Zum Abschied vom Jahr der Schlange: eine chinesische White Lady Legende

In kaum einem anderen Land der Erde überlagern sich die ältesten Kultur(ge)schichten der Menschheit mit den allerneusten High-Tech-Fantasien auf so abenteuerlich synchrone Weise wie in China. Die Stadt Hangzhou in der Provinz Zhejiang ist das beste Beispiel: hier residiert der Gründer des Milliarden-Unternehmens Alibaba, Jack Ma, der auch die digitale Bezahl-App Alipay entwickelt hat, die in ganz China genutzt wird, und ohne die man hier völlig aufgeschmissen ist. Über Hangzhou liegt jedoch noch ein viel älterer Zauber, der schon Marco Polo ergriff, und der mit einer alten Legende zu tun hat, die in ganz China bekannt ist.

Zur Zeit der südlichen Song-Dynastie (bis 1132) war Hangzhou ein pulsierendes Regierungs- und Handelszentrum. Die Stadt hieß damals Quinsai, und war die Lieblingsstadt Marco Polos, der sie Ende des 13. Jahrhunderts in seiner Funktion als Ohr und Auge des Mongolenherrschers Kubla Khan mehrfach besuchte. Er schwärmte von den Märkten, auf denen riesige, duftende Birnen, zarte Pfirsiche, Fleisch und frischer Fisch feilgeboten wurden, und von den wunderbaren Palästen und öffentlichen Warmbädern sowie vom Hafen, in dem Schiffe aus ganz Asien einliefen und Gewürze, Perlen und Edelsteine ausluden. Das viele Wasser erinnerte ihn an seine Heimatstadt Venedig, und er fand, es sei „zweifellos die schönste und prächtigste Stadt der Welt“. Der Italiener war mit von der Partie, als Kubla Khan im Jahr 1276 die Stadt eroberte und die Mongolenherrschaft in Südchina etablierte.

Was Hangzhou bis heute zum Touristenmagnet macht ist der magische West Lake, die Seele der Stadt, der im ganzen Land berühmt ist. Hinter dem weiten See erheben sich bewaldete Berge. Der sich im Wasser spiegelnde Himmel strahlt eine Ruhe aus, der sich niemand entziehen kann. Er hat schon viele Dichter inspiriert, unter anderem Ouyang Xiu (1007-1072) der einen Frühlingstag am Westsee zur Zeit der südlichen Song-Dynastie besingt:


Die liebliche Frühlingsbrise ist zurückgekommen
zum See des Westens.

Die Frühlingswasser sind so klar
Und grün, als wären sie frisch bemalt.
Die Parfumwolken sind süßer
Als man sich auszumalen vermag.

Im milden Ostwind fallen die Blütenblätter

Wie Reiskörner.


Vom Westsee, der auf chinesisch Xi Hu heisst (ausgesprochen: Schi-hu, was gleich viel geisterhafter und poetischer klingt, aber vielleicht nur in unseren Ohren – Westsee ist die wörtliche Übersetzung) stammt eine alte Legende. Es ist die Geschichte von der weißen Schlangenfrau.

