Antike Gegenwarten – Warum sich ein Gespräch mit Steinen lohnt

Nachdem ich im März auf Erkundungstour nach Pergamon gereist bin, führte mich eine erneute Reise dieser Tage in die anderen weiten Welten der griechischen und römischen Antike. Oder, womit mir eine Mitreisende aus dem Herzen sprach, in das schönste Museum der Berliner Museumsinsel: Das Alte Museum. Hätte ich je eine Statistik über meine bisherigen Berlinbesuche führen müssen, die beiden Etagen von Karl Friedrich Schinkels klassizistischem Bau mit den imposanten Reiterstandbildern „Amazone zu Pferd“ (von Alfred Kiß) und „Löwenkämpfer“ (von Albert Wolff) – seit 1999 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes – würden es tatsächlich unangefochten auf Platz eins schaffen.

Zum einen gibt es im Alten Museum und seiner Antikensammlung viel Raum, sodass die Besucher nicht versucht sind, sich gegenseitig auf die Füße zu treten; zum anderen ist die Distanz zwischen Exponaten und Besuchern quasi auf Augenhöhe. Man ist mittendrin statt nur dabei. Und das fühlt sich für die Dauer des Besuches tatsächlich so an, als würde man durch die Zeugnisse einer Zeit wandeln, die für unser modern geprägtes Gehirn furchtbar weit entfernt erscheint, obwohl sie – begreift man Geschichte auf einem Zeitstrahl – dank Renaissance, Klassizismus etc. nicht so fern ist, wie es die Werke der ägyptischen oder mesopotamischen Kunst bisweilen sind, die mit ihrer Wuchtigkeit und der Dimension ihrer Anlagen und Darstellungen erschlagend bzw. befremdlich anmuten. Man denke da beispielsweise an die Reliefdarstellungen der assyrischen Könige, welche die Ausstellungsräume der Vorderasienabteilung des Pergamonmuseums zieren. Dagegen fühlt sich der Rundgang im Alten Museum so an, als sei man auf Besuch bei Altvertrautem, das man lange nicht gesehen hat, dem man sich aber irgendwie verbunden fühlt.

Die Sammlung besitzt für mich das erstaunliche Potenzial, den Betrachter mit einer Ruhe zu füllen, die inmitten von Trubel und Hektik der Museumsinsel (respektiv ganz Berlins) sehr wohltuend wirkt. Zudem gibt es, egal wie oft man die Plastiken, Ascheurnen, Keramiken, Münzen, Reliefs, Schmuckstücke und Porträts bereits gesehen hat, stets Neues zu entdecken. Dabei übermitteln die meist steinernen Objekte in ihrer Stummheit: Hab keine Berührungsängste. Eine Einladung, welche die Atmosphäre beim „antiken Date“ merklich lockert und man am Ende nur noch entscheiden muss, welche Form der Kommunikation man für sich wählt: den Audio-Guide, die übersichtlich angeordnete und äußerst wohltuende „Un-Flut“ von Lesetexten an Wänden und Ausstellungsobjekten oder aber keines von beiden. Im Alten Museum genügt es manchmal auch, sich einfach treiben zu lassen und Auge in Auge mit dem Stein, den Bildern und den Farben zu sprechen.

Anfänge

Man wird, wie sich das für einen guten Anfang gehört, in der Bronzezeit abgeholt, jener Epoche, die im ägäischen Raum die Kulturen der Kykladen (benannt nach der gleichnamigen Inselgruppe), der Minoer (angesiedelt auf Kreta) und der von Mykene (im Nordosten der Halbinsel Peleponnes) hervorgebracht hat und deren Einflüsse bis in den kleinasiatischen Raum ausstrahlten. Aufgrund der linearen Dekoration (u.a. auf Keramiken) nennt man diese Epoche auch die geometrische. Zeitlich wird sie zwischen 1000 v. Chr. und 700 v. Chr. eingeordnet. Sie ist verbunden mit der Übernahme der Alphabetschrift der Griechen von den Phöniziern, der Etablierung der griechischen Stadtstaaten sowie der epischen Dichtkunst des Homer, die von der legendären Stadt Troja und ihrem Untergang sowie von Göttern und Helden berichtet. Diese „früh-archaische“ Zeit nennen die Ausstellungstexte auch die „orientalisierende Periode“ Griechenlands, da sie von einem regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen „Ost“ und „West“ gekennzeichnet ist, was sich u. a. in den Dekorationsformen der Vasen und Keramiken sowie der damit verwendeten Handwerkstechniken ausdrückt.

