Halberstädter Ambivalenzen: (Un)Heiliges hinter dicken Mauern

Zu Beginn muss man wählen: linke Tür oder rechte Tür? Und so stehe ich vor dem Nordportal des Halberstädter Doms und entscheide mich erst einmal für die geschlossene Tür: die rechte. Dabei stutze ich kurz, denn gemeinhin gilt die rechte Seite als die symbolisch richtige, die Seite der Engel, der Sitz des Wahren und Vollkommenen. „Er sitzt zur Rechten Gottes“ heißt es u.a. im Apostolischen Glaubensbekenntnis. Die linke Seite dagegen ist nach christlicher Vorstellung die Seite des Teufels und im Islam fällt jemand, der nach seinem Tod von Allah das Buch seiner Taten in die linke Hand gelegt bekommt, der ewigen Verdammnis anheim. Im Übrigen verortet/verortete man religiös auch das Weibliche links; sogar bei der Sitzordnung in der Kirche oder bei Tisch.

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