Vergessene Götter

Die Königin der Nacht

Weitestgehend einig ist sich die Forschung darüber, dass die “Queen of Night” entweder mit der Liebesgöttin Ishtar oder mit der Unterwelt in Verbindung steht. Aspekte des Letzteren zeigen sich u.a. in der Ausrichtung der Flügel. Diese weisen nach unten, ikonografisch ein Merkmal für Unterweltswesen, vor allem für Dämonen. Außerdem galten Eulen in der Vorstellung des alten Mesopotamien als Vögel der Nacht bzw. wurden mit dem Tod assoziiert. [Mehr]

Apophis – Schlange, Schildkröte, Sandbank

Apophis (oder, etwas korrekter: Apepi) verkörpert dabei den Aggregatzustand des Isfet, das für Finsternis, Auflösung und Gewalt steht und das Gegenmaß zu Maat ist, der Gerechtigkeit, Ordnung und Harmonie, inkarniert in der gleichnamigen Tochter Res, die (siehe oben) das Herz der Toten wiegt. [Mehr]

Manitu erschuf die Welt

Manitu ist ein Begriff aus den Sprachen der Algonkin-Indianer und bedeutet soviel wie „Geist“. Er taucht erstmalig Ende des 16. Jahrhunderts in europäischen Berichten über das östliche Nordamerika auf und wird manchmal mit „Gott“, manchmal mit “Teufel” übersetzt. [Mehr]

Bes, der göttliche Dämon

Ohnehin ist der Name “Bes” etwas irreführend, kann man doch darunter eine ganze Gruppe göttlicher Wesen subsumieren, welche ursprünglich nicht miteinander verbunden waren, aber ähnliche Formen und identische Eigenschaften aufwiesen, so beispielsweise Aha (der älteste bekannte Namen von “Bes”), Amam, Hayet, Ihty, Mefdjet, Menw, Segeb, Sopdu, Tetetnu. (Vgl. Wilkinson, S. 102) [Mehr]

Janus, der Gott mit den zwei Gesichtern

Für einen Vergessenen ist er erstaunlich präsent in unserer Gegenwart: Janus (korrekt wäre eigentlich Ianus), der römische Gott mit den zwei Gesichtern, deren eines nach hinten sieht. Der Januar, der erste Monat des Jahres, ist nach ihm benannt – er stand in seinem Zeichen, wie auch der erste Tag eines jeden folgenden Monats. Es denkt bloß kaum noch jemand bei dem Wort „Januar“ an ihn. [Mehr]

Anu, “der allerfernste der Götter im weiten Himmel”

Wie im Atramḫasis-Epos beschrieben, beruhte die mesopotamische Kosmologie auf den beiden Urelementen Himmel und Erde. Dabei war An (sumerisch) oder Anu (Anum, akkadisch) der oberste Himmel zugedacht. Diesen stellte man sich in Form von Kreisen mit verschiedenen Ebenen vor, die sich durch Tore passieren ließen. [Mehr]