Ein Stockwerk höher sind die Anfänge gänzlich anders geprägt. Von den Etruskern (oder auch Etruriern) ist dort zu lesen, einem antiken Volk aus Mittelitalien, dessen Siedlungsräume sich vor allem auf die heutige Toskana, Latium und Umbrien erstreckte. Um Bologna etwa ist seit 1000 v. Chr. die sogenannte Vilanova-Kultur bekannt, die vor allem aufgrund ihrer Friedhofskultur hervorsticht. Zahlreiche Urnen tragen dem in den Ausstellungsräumen Rechnung. Denn die Etrurier waren dafür bekannt, ihre Toten zu verbrennen und die Asche in hohen oder auch kastenförmigen Urnen mit bemalten oder auch plastischen Verzierungen zu verwahren. Das Jenseits repräsentierte, ähnlich wie in den religiösen und mythischen Vorstellungen der Griechen, eine eigene Welt. Totengötter, Dämonen und Furien, u. a. mit Namen Vanth, Lasa oder Charun, prägen seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. die etrurische Vorstellungswelt. Hinzu kommt das Totengericht, das mehr und mehr mit Strafe und Pein Hand in Hand ging. Aus „Charon“, dem griechischen Fährmann, der Seelen der Toten begleitete, wurde „Charun“, ein düsterer Geselle mit einem furchteinflößendem Äußeren. Inwieweit darin spätere Vorstellungen vom Teufel mitschwingen, wie die Ausstellungstexte behaupten, sei dahingestellt und auch ein wenig mit Vorsicht zu genießen.

Als „Magna Graecia“ (lat. Großes Griechenland) werden jene Regionen in Südtialien (inkl. Siziliens) bezeichnet, mit denen ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. griechische Siedler gewissermaßen eine eigene Kolonie begründeten. Von hier aus haben die griechische Sprache und Kultur auch in den etrurischen Raum ausgestrahlt, was sich u. a. darin widerspiegelt, dass die Etrusker viele Mythen und mythische Aspekte von den Griechen übernahmen – Herakles und seine Heldentaten zum Beispiel, aber auch den Trojanischen Krieg, Amazonenkämpfe oder die Schlacht der griechischen Götter gegen die Giganten. All diese Motive sind auf Urnen und Vasen gebannt und für die Nachwelt auch heute noch zu bestaunen.

Götter

Kehren wir wieder ins untere Museumsgeschoss zurück. Auch dort spielen Religion und Mythos eine wichtige Rolle. Man erfährt, dass die Griechen ihre Götter zunächst vor allem in der Natur verehrten (auf Bergen und Felsen, in Höhlen, Bäumen und Quellen), ehe sie ihnen Tempel bzw. ganze Tempelbezirke widmeten, ihnen Statuen errichteten und Brandopfer (oder Opfer in speziellen Gruben) darbrachten. Indem man ihnen Plätze zuwies, den Götter also gewissermaßen eine Art Zuhause gab, webte man ein enges Band mit ihnen. Die Götter wurden präsent. Man konnte zu ihnen gehen. Man konnte sie um Gesundheit, eine gute Ernte, Glück in der Liebe, Kampfesmut in der Schlacht oder Kindersegen bitten (um nur eine kleine Auswahl zu nennen). Man konnte mit ihnen feiern. Man stiftete ihnen Gefäße, Statuen aus Marmor und Bronze und konnte sie auf diese Weise sogar berühren. Die Stätten ihrer Verehrung waren sakrosankt, besaßen häufig Votive von kolossalem Ausmaß (als Dank- oder Bittopfer) und erfreuten sich auch überregional großer Bekanntheit.

Das Heiligtum des Apollon von Delphi ist solch ein Beispiel. In der griechischen Mythologie steht Apollon u. a. für die Heilung, das Licht und die Weissagung. Als Heiligtum und berühmt-berüchtigtes Orakel mit seinem Adyton, dem Raum, in dem sich die Pythia einschloss, um den göttlichen Willen zu empfangen, genoss Delphi in der antiken Welt hohes Ansehen. Sogar zum Nabel der Welt wurde es durch einen Zeus-Mythos erklärt, und kein Kriegsherr hat es je gewagt, Hand an diese heilige Stätte zu legen. Vielleicht aus Furcht vor göttlichem Zorn. Vielleicht auch aus Furcht, von einer der Weissagungen negativ überrascht zu werden. Den göttlichen Willen verehrte man, man forderte ihn nicht heraus.

