Mythos Marlene (Dietrich).  Der Weltstar und Polen 2

Von der Magie der Musik ohne Worte

Die Magie der wahren Musik braucht der Worte nicht, sie beruht vielmehr auf der Fähigkeit, Emotionen direkt zu übertragen, ohne die Sprache dabei unmittelbar bemühen zu müssen. Vielmehr scheint die Musik selbst eine Art universelle Sprache zu sein, sie überwindet Grenzen und findet bei ihren Zuhörern eine einzigartige Resonanz. Das trifft auch auf „The Magic of Marlene“ zu, auf die Magie ihrer Musik, die Magie ihrer Bilder, ihre Gestik, Mimik und Blicke. Ihre betonte „emotionale Intelligenz“, die sich zwischen bewusster „Zurückhaltung“ und gleichzeitig herausgestellter Ausdruckskraft ihrer Stimme bewegt, eben jener „besonderen Hauch“ der Dietrich, berührte ihre Zuhörer immer wieder. Das traf auch auf Polen zu, wo es ihr problemlos gelang, eine persönliche, geradezu intime Verbindung zu ihrem begeisterten Publikum herzustellen, ohne dass die Zuhörer ihre gesungenen Texte verstehen mussten. Und so sind die Konzerte von Marlene Dietrich in Polen als eine „unvergessliche Inszenierungen von Gefühlen“, als ergreifendes „gehörtes Fühlen“ in bleibender Erinnerung geblieben. Es war neben dem polnischen Film eben auch die polnische Musik, welche die Dietrich besonders schätzte, und das betraf bei Weitem nicht nur auf Chopin zu. So verehrte sie das legendäre polnischen Klavier-Duo Marek (Tomaszewski) und Vacek (Wacek Kisielewski) mit ihrem außergewöhnlichen Improvisationstalent. Marek und Vacek begleiteten Marlene Dietrich auf ihren Konzertreisen und unterstützte sie musikalisch bei ihren Auftritten. Diese Vorstellungen halfen den internationalen Ruf der beiden Künstler zu begründen, denen es mit großem Talent gelungen war, die „polnische Estradenmusik“ mit der großen klassischen Kunst zu vereinen.

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Mythos Marlene (Dietrich).  Der Weltstar und Polen 1

„Es ist so schwer eine lebende Legende zu sein. Immer auszusehen, wie die Menschen es erwarten, immer dreißig Jahre alt, das Publikum nie zu enttäuschen. Das ist so viel Arbeit. Auch wenn man jung ist übrigens, es ist dieselbe furchtbare Arbeit. Immer die Perücke und die Schminke und der Körper. Sie war diese Anstrengung einfach müde.“ (Maria Riva über ihre Mutter Marlene Dietrich)

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Pan Twardowski – der polnische Faust

Der gewählte Titel geht auf zwei literarische Werke zurück: 1. Das Volksbuch des österreichischen Schriftstellers Johann Nepomuk Vogl (1802-1866) mit dem Titel Twardowski, der polnische Faust. Ein Volksbuch aus dem Jahr 1861 und 2. auf Pan Twardowski oder Der polnische Faust (1981) von Matthias Werner Krus (1919-2007). Der „polnische Faust“ könnte dabei nahelegen, dass mit Pan Twardowski lediglich ein polnisches Pendant zum deutschen Faust entstanden sei und damit ein Kulturtransfer von West nach Ost seine Bestätigung finden würde.

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