Manggus und die Geschichte von Galav: Eine Ausstellung der mongolischen Künstlerin Javkhlan Ariunbold im Kallmann-Museum

Im Kallmann-Museum in Ismaning bei München ist noch bis zum 21. Juni die Ausstellung „Manggus“ der mongolischen Künstlerin Javkhlan Ariunbold zu sehen. Die im Jahr 1990 in Ulaanbaatar geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Köln und Ulaanbaatar und ist Gewinnerin des Kallmann-Preises für zeitgenössische figurative Kunst. Die Ausstellung soll hier besprochen werden, weil sie von Mythen handelt, und weil sie damit in der modernen und zeitgenössischen Kunst, die sich u.a. über ihre Abkehr vom mythenreichen 19. Jahrhundert definiert, eine Ausnahmeerscheinung darstellt. Hier geht es konkret um den weitgehend unbekannten Mythenschatz der Mongolei, mit dem uns Ariunbold auch an die Beseeltheit der Natur erinnert.

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Mongolische Mysterien: Tiziano Terzani reist mit Ferdynand Ossendowski

Im Jahre 1993 warnt ein chinesischer Wahrsager in Hongkong einen Journalisten davor, dieses Jahr mit dem Flugzeug zu fliegen. Auf keinen Fall solle er das tun, der Asienkorrespondent des Spiegel werde sonst sein Ende finden. Tiziano Terzani nimmt das Orakel ernst, denn zuvor hatte der Wahrsager eine Narbe bei ihm richtig gedeutet als Tat eines Roten Khmer. Dieses Jahr also fährt Tiziano mit der Bahn durch Asien, mit Taxis und Bussen oder er geht zu Fuß. Fortwährend sucht er Wahrsager auf, in Singapur wie in der Mongolei. All dies schreibt er auf in Fliegen ohne Flügel, ein Buch, das durch seine politisch-historisches Wissen und seine lebendige Neugier allerdings sehr beflügeln kann. Auf einer dieser Fahrten nimmt er ein Buch mit, das er schon seit Jahren ungelesen auf dem Regal stehen hatte: Ferdynand Ossendowskis Beasts, Men and Gods (1922, dt. Tiere, Menschen und Götter).  So wie alles auf dieser asiatischer Reise orakelhaft und von sinnvollen Zufällen gestreift ist, ist es auch der Griff nach diesem Buch. Es wird ihm bei seinem erneuten Besuch der Mongolei, dem „Land der Dämonen“, wie es damals hieß, zum Reiseführer durch eine halb-imaginäre Welt; Ossendowski ist „mein Freund, das Gespenst“ (Terzani 365-393).  

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Erika Taube: Briefe aus der Mongolei (1966-1987)

Briefe sind immer eine im wahrsten Sinne des Wortes „ansprechende“ Form der Wissensvermittlung gewesen. Sie haben nicht die Prätention, alles zu wissen, sondern beschränken sich auf den subjektiven Ausschnitt der bereisten Welten. Doch bleibt die Frage, für wen sie geschrieben wurden, wessen Neugier befriedigt, wessen Erwartungen unterlaufen, wer überrascht werden sollte. Sind es private Mitteilungen oder solche, die mit einem Auge in die Öffentlichkeit schielen, mithin auf Veröffentlichung?

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