Ähnlich hielten es auch die Römer, deren Götterwelt griechische Wurzeln besitzt. So wurden die zwölf Hauptgötter des griechischen Pantheons den römischen Göttern gleichgesetzt und angepasst. „Interpretatio Romana“ (römische Übersetzung) nennt sich die Praxis, fremde Götter mit römischen Gottheiten zu verweben, zu erweitern und dabei der eigenen Religion einzuverleiben. So finden sich auch Spuren der keltischen, germanischen, ägyptischen, etruskischen und orientalischen Götterwelt bei den Römern wieder. Man kann fast sagen, Rom war ein Schmelztiegel der Religionen und die „Interpretatio Romana“ trug bis zur Ausbreitung des Christentums maßgeblich zum Religionsfrieden im Reich bei. Göttlich-römische „Eigengewächse“ findet man bei entsprechender Suche allerdings auch.

Janus ist so ein Beispiel, der Gott mit den zwei Gesichtern, den man – wenn auch nicht allzu offensichtlich – auf Reliefdarstellungen im Obergeschoss des Alten Museums findet. Auch das Forum Romanum war mit einem Janustempel ausgestattet. Kein unbedeutender Kult also, bedenkt man auch, dass Janus als der Gott der „Dualität“ schlechthin gilt. Er ist der Gott von Anfang (der Januar, der 1. Monat des Jahres ist nach ihm benannt) und Ende, Licht und Dunkelheit, Tod und Leben, Zukunft und Vergangenheit. Zudem ist er der Gott der Türen und Durchgänge, einer, der „dazwischen“ steht und deshalb auch eine Art Mittlerposition zwischen Menschen und Göttern einnimmt.

Eine mythische Amphora

Zurück im Untergeschoss des Alten Museums und auf meinem Rundgang bin ich zwischen Götterbildern und Münzen und Darstellungen von Grablöwen und natürlich auch dem Abbild der „Berliner Göttin“, einer Grabfigur der archaisch-griechischen Zeit in Gestalt einer jungen Frau, auf ein für mich besonders Ausstellungsstück gestoßen. Dabei handelt es sich um eine korinthische Keramikamphore aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Lange stand ich vor der entsprechenden Vitrine und führte quasi ein Zwiegespräch mit dem abgebildeten Figurentrio, eine Figur davon männlich, die andere weiblich und die dritte eine Kreatur, die man nur als wildschweinähnlich bezeichnen kann. Die Szene zeigt Andromeda und Perseus, während das Tierwesen Ketos veranschaulichen soll.

Amphora mit Ketos (links), Perseus und Andromeda (rechts)

Der dazugehörende Mythos lautet wie folgt: Ketos (oder Keto) ist der griechischen Mythologie nach die Tochter und von Gaia und Pontus, eines alten Meeresgottes, und, wie ihr Vater, eine Meeresgöttin. Sie gebiert eine Reihe monströser und dämonischer Kinder, darunter die Gorgonen, Echidna und den mehrköpfigen Drachen Ladon. All diese hat wenig mit einem wildschweinähnlichen Ungeheuer zu tun, wie es auf der Amphore zu sehen ist. Allerdings kann „ketos“ auch allgemein mit „Seeungeheuer“ wiedergegeben werden, was wiederum zum Mythos von Andromeda und Perseus passt. Andromeda war die Tochter der äthiopischen Königin Cassiopeia, die sehr eitel war und sich schöner als die Nereiden (Meeresnymphen) wähnte. Damit forderte sie den Zorn von Poseidon heraus, der Ketos nach Äthiophien schickte, um das Land zu verwüsten. Ein Seher beschwor Cassiopeia, ihre Tochter zu opfern, um Poseidon gnädig zu stimmen. Man band Andromeda an einen Felsen über der Küste, wo Perseus, einer der Heroen, sie fand und rettete (unter der Zusage der Eltern, dass sie seine Frau werden würde).

Eine Version des Mythos besagt, dass Perseus Ketos besiegt, indem er dem Ungeheuer mit Hilfe des Kopfs der Medusa versteinerte. In einer anderen Version tötet er Ketos mit Hilfe eines von Hermes verzauberten Schwertes. Auf der Amphorendarstellung könnte man den korbähnlichen Gegenstand um Perseus‘ Arm eventuell als Behälter für Medusas Kopf interpretieren oder als Aufbewahrung für eine unbekannte Waffe, mit der er Ketos besiegt.

