte Menschen. Sie waren entweder den Bedingungen einer kosmischen Fahrt nicht gewachsen und aufgrund ihrer Selbstüberschätzung zum Scheitern verurteilt oder durch göttliches Eingreifen gekrönt von Erfolg, wie überhaupt die geschilderten Reisen sich fast immer einer göttlichen Initiierung verdankten. Zu umreißen, auf welche Art und Weise nun moderne Erzählungen der Science Fiction ebenfalls einen (neo)mythischen Charakter tragen, ist Aufgabe der folgenden Ausführungen. Die hierbei angeführten Beispiele können freilich nicht in extenso vorgestellt werden. Insbesondere muss von einer breiten inhaltlichen Darstellung (die für den geneigten Leser eventuell von Vorteil wäre) aus Platzgründen abgesehen werden, sodass der Fokus auf die zentralen Motive gelenkt wird.
„Sehnsucht nach und Aufbruch in den Kosmos: Mythische Aspekte der Reise ins Weltall, Teil 2“ weiterlesen
