Dantes Hölle aus der Sicht einer Archäologin

Es ist nicht zu leugnen: Die Göttliche Komödie ist eine herausfordernde Lektüre. In Auszügen hatte ich sie bereits im Laufe meines Studiums gelesen, aber niemals einen Teil vollständig, geschweige denn alle zusammen. Zudem weisen mein Wissen und mein Verständnis, was die vielschichtige mittelalterliche Politik in Europa und die Feinheiten  christlicher Symbolik betrifft, deutliche Lücken auf.  Mein Interesse reicht in fernere Zeiten zurück, zu den Monumenten und Hinterlassenschaften der verschiedenen Völker, die lange vor der Zeit der Römer oder der Geburt Christi die Britischen Inseln bewohnten.

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Der MYTHO-Blog gratuliert … zum 100. Geburtstag von Marija Gimbutas

Marija Gimbutas (1921 – 1994) war eine bedeutende Archäologin, Prähistorikerin und Anthropologin. Nach ihrem Studium in Kaunas, Vilnius und Tübingen promovierte sie über “Die Bestattung in Litauen in der vorgeschichtlichen Zeit”. Ihr wissenschaftlicher Hintergrund war interdisziplinär und umschloss zahlreiche Fachgebiete, u. a. Linguistik, Ethnologie und Religionsgeschichte. 1950 wurde sie aufgrund ihrer umfangreichen Kenntnisse europäischer Sprachen an die Harvard-University berufen und wirkte dort 13 Jahre als Dozentin für Archäologie. 1963 wurde sie Professorin für Archäologie an der University of California, Los Angeles, und lehrte dort bis zu ihrem Ruhestand 1989.

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“Ein Ring sie zu knechten” – Ausstellungsimpressionen

Was ist Macht?

Macht ist flüssig und in gewisser Weise kann man, wenn man Macht sozial-systemisch untersucht, den einzelnen Menschen zur kleinsten Einheit der Macht stilisieren. Einer Machtmonade. Diese Monade kann entweder positiv oder negativ geladen werden, was jeweils einen Mangel oder einen Überschuss an Macht bedeutet.

Macht definieren wir hier als die Fähigkeit, Einfluss auf andere auszuüben, oder in den Worten des deutschen Soziologen Max Weber: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“. (Weber, S. 89) Wären alle Monaden neutral geladen, gäbe es auch keinen Einfluss einer Monade auf die andere, bei dem sinnvoll von einem Herrschafts- oder Verfügungsverhältnis gesprochen werden könnte, und ohne ein Ladungsgefälle fließt auch kein Strom.

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