Das Bild erweckt den Eindruck, als wolle er das Wildschwein, das eine etwas zu lange Zunge besitzt, mit einer Handvoll Kugeln oder Eiern bewerfen, während Andromeda die Hände in einem dunklen Muff vergräbt, der wohl den Felsen, der sie gefangen hält, symbolisieren soll. Dass es sich um eben diese Rettungsszene handelt, weiß man anhand der Inschriften, welche die Namen der Beteiligten nennen. Allerdings linksläufig – ähnlich wie die phönizische Schrift – und unter inkorrekter Verwendung der griechischen Buchstaben (u. a. wird bei „Ketos“ ΚΕΤΟΣ ein Epsilon anstelle eines Eta verwendet). Ob dies möglicherweise absichtlich geschah, bleibt offen. Da die Amphore von ihren Maßen her nicht sonderlich groß ist, dürften viele Besucher wohl an der mythischen Szene vorübergehen. Etwas, das mir ebenso ging, ehe ich sie bei meinem vergangenen Besuch nicht mehr ignorieren konnte. Dinge finden einen, wenn sie es möchten. Oder finden wir sie?

Amor und Psyche

Zu offensichtlich, um unentdeckt zu bleiben, ist die gut 1,30 m hohe Skulpturengruppe von Amor und Psyche aus weißem Marmor im Obergeschoss der Antikensammlung. Die Gruppe wird in das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert. Doch die Forschung nimmt an, dass das Motiv auf späthellenistische Vorbilder des 1. vorchristlichen Jahrhunderts zurückgeht. Seine mythischen Ursprünge sind sogar noch älter, wobei es vor allem der Schriftsteller, Philosoph und Redner Apuleius von Madauros (ca. 123 -170 n. Chr.) gewesen ist, der die Geschichte von der Königstochter Psyche (Seele) und des Liebesgottes Amor in seinen „Metamorphosen“ ausführlich beschrieben hat.

Amor und Psyche (Altes Museum, Berlin)

Ähnlich wie bei Cassiopeia und den Nereiden spielen Eitelkeit und Rachsucht eine tragende Rolle in der Geschichte. Psyche ist von derart schöner Gestalt, dass sie den Neid von Venus erregt, die ihrem Sohn Amor befiehlt, er möge dafür Sorge tragen, dass Psyche sich in einen Mann von schlechter Gesinnung verliebe. Auf Geheiß ihres Vaters, der dazu das Orakel von Delphi befragt hat, soll sie denn auch (auf einem Berg) einen Dämon heiraten. Doch statt dem Gebot seiner Mutter zu folgen, entführt Amor die Holde, deren Schönheit er selbst erlegen ist, auf ein Schloss. Da er tagsüber immer verschwinden muss, um sein göttliches Werk zu tun, gestattet er Psyche, ihre Schwestern einzuladen. Allerdings darf niemand von ihnen herausfinden, wer er in Wahrheit ist. Natürlich komm es, wie es kommen muss: Psyche findet die Wahrheit heraus und der betrogene Amor flüchtet. Psyche, die mittlerweile ein Kind erwartet, wird von Venus aufgesucht und muss für diese eine Reihe gefährlicher Aufgaben lösen. Allerdings erliegt sie bei der letzten Aufgabe, bei der sie nicht der Versuchung nach ihren Geliebten nachgeben soll, dem Reiz und fällt in einen todesähnlichen Schlaf. Amor eilt ihr daraufhin zu Hilfe und vertreibt den Todesschlaf mit seinen Flügeln.

Am Ende gestattet es Jupiter, dass er Psyche ehelichen darf, worauf diese dank eines Bechers voller Ambrosia unsterblich wird. Die Tochter der beiden erhält den Namen Wollust (Voluptas), die das Christentum später zu einer der sieben Todsünden erklärt. Inwieweit Voluptas mit Volupia, der Göttin des Wohlbefindens in Verbindung steht, welcher schon der römische Gelehrte Plinius der Ältere in seiner „Naturalis historia“ einen alten Kult bescheinigt, ist bislang noch ungeklärt. Zumindest besitzt das Wohlbefinden in Verbindung mit Liebe und Seele eine weitaus positivere Assoziation.

Vor allem in Literatur und Kunst, aber auch in Musik und Erzählforschung sind Amor und Psyche durch die Jahrhunderte hinweg präsent geblieben. Im Alten Museum wirkt ihre Darstellung verzückend kindlich, zart und zugewandt, fast schon verspielt. Der Betrachter kann um sie herumgehen, sich in den Facetten des Steins aus der 360-Grad-Perspektive zuwenden und aus jedem Blickwinkel einen anderen Aspekt entdecken. Mal ist es das Lächeln. Mal ist es die Umarmung. Mal ist es der Blick.