Die Geschichte von Bai Suzhen und Xu Xian

Es war einmal ein weißer Schlangengeist namens Bai Suzhen. Mit großer Disziplin hatte sie tausend Jahre lang die Lehren des Taoismus studiert. Eines Tages verhalf ihr der Drachenkönig aus dem ostchinesischen Meer mit einer Essenz dazu, sich in eine wunderschöne junge Frau zu verwandeln. Trotz ihrer Zauberkräfte hatte sie ein gutes Herz und weigerte sich, ihre übernatürlichen Kräfte für böse Ziele zu verwenden. Sie wollte sich stattdessen unter die Menschen mischen um dort Gutes zu bewirken, und so Unsterblichkeit zu erlangen. Die Göttin Lishan Laomu nahm sie als Schülerin auf. Als Bai Suzhen eines Tages am Westsee lustwandelte, begegnete sie Xu Xian, einem freundlichen und ehrlichen Apotheker. Sie verliebten sich unsterblich ineinander. Sie heirateten, aber es gab jemanden, der die Verbindung missbilligte: der buddhistische Mönch Fa Hai. Er hatte Bai Suzhens wahre Natur erkannt und fand, dass Ehen zwischen Menschen und übernatürlichen Wesen verboten seien. Fa Hai versuchte mit allen Mitteln, das Paar zu trennen, und warnte Xu Xian vor Bai Suzhens wahrer Identität. Schließlich überredete er Xu Xian, Bai Suzhen während des Drachenbootfestes Realgarwein[1] zu geben, was dazu führte, dass sie sich vorübergehend wieder in ihre Schlangenform zurückverwandelte. Der Anblick entsetzte Xu Xian so sehr, dass er vor Schreck starb. Um ihn wiederzubeleben, begab sich Bai Suzhen ins Kunlun-Gebirge, um dort heimlich das Unsterblichkeitskraut zu entwenden. Trotz ihrer Bemühungen griff Fa Hai weiterhin ein und sperrte Bai Suzhen schließlich unter der Leifeng-Pagode (am Westsee) ein. Schließlich kam es zu einer Schlacht zwischen Fa Hai und Bai Suzhen, die sie mit der immensen Kraft aus der unerschütterlichen Liebe zu Xu Xian führte. Bai Suzhen, oblag, wurde später aber befreit und wirkte weiter im Gefolge der Göttin Yaotai Lamou, um den Menschen zu helfen. Sie wird bis heute im Volksglauben und von Anhängern chinesischer traditioneller Medizin als Heilerin und Göttin verehrt.

Die Legende von der weißen Schlange ist mindestens 1000 Jahre alt. Sie ist eine der vier großen chinesischen Volkserzählungen. Es gibt viele verschiedene Versionen mit Nebensträngen, die man gar nicht alle kennen kann. Sie wurde in zahlreichen Opern, Filmen, Theaterstücken und Fernsehserien nacherzählt, von Warner Brothers gibt es auch einen Zeichentrickfilm. Bai Suzhen ist auch unter dem Namen Frau Bai, also Frau Weiß bzw. weiße Frau bekannt, was uns natürlich sofort an eine weltweit verbreitete Mythe erinnert: die Geschichten über white ladies, witte wieven, und dames blanches, die oft durch eine unglückliche Liebeserfahrung mit einem Mann zu Tode kamen, und nicht in Frieden ruhen können, und oft auch irgendwie mit einer heidnischen, vor-patriarchalen Welt in Verbindung stehen. Europa ist voll von solchen Erzählungen, in denen eine Frau in einem weißen Kleid in einem Schloss spukt, nachts im Moor erscheint, oder zur Geisterstunde aus einem Waldsee steigt, aber es gibt sie überall auf der Welt.

Das schwedische Lied Herr Mannelig könnte auch damit zu tun haben: in der Ballade geht es um eine Waldjungfrau, die dem christlichen Herrn Mannelig einen Heiratsantrag macht, der sie aber zurückweist, weil sie keine Christin ist. Waldjungfrauen sind in der skandinavischen Folklore Naturwesen, in weiblicher Gestalt auch als Huldr bekannt, die mit der norddeutschen Hulda und der Holle verwandt ist. Sie erscheinen ebenfalls als weiße Frauen, ähnlich wie die Saligen im Alpenraum, die einer vorchristlichen, vielleicht sogar vorgermanischen und vorkeltischen Kultur angehörten, und die für ihre besonderen Kenntnisse über die Geheimnisse der Natur, des Getreideanbaus und des Spinnens bekannt waren. Sie werden als menschenscheu aber schön, gütig und helfend beschrieben. Man erinnere sich auch an die Lady of Shalott in dem Gedicht des viktorianischen Dichters Alfred Lord Tennyson, die als magische Frau alleine auf einer Insel im Turm lebt, webt und singt, und die Welt durch ihren Zauberspiegel betrachtet. Ein Fluch wird ausgelöst, als sie sich in den dunkel gelockten, tirra lirra singend vorbeireitenden Sir Lancelot verliebt, der schon der patriarchal-christlichen Welt angehört. In dieser Welt gibt es keine Priesterinnen mehr, die Frau hat in der Kirche zu schweigen und wird verbrannt, wenn sie zu magisch oder zu weise erscheint, oder sich mit Pflanzenheilkunde auskennt. Verehrt wird nun in der verdrehten Logik der höfischen Liebe nicht die eigene Ehefrau, und auch nicht mehr die Göttin Holle in der Natur, oder ihre Priesterinnen und Seherinnen, sondern eine bereits verheiratete, und auch deshalb unerreichbare, hierarchisch höher stehende Dame.