Apropos Blick und Blickwinkel. Nicht weit von Amor und Psyche entfernt sieht sich der Besucher einem wahren Blickgewitter ausgesetzt. Es sind die Plastiken (oder besser gesagt die Köpfe und Büsten) der römischen Kaiser, ihrer Frauen und ihrer Geliebten, die mal grimmig dreinzuschauen scheinen, mal tadelnd und mal nachgiebig, mal offen und mal verkniffen, mal herausfordernd und mal durchdringend. Es ist der Raum, der mir am meisten einen Schauer über den Rücken jagt. Vielleicht liegt es daran, dass der Stein dort wie sonst an keinem anderen Raum im Alten Museum Berlin in seiner gesamten Fülle zum Leben erwacht. Aber statt vorüberzugehen, lohnt es sich auch hier, stehenzubleiben und ein Gespräch zu führen.

Ein Beitrag von Dr. Constance Timm

Literaturhinweise:

Apuleius: Metamorphosen oder Der goldne Esel. Die Andere Bibliothek, Bd. 400: Berlin 2018.

Gustav Schwab: Sagen des klassischen Altertums. Historia Media: Sofia 2018.

Martin Zimmermann: Die seltsamsten Orte der Antike. Gespensterhäuser, Hängende Gärten und die Enden der Welt. C.H.Beck: München 2018.


Die Welt und das Wir oder: Impressionen über das Erzählen

„Alles, was die Menschheit getan, gedacht, erlangt hat oder gewesen ist: es liegt wie in zauberartiger Erhaltung in den Blättern der Bücher aufbewahrt“, schrieb der schottische Philosoph, Essayist und Historiker Thomas Carlyle (1795-1881) im Jahr 1841. Seit jeher sind es Geschichten, Erzählungen und Mythen gewesen, welche die drei elementarsten Fragen überhaupt gestellt oder zu beantworten versucht haben: Wer waren wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Fragen, die auf den ersten Blick einfach erscheinen. Trotzdem gibt es darauf bis heute keine Antworten, die rundum befriedigen könnten, sind diese Antworten doch sowohl vom fachlichen Hintergrund (sei es nun Biologie, Geschichte, Sprachwissenschaft, Theologie, Philosophie, Physik etc.) desjenigen abhängig, der sich mit ihnen auseinandersetzt als auch von den jeweiligen Eigenerfahrungen des Schreibers. D.h. die Sicht auf das, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ wie es Johann Wolfgang Goethe so wunderbar im ersten Teil des Faust formulierte, das „Waren“, das „Sind“ und das „Wohin“ also, ob nun mündlich überliefert oder als Buch verfasst, vermittelt und hinterlassen, kann nie nur objektiv sein, sondern besitzt stets auch einen subjektiven Part.

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Von Ende und Anfang: Mythische Gedanken zum Osterfest

Der Tod und die Auferstehung liegen nah beinander. Nachdem am Montag die Bilder der brennenden, nicht erst durch Victor Hugos Roman bekannten Kathedrale von Notre-Dame de Paris um die Welt gingen, deren steinernes Skelett – glaubt man den Berichten – beinahe nicht hätte gerettet werden können, wächst nun von Tag zu Tag die Hoffnung auf einen raschen Wiederaufbau. In fünf Jahren soll die Rekonstruktion abgeschlossen sein, geht es nach dem Willen der Offiziellen; Jahrzehnte wird es mindestens brauchen, dämpfen Experten die von Schock und Fassungslosigkeit überlagerte Euphorie. Wie lange die Erneuerung tatsächlich dauert, wird wieder einmal die Zeit zeigen. Es entbehrt allerdings nicht der Tragik, bedenkt man, dass das Unglück ausgerechnet vor Ostern, dem wichtigsten Fest der Christenheit, seinen Lauf genommen hat.

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Pergamon, oder ein Blick hinter die Kulissen der Vergänglichkeit

Als ich 1996 auf einem Schulausflug das Pergamonmuseum in Berlin zum ersten Mal erkunden durfte, gab es nur eine Reaktion, um den Augenblick zu beschreiben, als ich den Altarraum betrat: ungläubiges Staunen, gefolgt von abwechselnder Begeisterung und dem Gefühl, irgendwie „klein“ zu sein. Noch heute finde ich keine Worte für das Empfinden von damals. Was bleibt auch zu sagen, wenn man sich plötzlich Auge in Auge mit Architektur und Mythen aus über 2000 Jahren Menschheitsgeschichte gegenübersieht? Natürlich kannten wir die Antike aus dem Unterricht. Und hin und wieder begegnete uns die eine oder andere klassizistische oder renaissanceangehauchte Zeichnung in einem Buch für Kunsterziehung (und ja, die Wende-Zeit war da längst vorüber). Aber die Dinge in realis zu sehen ist, wie immer, eine vollkommen andere Erfahrung, als sie zweidimensional auf Papier gepresst vorzufinden. Das also war die Museumsinsel von Berlin. Das also war der Ort, der die Zeugnisse einer antiken Stadt bewahrte, deren Blütezeit längst vergangen war. Und es sollten in den angrenzenden Räumen noch weitere Beispiele aus versunkenen Zeiten folgen: das Markttor von Milet, das Ishtar-Tor von Babylon, Gräber und Reliefs aus dem Zweistromland (Mesopotamien), Kunst aus dem Islam, Münzen, Götterstatuen, Porträts und und und. Die alte Welt konserviert in Räumen. Und jeder ist eingeladen, diese zu besuchen; einzutauchen in eine andere Welt, die dennoch unsere Welt ist.

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„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“

Lasst uns vom Wind erzählen. Ich gebe zu, würde mich jemand fragen, was der Wind ist, würde mir im ersten Moment keine passende Antwort einfallen und im zweiten Moment vermutlich das Zitat aus Hänsel und Gretel: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“. Zum einen, weil es ein bekannter Reim aus einem bekannten Märchen ist. Zum anderen, weil dem Wind, lässt man sich die Worte einmal gründlich auf der Zunge zergehen, tatsächlich etwas Kindliches anmutet. Er ist verspielt. Er ist unberechenbar. Ist er ausgeglichen, beglückt er uns mit einem lauen Lüftchen. Ist er aufgewühlt, stürmt und tobt er. Ist er traurig, heult er. Und ist er zufrieden, säuselt er. Wind ist im Grunde ständig um uns. Wir sehen von ihm aber nur seine Wirkung auf die sichtbaren Dinge und auf uns selbst. Sein Wesen, seine Gestalt ist für uns – mit Ausnahme von Tornados oder Superstürmen – weitgehend unsichtbar. Wind ist bewegte Luft und Luft brauchen wir zum Atmen und für die Erhaltung unserer Existenz.

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Zur Liebe in Kultur und Mythos »Die Schöne und das Biest«

Podiumsdiskussion mit Elmar Schenkel, Constance Timm, Christoph Sorger und Reiner Tetzner
Was ist Liebe? Warum ist es in der heutigen Zeit geradezu eine Notwendigkeit, diese Frage im Diskurs eines gegenseitigen Miteinanders zu stellen? Ist Liebe die Lösung für unsere Probleme? Kann Liebe uns retten? Liebe und Lieben sind seit jeher Urbedürfnisse der Menschen. Dies spiegelt sich in den weltweiten Vorstellungen der Kulturen und Religionen wider: Eros, Amor, Aphrodite, Cupido, Venus, Freya, Ištar, Astarte, Hathor und Inanna sind nur einige der zahlreichen bekannten Liebesgottheiten in den Mythologien verschiedener Religions- und Kulturgemeinschaften. Dabei lässt sich das große Thema Liebe auffächern in die verschiedenen Facetten wie Verliebtheit, Fruchtbarkeit, Erotik, Verlangen. Aber auch Verständigung, gegenseitiges Begreifen, Akzeptieren und Annehmen sind als Ideen von Liebe wichtiger denn je und literarisch durch alle Zeiten hin beständig aufgegriffen und verarbeitet worden.

In der Podiumsdiskussion stellt der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie unter dem Titel »Die Schöne und das Biest« sein Jahresthema 2019 vor und diskutiert über kulturelle und literarische Aspekte, die sich mit Nächstenliebe, den Schattenseiten der Liebe, der Psychologie der Liebe sowie der Liebe in Mythos und Märchen befassen.

Eintritt: 3,- / 2,- EUR

Veranstaltung des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e. V. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig

Lügen, Tricks und Todesschüsse. Odysseus, der etwas andere Held

Trickster sind eine paradoxe Sippschaft. Mythische Wesen, die irgendwie Götter sind, andererseits aber auch wieder außerhalb der Götterwelt stehen, die in Menschen- und Tiergestalt auftreten, aber auch ihre Erscheinungsform ändern können. (Mit-)Schöpfer und Ruhestörer, Kulturbringer und Feinde jeder Ordnung, Schelme und Schurken, hilfreich und zugleich gefährlich, klug bis zur äußersten Raffinesse und dann wieder so überschlau, dass sie über die eigenen Füße stolpern und am Ende als betrogene Betrüger dastehen. Im späten 19. Jahrhundert sind sie als Typus in den Mythologien nordamerikanischer Indianervölker sozusagen entdeckt worden und haben ihre Bezeichnung erhalten: „Trickster“, was im Englischen Schwindler, Gauner, Schelm usw. bedeutet. Seitdem haben sich Ethnologen und Religionswissenschaftler bemüht, sie zu klassifizieren und zu definieren. Mit dem Ergebnis, dass sie in keine Kategorie passen. Dafür aber hat man auch in den überlieferten Vorstellungswelten anderer Kontinente mehr und mehr Trickster-Figuren ausfindig gemacht – auch außerhalb rein mythologischer Kontexte. Es handelt sich also um ein universales Phänomen von außerordentlicher Bandbreite. Der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie hat diesem unter dem Titel „Schöpfer, Schelm und Schurke – Der Trickster im mythologischen Zwielicht“ (2018) eine eigene Publikation gewidmet.