In Lancelots Fall war dies Guinèvre, die Frau des Königs Artus daselbst, was nun tatsächlich dazu führte, dass Lancelot emotional blockiert war für eine Verbindung mit Elaine of Astolat (der Lady of Shalott), obwohl sie ihn nach einer Verletzung im Turnier gesund gepflegt hatte (in einer ursprünglichen, italienischen Fassung der Geschichte, die Tennyson als Quelle nennt). Liegt hier vielleicht die unausgesprochene Bedeutung des Fluchs verborgen? Der Artus-Stoff, von dem das Gedicht inspiriert ist, enthält zwar noch viele pagane Elemente und magische Frauen aus der keltischen Mythologie, ist aber an der Schwelle dieses epochalen, kulturhistorischen Umbruchs angesiedelt. Bezeichnenderweise trägt auch die Lady of Shalott ein weißes Kleid, als sie in ihren Kahn steigt und stirbt, den Fluss hinabgleitet und von der höfischen Gesellschaft gefunden und mit Mitleid bedacht wird. Der Verlust ihres Seherinnentums, ihrer magischen Gesänge und ihrer nornenhaften Schicksalsweberei interessiert hier niemanden mehr, man nimmt lediglich Notiz von ihrem lovely face. Elaine of Astolat, die Lady of Shalott, heisst im Französischen Elaine la Blanche.

Auch in der Mythe von der weißen Schlangenfrau, die eine Tao-Priesterin ist und im Gefolge einer Göttin steht, geht es um den Kampf zwischen unterschiedlichen religiösen bzw. kosmologischen Auffassungen: während der an der Natur orientierte Taoismus mit dem Animismus und dem Pantheismus verwandt ist, der die Welt als ein beseeltes, organisch zusammenhängendes Ganzes, sich ständig Wandelndes und Werdendes, immerfort Gebärendes und Fließendes begreift, ist der Buddhismus, der von Indien nach China gelangt ist, eine ziemlich naturentfremdete Angelegenheit. Auch wenn er generell als friedliebend bekannt ist, wohnt ihm doch auch die Weltabgewandheit und Askese inne, die ein charakteristisches Merkmal patriarchaler Systeme ist. Sie alle haben eins gemeinsam: die weibliche Schöpferkraft und Verbundenheit mit der Natur samt ihres intuitiven Wissens abzuwerten, und die als männlich gefeierte vergeistigte Abwendung von der Natur auf- und überzubewerten. Mit zahlreichen Meditationstechniken wird ja letztendlich die Beherrschung, Überwindung und Verbesserung der als minderwertig angesehenen Natur angestrebt. Das ist leider auch der  Gedanke, der der gesamten jüdisch-christlichen Zivilisation zugrundeliegt, und den schon Cicero im imperialen Rom in erschütternder Deutlichkeit zum Ausdruck brachte: „Wir sind die Herrscher über das, was die Erde hervorbringt. Wir stoppen, lenken, und leiten die Flüsse um, kurz mit unseren Händen, auf unterschiedliche Weise, wie wir in der Welt agieren, erschaffen wir sozusagen eine neue Natur“ (Cicero, De natura deorum II, 151 ff., Tusculanae Disputationes).

Apropos Flüsse: im Dezember 2025 war der französische Präsident Emanuel Macron in China auf Staatsbesuch. Der chinesische Präsident Xi Jingping hatte sich eine besondere Reiseroute ausgedacht, die unter anderem auch zu einem Fluss führte, an dem sich das älteste Bewässerungssystem der Welt, das heute noch in Betrieb ist, befindet. Dujiangyan (3. Jh. v. Chr.) ist UNESCO Weltkulturerbe und Form gewordene chinesische Philosophie, die bei aller hoch technologisierten Modernisierung noch immer aus einem sehr alten Denken quillt, das mit der Natur gehen will und nicht gegen sie, und das offenbar auch keine Kulturrevolution aufhalten konnte. Im Gegensatz zu modernen Dämmen, die Wassermassen mit großem Kraftaufwand gegen deren natürlichen Lauf aufhalten, lenkt und teilt Dujiangyan den Fluss mit seinem Strom. Es versinnbildlicht das „go with the flow“ Prinzip, das charakteristisch ist für den Taoismus, auch bekannt als wu wei  (Prinzip des Nicht-Eingreifens). Der Sinn und Zweck der Staatsexkursion war genau dies, nämlich die Weisheit und Zeitlosigkeit des alten Denkens dem französischen Präsidenten hier vor Augen zu führen. Was jetzt nicht heißen soll, dass der chinesische Staatsapparat besonders matriarchal wäre – das ist er beileibe nicht. Dennoch schwingt das matriarchale Denken wie eine leise Melodie im Hintergrund ständig mit, und manchmal ist sie auch zu hören:


Das Werden der Formen

Der Geist der Tiefe stirbt nicht.

Das ist das Ewig-Weibliche.

Des Ewig-Weiblichen Ausgangspforte

ist die Wurzel von Himmel und Erde.

Endlos drängt sich’s und ist doch wie beharrend.

In seinem Wirken bleibt es mühelos. (Laotse, Tao Te King)


Die weiße Schlange ist ein altes schamanisches Symbol, das mit Heilkraft und animistischem Wissen in Verbindung steht – nicht nur in China. Der Verzehr von Schlangenfleisch konnte laut Volksglauben nicht nur ein längeres Leben bescheren, sondern auch die participation mystique mit der Schöpfung fördern. Erzählungen aus dem arabischen Raum zeugen davon, ebenso wie ein Märchen der Gebrüder Grimm, Die weiße Schlange, wo der heimliche Verzehr von weißem Schlangenfleisch dazu führt, dass der Diener eines Königs die Sprache der Tiere versteht und ihnen helfen kann, was wiederum dazu führt, dass sie ihn retten, als er in Not ist. In manchen Ländern wird heute noch Schlangenfleisch gegessen im Glauben an dessen besondere Heilkraft. Als Arznei ist Schlangengift in den ältesten Medizin-Büchern der Welt aufgeführt, und noch heute schmückt die Schlange den Asklepios-Stab der Ärzte- und Apotheker-Gilden. Nicht immer wird die Schlange symbolisch mit Frauen assoziiert, aber auffallend häufig. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass der Zyklus der Frau mit der zyklischen Häutung der Schlange zu korrespondieren schien, die ebenfalls zu einer Art Wiedergeburt und Erneuerung des Organismus führt. Auch die chinesische Schöpfergöttin Nüwa, die die Menschen aus Lehm erschuf, hat einen Schlangenkörper. Gemeinsam mit ihrem Schlangen-Bruder-Mann Fuxi reparierte sie die Himmelssäulen, als die Welt aus den Fugen geriet, als Menschen von wilden Tieren gefressen wurden, die Erde in Flammen stand und eine große Flut alles überschwemmte. Im Huainanzi (2. Jh. v. Chr.) wird explizit darauf hingewiesen, dass ihnen die Himmelsreparatur gelang, weil sie dem Weg (Tao) folgten. Wie schon in der Geschichte von Bai Suzhen treten die beiden göttlichen Schlangenwesen als Heiler und zum Wohl der Menschheit in Erscheinung.

Die hierarchische Trennung zwischen Mensch und Tier, die in vielen Märchen aufgehoben ist, wurde von patriarchalen Systemen vorangetrieben. Auch im synkretistischen China sind die Spuren sichtbar: die amerikanische Schriftstellerin Pearl S. Buck, die ihre Kindheit als Missionarstochter in China verbrachte, empfand es als großen Widerspruch, dass die stets freundlichen und milden Chinesen Tieren gegenüber bisweilen eine erstaunliche Grausamkeit an den Tag legten, die so gar nicht zu ihrem einfühlsamen Naturell zu passen schien. Die Erklärung fand sie im Buddhismus, der Tiere als niedrigere Geschöpfe begreift, denn laut Wiedergeburtslehre ist eine Geburt als Tier eine Bestrafung für karmische Verfehlungen im vorherigen Leben.