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Feuer der Götter: Vulkane und ihre Mythen

Erneut rumort es im Mongibello (gelegen zwischen den sizilianischen Städten Messina und Catania), den die meisten von uns als Ätna kennen. Seit Weihnachten spuckt der aktivste Vulkan Europas Asche und Lava. Experten prognostizieren gar das Bevorstehen eines größeren Ausbruchs. Erdbeben, Flugausfälle, Evakuierungen. Viele erinnern sich vielleicht noch an das Spektakel von 2010. Damals war es der Eyjafjallajökull an der Südküste von Island, der mit seinen Eruptionen vor allem die Geduld der Flugreisenden strapazierte. Im Gegensatz zum Ätna liegt der Eyjafjalla weistenstgehend abseits von Städten und Siedlungen. Von einer neuen Magmakammer unter dem „Gutmütigen“ gehen die Forscher derzeit aus und in der Tat, sind spontane, exposionsartige Eruptionen am Ätna, wenn auch vorhanden, in den historischen Aufzeichnungen eher seltener Natur. Sein italienisches Pendant, der Vesus (gelegen am Golf von Neapel), hat es aufgrund seines verheerenden Ausbruchs im Jahr 79 n. Chr. (überliefert vom römischen Schriftsteller Plinius dem Jüngeren), bei dem die antiken Städte Pompeji, Herculaneum, Oplontis und Stabiae verschüttet wurden, zu wesentlich traurigerer Berühmtheit gebracht. Aus dem 12., 17. und 18. Jahrhundert sind weitere heftige Ausbrüche des Vesuvs bekannt; der zuletzt dokumentierte fand im Jahr 1944 statt.

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Es weihnachtet schwer 4.0: Das Neunerlei – Ein Weihnachtsbrauch

Ich bin im Vogtland geboren und aufgewachsen. Wer jetzt nicht weiß, wo das liegt (denn die meisten tun es nicht), es handelt sich dabei um die Region im Südwesten von Sachsen, die aber auch Gebiete von Bayern, Thüringen und Böhmen umfasst. Der Historiker Enno Bünz beschreibt sie folgendermaßen: „Unter den Kulturlandschaften Sachsens, … ist das Vogtland die kleinste, die freilich über ein ausgeprägtes, historisch gewachsenes Regionalbewusstsein verfügt.“ Das ist eine diplomatische Art auszudrücken, dass so manche aus dieser Gegend sofort jeden berichtigen, der sie als „Sachsen“ bezeichnet; sie seien keine Sachsen, sondern Vogtländer. Und die sind im allgemeinen als „kleines, zänkisches Bergvolk“ verschrien.

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Vom ersten Erzählen oder: Wie erobern Mythen die Welt?

Im Sommersemester 2018 hatte ich das Glück, im Anglistikseminar von Prof. Dr. Elmar Schenkel an der Universität Leipzig einem Vortrag zu lauschen, der die anwesenden Studenten ebenso wie einen promovierten Post-Studenten wie mich nicht nur auf Spurensuche zu den Ursprüngen der Mythen, sondern des menschlichen Erzählens überhaupt führen sollte. Unter dem Titel The Origins of the World’s Mythologies stellte der Journalist, Herausgeber und vergleichende Mythologe Christoph Sorger das gleichnamige, 2012 erschienene Buch des renommierten Indologen, Linguisten und Harvard-Professors E. J. Michael Witzel vor. Eine 688 Seiten starke, bisher leider nur auf Englisch verfügbare, Lektüre, die nicht nur erkärt, was ein Mythos ist und was diesen ausmacht, sondern sich gewissermaßen der Ur-Mythologie widmet, jener Frage, die schon Goethe in seinem Faust umtrieb, wenn er eben jenen sagen lässt: „Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“. Witzels ambitionierte und ebenso viel gelobte wie skeptisch resümierte Mythentheorie erklärt das ursprüngliche Beschreiben von Welt und Umwelt, d.h. die Entwicklung von Mythologien, aus der Evolution und Verbreitung von homo sapiens sapiens von seiner Urheimat Afrika aus in mehreren Wanderungswellen über die ganze Welt. Seit jeher liegt es in der Natur des Menschen, Geschichten zu erzählen. Geschichten über höhere Wesen. Geschichten über die Elemente. Geschichten über Himmel und Erde. Geschichten über „trickster deities“ (Trickster-Götter), die die göttliche Ordnung durcheinanderbringen, in dem sie die aufgestellten Regeln brechen, so wie etwa Prometheus, der den Menschen das Feuer bringt. Und eben jene Geschichten sind es, die den Menschen bei seiner Verbreitung über die Kontinente (Witze verwendet den schönen Begriff „Out-of-Africa-movement“) hinweg begleitet und die sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen menschlicher Gemeinschaften gefestigt haben.

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Ein Trickster kommt selten allein

Die Leipziger Stadtbibliothek ist gut besucht am vor-halloweenlichen Montag. Anlässlich des 22. Leipziger Literarischen Herbstes macht sich die edition vulcanus daran, den mythologischen Schwerpunkt der allherbstlichen Lese- und Literaturwoche zu setzen. „Brücken bauen“ heißt das Motto 2018, welches, auch im Rahmen der Houston-Week (bezogen auf die 25-jährige Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Houston), kulturelle, literarische, gesellschaftliche, poetische, künstlerische, nachdenkliche, lakonische, zwie- und zweisprachige, historische und eben auch mythologische Verbindungen von Hier nach Dort und Dort nach Hier knüpfen soll.

Eine solche Brücke ist der Trickster, dem der neu erschienene Sammelband der edition vulcanus mit dem Titel „Schöpfer, Schelm und Schurke – Der Trickster im mythologischen Zwielicht“ gewidmet ist.

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Willkommen beim Mytho-BLOG

 

  Mythos [altgriechisch: μῦθος, „Rede“, „Wort“, „Erzählung“, auch „Fabel“, Plural: Mythen; von mytheĩsthai: „reden, lautmalen, erzählen“] ist überlieferte Dichtung oder sagenhafte Erzählung aus der Vorzeit eines Volkes oder einer Volksgruppe, die u. a. von Göttern, Halbgöttern, Naturgeistern, Dämonen, der Entstehung- und dem Untergang der Welt, der Erschaffung des Menschen etc. handelt. Mythen können als „symbolischer Ausdruck von Urerlebnissen […] angesehen werden“ (Häcker/Stapf, 2009, 667). Aber auch Ereignisse, Personen und Dinge können – glorifiziert, mit fiktiver Geschichte oder symbolischer Bedeutung ausgestattet – zur Legende, zum Kultbild, Leitbild oder zur Ikone und damit zum Mythos werden.

Mythen bilden den archaischen Kern davon, was unserer Vorstellung nach die Welt im Inneren und Äußeren zusammenhält, und sind, auch weil sie einen eigenen Anspruch auf beziehungsweise eine eigene Vorstellung von Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, tief im kulturellen Gedächtnis verwurzelt.

Die Zusammenstellung aller Mythen eines Volkes oder einer Volksgruppe (wie bspw. der Griechen, Germanen, Kelten etc.) wird als Mythologie bezeichnet.

Was der Mythos im Konkreten ist, was ihn ausmacht, was ihn abgrenzt, was ihn verklärt, was Mythen also im Grunde zu Mythen macht und welche Problematiken sich hierdurch ergeben, darüber gibt es seit dem  19. Jahrhundert vor allem in den Wissenschaften ganz unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen.

Der Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie möchte einem breiten, generationenübergreifenden Publikum Einblicke in die Mythen und Mythentheorien der Welt vermitteln. Dazu führt der seit 1995 bestehende Verein, der deutschlandweit einzigartig ist, im Jahr zahlreiche Lesungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen durch, deren Erkenntnisse vielfach Eingang in die Schriftenreihe des vereinseigenen Verlags mit dem klingenden Namen „edition vulcanus“ finden. Aber auch aktuelle und vergangene mythische, literarische und kulturelle Lektüre, Exkursionen, ureigene Gedanken zum Mythos, zur Rezeption von Mythen oder deren Verarbeitung in Film, Kunst und Theater zählen zu den Aufgaben des Arbeitskreises und werden ab sofort in regelmäßigen Abständen in unseren Beiträgen vorstellt.

Es lohnt sich also, jeden Freitag auf unseren Seiten vorzubeizuschauen, denn die Arbeit am Mythos hört niemals auf.

Willkommen auf unserem Mytho-BLOG.

Beitrag von Dr. Constance Timm

Literatur:

Hartmut Häcker, Kurt-Hermann Stapf: Dorsch Psychologisches Wörterbuch, 15. Aufl. Bern 2009.