Es ist bezeichnend, dass die einst magische und weise Schlange auch im Alten Testament negativ konnotiert ist, weil sie den Menschen zu verbotenem Wissen verführt – und es ist mal wieder die Frau, die mit ihrer Erkenntnisfähigkeit den Zorn des eifersüchtig über sein Wissen wachenden, patriarchalen Bibelgottes auf sich zieht. Bestraft und aus dem Paradies verbannt, wird die ganze Menschheit mit einem Fluch überzogen, von dem sie sich bis heute nicht erholt hat. Bei aller Natur- und Weltverachtung bestanden Buddhisten wie Rabbiner und Kirchenväter (und griechische Philosophen!) auf einer Seelenhierarchie, die den Menschen als Krone der Schöpfung und alle anderen Geschöpfe als niedriger stehend betrachtet.

Trotz buddhistischen und anderen patriarchalen Einflüssen hält China bis heute die großen mythischen Tiere, den Drachen und die Schlange, in seinem Jahreskalender in Ehren, wobei die Schlange auch als kleiner Drache gesehen wird und traditionell für Weisheit, Intuition, Strategie und Transformation steht. Im Februar, zum großen chinesischen Neujahrsfest, verabschieden wir uns vom Jahr der Schlange, und für heute von Bai Suzhen, der gutherzigen weißen Schlangendame und Heilerin aus Hangzhou.

Ein Beitrag von Dr. Claudia Richter


Literaturhinweise:

Heide Göttner Abendroth, Frau Holle im Patriarchat, Vortrag vom 5. Oktober 2018, gehalten auf dem Hohen Meißner: http://www.goettin-holle.de/PDF/Vortrag-zu-Frau-Holle-2018.pdf

Pearl S. Buck, My Several Worlds. A Personal Record, London: Methuen & Co, 1955.

Marcus Tullius Cicero, Tusculanae Disputationes / Gespräche in Tusculum, übers. v. Ernst Alfred Kirfel, Stuttgart: Reclam, 1997.

Brüder Grimm, „Die weiße Schlange“, KHM (Kinder- und Hausmärchen) 17.

Laotse, Tao Te King. Das Buch des Alten vom Sinn und Leben, übers. v. Richard Wilhelm, Jena: Diederichs, 1911.

Marco Polo, Il Milione. Wunder der Welt, übers. v. Elise Guignard, München: Manesse, 1997.

Alfred Lord Tennyson, The Poems of Tennyson, ed. Christopher Ricks, Burnt Mill, Harlow, Essex: Longman, 1987, I, 387-95.

Erika Timm, Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten. 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet, Stuttgart: S. Hirzel Verlag, 2010.

Min Wang, Die weiße Schlange. Mythen, Märchen und Legenden aus China, Esslingen: Drachenhaus Verlag, 2019.

Claudia von Werlhof, Die Verkehrung. Das Projekt des Patriarchats und das Gender-Dilemma, Wien: Promedia 2011.


Anmerkungen:

[1] Realgarwein ist ein mit Rubinschwefel versetzter Kräuterwein, der noch bis heute beim Drachenbootfest getrunken wird. Das Mineral besteht aus einer  Mischung aus Arsen und Schwefel und ist alles andere als unbedenklich. Es soll vor Krankheiten, Insekten und bösen Geistern schützen, wenn man sich damit einreibt oder es sogar trinkt, es kann jedoch bei zu hoher Dosierung des Rubinschwefels zu Vergiftungen führen. Zur Sicherheit trinkt man deshalb immer häufiger Reiswein.


© Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e. V.

3 Antworten auf „Zum Abschied vom Jahr der Schlange: eine chinesische White Lady Legende“

  1. Hallo! Habe eben den schönen Beitrag gelesen und wunderte mich etwas über diese “ Buddhisten“ welche da so seltsam unbuddhistisch gehandelt haben sollen. Ich beschäftige mich schon seit langem mit der Lehre des Buddha ( Therevada/ ZEN) und wenn ich die Aussagen des Buddha ( Palikanon) richtig interpretiere sind derartige oben beschriebene Aktivitäten nicht im Sinne des Buddha gewesen.. Buddha lehrte einen Heilsweg,der durch tiefste Erkenntnisse zur Auflösung des persönlichen Leidens führt. Wer auch immer so wie im Beitrag handelt, folgt nicht der Lehre des Buddha. Es gab nach dem Tod des historischen Buddha leider zahlreiche Abspaltungen und Sektenbildungen die die wahre Lehre des Buddha fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrten. So werden diese beschriebenen “ Buddhisten“ wohl zu einer dieser Abgeirrten zu zählen sein. Mit freundlichem Gruß. Dirk

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